Letzte Aktualisierung: 31. Juli 2017

Vorsprung Bayern

Chancen und Potenziale der bayerischen Tourismuswirtschaft

Vertreter von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft trafen sich am 10. Juli 2017 im Hotel Bayerischer Hof, um über Chancen und Potenziale der Bayerischen Tourismuswirtschaft zu diskutieren. Ausgangspunkt war die von der vbw bei der Prognos AG in Auftrag gegebene Studie Tourismus und Industrie – gemeinsame Erfolgsfaktoren. Das Beherbergungsgewerbe diente dabei als Untersuchungsobjekt – benötigen doch Touristen in aller Regel eine Übernachtungsmöglichkeit. In der Studie wurde analysiert, welche Erfolgsfaktoren der Industrie auch auf das Beherbergungsgewerbe übertragbar sind und welche Handlungsempfehlungen für die Unternehmen sich daraus ergeben.

vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betonte, dass der Erfolg der bayerischen Wirtschaft durch das Miteinander aller Branchen zustande käme. Die vbw sehe mehrere Ansatzpunkte, den Tourismus in Bayern weiter voranzubringen. „Ein wichtiger Punkt ist die Vernetzung der verschiedenen Player. Deshalb haben wir im vergangenen Jahr bei der vbw einen Tourismusausschuss gegründet mit dem Ziel, die Zusammenarbeit der Beteiligten weiter voranzutreiben. Außerdem sind die klassischen Standortthemen, wie eine gut ausgebaute Infrastruktur, eine maßvolle Kostenbelastung durch Löhne, Sozialabgaben, Lohnzusatzkosten und Steuern sowie Bürokratieabbau und mehr Flexibilität, etwa bei der Arbeitszeit, von hoher Relevanz für die meist mittelständisch geprägte Tourismuswirtschaft. Hier gilt es, noch bessere Rahmenbedingungen zu schaffen“, erläuterte Brossardt.

Mit Blick auf die Studie stellte er fest, dass jeder Beherbergungsbetrieb vor dem Hintergrund der eigenen Gegebenheiten entscheiden müsse, welche Strategie er verfolgen wolle. Brossardt betonte, dass die Studie auch als Ausgangspunkt für die Diskussion in anderen Branchen der Tourismuswirtschaft dienen solle.

Dr. Michael Schlesinger, Direktor der Prognos AG, stellte die anlässlich des Kongresses vorgestellte Studie im Detail vor. Er hob hervor, dass insbesondere die Faktoren Innovation und Investition Faktoren seien, die sich am besten von der Industrie auf die Beherbergungsbetriebe übertragen ließen. Insgesamt sei die Beschäftigung mit Erfolgsfaktoren vorteilhaft. Dr. Michael Schlesinger: „Erfolgreiche Beherbergungsbetriebe wenden die relevanten Erfolgsfaktoren stärker an als weniger erfolgreiche Betriebe.“

Der Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie Franz Josef Pschierer stellte die Bedeutung der Bayerischen Tourismuswirtschaft heraus, die insbesondere in ländlichen Regionen für Wertschöpfung und Arbeitsplätze sorge. Die Bayerische Staatsregierung habe sich zum Ziel gesetzt, die Digitalisierung auch im Tourismus voranzutreiben. Notwendig seien insbesondere eine schnelle Datenautobahn und eine ausreichende Zahl an WLAN-Hotspots. Darüber hinaus fördere man den Tourismus mit einer Premiumoffensive im Volumen von 15 Millionen Euro. Für die weitere Entwicklung der Tourismuswirtschaft stehe man gerne bereit.

Stefan Gesell, der Geschäftsführer vom Kurzentrum Weißenstadt am See, hob die Rolle einer gezielten Strategie hervor. Ein starker Eigenvertrieb und eine hohe Serviceorientierung gepaart mit traditionellen Therapien und viel Natur hätten zu einer Auslastung von mehr als 90 Prozent beigetragen. Wichtige Herausforderung bleibe die Versorgung mit Fachkräften.

Angela Inselkammer, die Präsidentin des DEHOGA Bayern, dankte der vbw für das Engagement um den Tourismus. Sie stellte klar, dass nur einfache und verständliche Förderprogramme sinnvoll seien. Besser als alle Förderprogramme seien jedoch bessere Rahmenbedingungen für die Unternehmen, die in ihrer überwiegenden Zahl Klein- und Mittelbetriebe wären. Sie betonte die vielfältigen Anstrengungen der Betriebe bei der Aus- und Weiterbildung sowie der Digitalisierung. Sie forderte insbesondere faire und gleiche Bedingungen (Steuern, Brandschutz etc.) für alle Marktteilnehmer, auch den neuen digitalen Mitbewerbern (z. B. AirBnB).

Joachim Feldmann von der vbw machte deutlich, dass der Verband in vielen Bereichen für bessere Rahmenbedingungen eintrete. Ein Bespiel sei die Initiative für Arbeitszeitflexibilisierung, die der DEHOGA Bayern maßgeblich unterstütze. Im Projekt Integration durch Arbeit (IDA) habe man mit der Bayerischen Staatsregierung und den Kammern ein wegweisendes Projekt zur Integration von Flüchtlingen aufgesetzt.

Josef Steigenberger, der Bürgermeister von Bernried am Starnberger See erklärte, dass der Tourismus von der ansässigen Bevölkerung getragen werden müsse. Hier sei es Pflicht, die touristischen Werte für Einwohner und Gäste herauszuheben und zu kommunizieren.

Jens Huwald, Geschäftsführer der Bayern Tourismus Marketing Gesellschaft, hob die Bedeutung der digitalen Medien heraus. Digitales Marketing sei die Chance insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Wichtig sei ein guter Kontakt zu den potenziellen Gästen, wie z. B. über Facebook oder Instagram. Deswegen versuche man, die digitale Buchbarkeit auch von Kleinstbetrieben voranzutreiben. Insgesamt müsse ein positives Gasterlebnis im Zentrum stehen, so dass entsprechende positive Resonanz in den sozialen Netzwerken und Bewertungsplattformen entstünden.


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Volker M. Schilling

Mittelstand, Unternehmensfinanzierung, Digitalisierung

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