Letzte Aktualisierung: 26. April 2018

Position

Potenziale der Tourismuswirtschaft

Tourismus ist Leitökonomie in Bayern

Die Tourismuswirtschaft ist neben der Industrie eine der Leitökonomien Bayerns. Der Erfolg der bayerischen Wirtschaft kommt dabei durch das Miteinander vieler Branchen zustande. Trotz jährlicher Zuwächse bei Ankünften und Übernachtungen sieht sich die Tourismuswirtschaft neuen Herausforderungen gegenüber. so

Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs steht die Tourismuswirtschaft vor der Herausforderung, die eigenen Stärken bei Vermarktung und Kundenorientierung auszubauen sowie Kooperations­möglichkeiten intensiv weiterzuentwickeln und Effizienzpotenziale zu nutzen.

vbw Reihe Potenziale der Tourismuswirtschaft

Mit der Veranstaltungsreihe in allen Regionen Bayerns will die vbw unterschiedliche Denkanstöße zur Stärkung der bayerischen Tourismuswirtschaft geben und hat sich zu diesem Zweck den Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e. V. als Kooperationspartner ausgesucht.

Basis der Reihe ist die vbw Studie Tourismus und Industrie – gemeinsame Erfolgsfaktoren. Ihre Ergebnisse sind der Ausgangspunkt für unsere Diskussion mit Vertretern aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Die Veranstaltung fanden bisher in Bayreuth, Würzburg, Nürnberg und Augsburg statt.

Die Studie

Das Beherbergungsgewerbe diente als Untersuchungsobjekt der Analyse – benötigen doch Touristen in aller Regel eine Übernachtungsmöglichkeit. In der Studie wurde analysiert, welche Erfolgsfaktoren der Industrie auch auf das Beherbergungsgewerbe übertragbar sind und welche Handlungsempfehlungen sich für die Unternehmen daraus ergeben.

Ansatzpunkte zur Stärkung des Tourismus in Bayern

Die vbw sehe mehrere Ansatzpunkte, den Tourismus in Bayern weiter voranzubringen. Ein wichtiger Punkt ist die Vernetzung der verschiedenen Player. Mit dem 2016 gegründeten vbw Ausschuss für Tourismus hat sich die vbw zum Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit der Beteiligten weiter voranzutreiben.

Auch die klassischen Standortthemen sind von hoher Relevanz, wie z. B. eine gut ausgebaute Infrastruktur oder eine maßvolle Kostenbelastung durch Löhne, Sozialabgaben, Lohnzusatzkosten und Steuern. Darüber hinaus sind Themen wie z. B. der Bürokratieabbau, die Flexibilisierung der Arbeitszeit von großer Bedeutung für die meist mittelständisch geprägte Tourismuswirtschaft. Hier gilt es, die Rahmenbedingungen zweiter zu verbessern.

Die Studie bietet eine Reihe von Ansatzpunkten zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit für Beherbergungsbetriebe, die allerdings auch für andere Unternehmen der Tourismuswirtschaft anwendbar sind. Jeder Betrieb muss vor dem Hintergrund der eigenen Gegebenheiten entscheiden, welche Strategie er verfolgen will.

Die Diskussionen erbrachten folgende wesentliche Ansatzpunkte:

  • Kooperation ausbauen
    Tourismusregionen können in erheblichem Maß davon profitieren, wenn die Verantwortlichen kooperieren und gemeinschaftlich handeln. Dies stärkt zum einen Wahrnehmbarkeit und erhöht zum anderen die Effizienz der gemeinsamen Anstrengungen zur Stärkung der touristischen Wettbewerbsfähigkeit. Als Vorbild kann Unterfranken mit seiner Plattform „Wein. Schöner. Land“ dienen.
  • Touristische Angebotsqualität verbessern
    In allen Veranstaltungen war man sich einig, dass bei der touristischen Infrastruktur weiter Ausbaubedarf besteht. Ziel muss dabei sein, wo möglich auch interkommunal zusammenzuarbeiten, um z. B. den konsistenten und einheitlichen Ausbau von Rad- oder Wanderwegen zu gewährleisten. Die touristischen Betriebe stehen darüber hinaus vor der Herausforderung, den steigenden Bedürfnissen der Gäste mit adäquaten Angeboten zu entsprechen und ihre Servicequalität zu verbessern. Für die Betriebe heißt dies, ihre Angebote zu hinterfragen und gegebenenfalls zu straffen.
  • Digitalisierung vorantreiben
    Einig waren sich die Vertreter bei der Einschätzung, dass die Digitalisierung in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung zunehmen wird – sowohl bei der Bewerbung als auch bei der Verbesserung der internen Prozesse. Gerade die vielen Kleinbetriebe tun sich allerdings schwer, Innovation und Digitalisierung voranzutreiben. Bei der Bewerbung kommt es darauf an, überregional und international eine stärkere Wahrnehmbarkeit zu erreichen, um verstärkt neue Gästegruppen in die jeweilige Region zu locken.
    Bei der Frage der überregionalen Bewerbung und Buchung bietet z. B. der Tourismusverband Franken seinen touristischen Betrieben eine eigene Buchungsplattform an.
  • Klein- und Mittelbetriebe unterstützen
    Nach wie vor kämpfen die vielen Klein- und Mittelbetrieben mit Schwierigkeiten bei der Finanzierung, der Bürokratie oder der Fachkräftegewinnung. Hier gilt es, angemessene Förderprogramme zu schaffen, bürokratische Lasten, z. B. bei Dokumentations- oder Berichtspflichten, zu reduzieren und wirkungsvolle Strategien zur Sicherstellung des Fachkräftebedarfs zu entwickeln. Eine wichtige Rolle spielt nach Meinung der Beteiligten eine Flexibilisierung der Arbeitszeit, wobei bei gleichbleibendem wöchentlichem Arbeitszeitvolumen die Woche und nicht wie bisher der Tag als Ausgleichszeitraum herangezogen werden sollte.
  • Politische Unterstützung für die Tourismuswirtschaft einfordern
    In Bayern läuft die Zusammenarbeit zwischen Tourismuswirtschaft und Politik gut. Dies gelte sowohl auf der regionalen und kommunalen Ebene als auch auf der Landesebene. Bei letzterer gibt die Bayerische Staatsregierung mit der Schaffung einer Tourismusabteilung im Bayerischen Wirtschaftsministerium und der Absicht der verstärkten Förderung von kleinen touristischen Betrieben durch ein Investitionsförderprogramm zusätzliche Impulse. Nachholbedarf besteht noch bei der Unterstützung auf Bundesebene und in Brüssel.


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Ansprechpartner
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Volker M. Schilling

Mittelstand, Unternehmensfinanzierung, Digitalisierung

+49 (0)89-551 78-249
Volker M. Schilling
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