Letzte Aktualisierung: 30. Oktober 2018

Position

CO2-Grenzwerte Autos: Entwicklung auf EU-Ebene

Die Frage, welche Reduktion des CO2-Ausstoßes zum Jahr 2030 auf EU-Ebene angestrebt wird, hat große Bedeutung für die europäische Automobilindustrie. Derzeit wird darüber auf EU-Ebene im sog. Trilogverfahren zwischen Kommission, Parlament und Rat verhandelt.

Verhandlungen über CO2-Reduktion auf EU-Ebene laufen

Die Ausgangspositionen sind wie folgt:

Die EU-Kommission setzt sich für eine Reduktion um 30 Prozent (Zwischenziel: 15 Prozent bis 2025) ein, das EU-Parlament will eine Reduktion um 40 Prozent (Zwischenziel: 20 Prozent bis 2025). Der EU-Umweltministerrat hat sich für eine Reduktion von 35 Prozent, bzw. 30 Prozent für Transporter (Zwischenziel: 15 Prozent bis 2025) ausgesprochen. Es geht jeweils um eine Reduktion der Emissionen gegenüber 2021, und die Regelung greift nur für die Neuwagenflotte.

Die Hersteller können dabei grundsätzlich selbst entscheiden, welche Technologien sie zur Erfüllung der Zielvorgabe einsetzen. Diskutiert wird, ob es ein entsprechendes Bonus- oder Malussystem für Fahrzeuge mit besonders niedrigen Emissionen geben soll.

Die Bundesregierung ist ursprünglich im Ministerrat für eine Reduktion von 30 Prozent eingetreten, hat dann aber den Kompromissvorschlag (35 Prozent) mitgetragen und will dieses Ergebnis auch in den Trilog-Verhandlungen halten.

Wirtschaftliche und technisch realistische Gestaltung nötig

Schon der Vorschlag der EU-Kommission geht mit 30 Prozent an die oberste Grenze dessen, was für unsere Hersteller technisch gerade noch realisierbar ist. Das wird schwer genug. Die weitere Anhebung des EU-Umweltministerrats auf ein Einsparziel von minus 35 Prozent ist verfehlt. Im Trilog muss das Ziel sein, den Wert wieder abzusenken. Anderenfalls wird die europäische Industrie im internationalen Wettbewerb geschwächt, da es weltweit keine vergleichbaren Vorgaben gibt. Wesentliche Bedeutung für die Erreichbarkeit der CO2-Zielwerte hat, wie schnell alternative Antriebe durch die Kunden angenommen und die öffentliche Infrastruktur aufgebaut wird. Hier ist dann auch die EU in der Pflicht. Derzeit stehen drei Viertel aller Ladesäulen für E-Fahrzeuge in nur vier Ländern, nämlich in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden.

Reduktionspotenziale außerhalb der Fahrzeugtechnik wie eine intelligentere Verkehrssteuerung oder der CO2-Gehalt der genutzten Energieträger (Kraftstoffe, Strom) sind in die Überlegungen zur CO2-Reduktion mit einzubeziehen. Ein schnellerer Hochlauf der Elektromobilität bedeutet auch, dass größere Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Unternehmen im Wandel zu unterstützen, insbesondere auch die Zulieferer.


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Ansprechpartner
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Dr. Peter Pfleger

Umwelt, Verkehr, Rohstoffe, Verbraucherschutz

+49 (0)89-551 78-249
Peter Pfleger
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