Letzte Aktualisierung: 03. Januar 2020

Information

Integrationsmonitoring Zuwanderung und Asyl

Unser Integrationsmonitoring gibt eine Übersicht über die Entwicklung der Zuwanderung nach Deutschland und die Arbeitsmarktintegration von Personen aus den Haupt-Asylzugangsländern.

Entwicklung der Asylbewerberzahlen und Haupt-Asylzugangsländer

Die Zahl der Erstanträge auf Asyl hat sich in Deutschland und Bayern folgendermaßen entwickelt:

Deutschland Bayern
2015 441.899 67.639
2016 722.370 82.003
2017 198.317 24.243
2018 161.931 21.911
Jan. - Nov. 2019 133.324 17.409
Veränderung (Jan.-Nov.) zwischen 2019 und 2018 -12,3 % -15,3 %

Im Jahr 2019 kamen die Asylbewerber, die einen Erstantrag stellten (insgesamt 133.324), zum Großteil aus den folgenden Ländern:

Hauptherkunftsländer Jan.-Nov. 2019 Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent
Syrien 36.365 -12,0
Irak 12.835 -16,1
Türkei 10.240 +6,4
Nigeria 8.786 -8,7
Afghanistan 8.847 -5,5
Iran 8.063 -20,2
*Ungeklärt* 3.416 -13,3
Somalia 3.330 -31,6
Eritrea 3.263 -48,8
Georgien 3.059 *

Da die Antragstellung erst zeitlich verzögert erfolgt, lassen die oben genannten Daten des BAMF keine verlässlichen Schlussfolgerungen darüber zu, wie viele Flüchtlinge sich tatsächlich hierzulande aufhalten beziehungsweise neu hinzukommen.

Entscheidungen des BAMF über Erst- und Folgeanträge:

Im Berichtsmonat November 2019 wurden seitens des BAMF 14.136 Asylverfahren entschieden. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der Entscheidungen um 9,0 Prozent gestiegen. Verglichen mit dem Vorjahr hat sich die Anzahl der Entscheidungen um 24,2 Prozent verringert.

Die Gesamtschutzquote für alle Herkunftsländer lag im bisherigen Berichtsjahr 2019 bei 38,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg um 3,3 Prozentpunkte. Die höchste Gesamtschutzquote weist nach wie vor Syrien mit 83,7 Prozent auf. Es folgen Eritrea (73,4 Prozent), Antragssteller mit ungeklärter Herkunft (55,0 Prozent) und die Türkei (44,8 Prozent).

Ende Oktober 2019 waren beim BAMF 56.958 Verfahren anhängig. Im Vergleich zum Vormonat (56.628 anhängige Verfahren) stieg ihre Anzahl damit um 0,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreswert (58.538 anhängige Verfahren) ist eine Abnahme der anhängigen Verfahren um 2,7 Prozent zu verzeichnen.

Entwicklung von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und Arbeitslosigkeit

Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus nichteuropäischen Asylherkunftsländern in Deutschland:

Hinweis: In der Beschäftigungsstatistik werden Auswertungen zu Flüchtlingen (Ausnahme: Sonderauswertungen) auch weiterhin nicht möglich sein, da in den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung, die die Grundlage der Beschäftigungsstatistik bilden, keine Informationen zum Aufenthaltsstatus enthalten sind. Daher enthalten die folgenden Zahlen auch Personen, die möglicherweise schon seit längerer Zeit in Deutschland leben.

Nichteuropäische Asylherkunftsländer Stand:
September 2019
Veränderung gegenüber Vorjahr
  absolut absolut in Prozent
insgesamt 356.790 +70.554 +24,6
Syrien 129.369 +30.798 +31,2
Afghanistan 64.937 +11.826 +22,3
Irak 44.951 +7.189 +19,0
Iran 35.216 +6.560 +22,9
Eritrea 28.005 +6.830 +32,3
Pakistan 24.308 +2.443 +11,2
Nigeria 18.405 +2.296 +14,3
Somalia 11.599 +2.612 +29,1

In Bayern waren im Mai 2019 (aktuellste Zahlen) insgesamt 54.853 Personen aus den nichteuropäischen Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Zuwachs von 11.419 Personen bzw. 26,3 Prozent.

Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach nichteuropäischen Asylherkunftsländern

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach den Haupt-Asylzugangsländern (Datenstand: November 2019). Als arbeitslos gelten dabei Personen, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen, dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben. Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos.

Nichteuropäische Asylherkunftsländer Arbeitslose insgesamt Veränderung zum davon im Vorjahr Bereich SGB II Arbeitslose im Kontext von Fluchtmigration
  absolut in Prozent absolut
insgesamt 201.322 +8,5 159.342
Syrien 114.159 +8,2 97.750
Irak 28.732 +6,6 19.336
Afghanistan 24.645 +18,3 20.070
Iran 13.174 +4,8 8.657
Eritrea 7.839 +1,0 6.980
Pakistan 5.472 +0,8 1.890
Somalia 3.813 +15,3 3.158
Nigeria 3.488 +9,4 1.501

In Bayern waren im November 2019 14.220 arbeitslose Personen im Kontext von Fluchtmigration zu verzeichnen. Dies entspricht einem Plus von 2,2 Prozent im Vorjahresvergleich.

Im August 2019 lag der Bestand an erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (Hartz IV) im Kontext von Fluchtmigration im Freistaat bei insgesamt 51.794 (-11,6 Prozent im Vorjahresvergleich). Im gleichen Monat belief sich die Unterbeschäftigung für Personen im Kontext von Fluchtmigration in Bayern auf 30.347 (-11,4 Prozent im Vorjahresvergleich).


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Dr. Markus Meyer

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung, Fachkräftesicherung, Vereinbarkeit Familie und Beruf, gesund me, BGM/BGF

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