Letzte Aktualisierung: 17. Oktober 2018

Information

Integrationsmonitoring Zuwanderung und Asyl

Unser Integrationsmonitoring gibt eine Übersicht über die Entwicklung der Zuwanderung nach Deutschland und die Arbeitsmarktintegration von Personen aus den Haupt-Asylzugangsländern.

Entwicklung der Asylbewerberzahlen und Haupt-Asylzugangsländer

Die Zahl der Erstanträge auf Asyl hat sich in Deutschland und Bayern folgendermaßen entwickelt:

Deutschland Bayern
2015 441.899 67.639
2016 722.370 82.003
2017 198.317 24.243
Januar - September 2018 124.405 16.909
Veränderung zwischen 2017 und 2018 (jeweils Jan. – Sept.) -17,6 % -8,1 %

Von Januar bis September 2018 kamen die Asylbewerber, die einen Erstantrag stellten (insgesamt 124.405), zum Großteil aus den folgenden Ländern:

Hauptherkunftsländer Januar bis September 2018 Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent
Syrien 33.778 -8,3
Irak 12.544 -22,0
Nigeria 8.147 +42,2
Afghanistan 7.667 -42,6
Türkei 7.572 +40,0
Iran 7.381 +10,6
Eritrea 4.663 -42,9
Somalia 4.177 -21,0
Ungeklärt 3.336 +6,3
Russische Föderation 3.105 -20,9

Da die Antragstellung erst zeitlich verzögert erfolgt, lassen die oben genannten Daten des BAMF keine verlässlichen Schlussfolgerungen darüber zu, wie viele Flüchtlinge sich tatsächlich hierzulande aufhalten beziehungsweise neu hinzukommen.

Entscheidungen des BAMF über Erst- und Folgeanträge:

Im Berichtsmonat August 2018 wurden seitens des BAMF 16.623 Asylverfahren entschieden. Im Vergleich zum Vormonat ist damit ein Rückgang der Entscheidungszahlen um 20,9 Prozent zu verzeichnen. Verglichen mit dem Vorjahr hat sich die Anzahl der Entscheidungen um 67,9 Prozent verringert.

Die Gesamtschutzquote für alle Herkunftsländer lag im bisherigen Berichtsjahr bei 33,0 Prozent. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreswert entspricht dies einem Rückgang von 10,9 Prozentpunkten. Die höchste Gesamtschutzquote weist Syrien mit 79,3 Prozent auf. Es folgen Eritrea (68,2 Prozent) und Somalia (40,8 Prozent). Die Türkei weist aktuell eine Quote von 37,7 Prozent auf.

Ende September 2018 waren beim BAMF 59.738 Verfahren anhängig. Im Vergleich zum Vormonat (59.410 anhängige Verfahren) erhöhte sich damit ihre Anzahl um 0,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr (99.334 anhängige Verfahren) ist ein Rückgang der anhängigen Verfahren um 39,9 Prozent zu verzeichnen.

Entwicklung von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und Arbeitslosigkeit

Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus nichteuropäischen Asylherkunftsländern in Deutschland:

Hinweis: In der Beschäftigungsstatistik werden Auswertungen zu Flüchtlingen (Ausnahme: Sonderauswertungen) auch weiterhin nicht möglich sein, da in den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung, die die Grundlage der Beschäftigungsstatistik bilden, keine Informationen zum Aufenthaltsstatus enthalten sind. Daher enthalten die folgenden Zahlen auch Personen, die möglicherweise schon seit längerer Zeit in Deutschland leben.

Nichteuropäische Asylherkunftsländer Stand:
Juli 2018
Veränderung gegenüber Vorjahr
  absolut absolut in Prozent
insgesamt 254.273 +89.102 +53,9
Syrien 85.213 +41.607 +95,4
Afghanistan 45.134 +14.996 +49,8
Irak 34.102 +9.730 +39,9
Iran 26.818 +5.873 +28,0
Pakistan 21.257 +2.233 +11,7
Eritrea 18.422 +9.269 +101,3
Nigeria 15.544 +2.153 +16,1
Somalia 7.784 +3.242 +71,4

In Bayern waren im März 2018 (aktuellste Zahlen) insgesamt 40.569 Personen aus den nichteuropäischen Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Zuwachs von 12.381 Personen bzw. 43,9 Prozent.

Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach nichteuropäischen Asylherkunftsländern

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach den Haupt-Asylzugangsländern (Datenstand: September 2018). Als arbeitslos gelten dabei Personen, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen, dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben. Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos.

Nichteuropäische Asylherkunftsländer Arbeitslose insgesamt Veränderung zum davon im Vorjahr Bereich SGB II Arbeitslose im Kontext von Fluchtmigration
  absolut in Prozent absolut
insgesamt 196.886 -1,4 157.110
Syrien 113.098 +1,0 99.006
Irak 28.273 -5,7 18.435
Afghanistan 21.897 -0,9 17.433
Iran 13.086 -1,3 8.575
Eritrea 8.318 -14,0 7.489
Pakistan 5.486 -12,3 1.894
Somalia 3.513 +2,2 2.942
Nigeria 3.215 -8,7 1.336

In Bayern waren im September 2018 16.995 arbeitslose Personen im Kontext von Fluchtmigration zu verzeichnen. Dies entspricht einem Anstieg um 4,7 Prozent im Vorjahresvergleich.

Im Juni 2018 lag der Bestand an erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Kontext von Fluchtmigration im Freistaat bei insgesamt 60.442 (+2,5 Prozent im Vorjahresvergleich). Im gleichen Monat belief sich die Unterbeschäftigung für Personen im Kontext von Fluchtmigration in Bayern auf 36.202 (-11,3 Prozent im Vorjahresvergleich).


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Dr. Markus Meyer

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung, Fachkräftesicherung

+49 (0)89-551 78-214
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