Letzte Aktualisierung: 17. Juli 2017

Politischer Dialog Brüssel

Rückblick - Parlamentarischer Abend Robotik

Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden trafen sich in der Bayerischen Vertretung in Brüssel, um Rahmenbedingungen und Chancen der Robotik zu diskutieren. Die Leiterin der Vertretung des Freistaates Bayern, Barbara Schretter, begrüßte die Anwesenden und dankte der vbw, dass sie sich mit der Robotik eines für die Zukunft wichtigen Themas angenommen hat.

Robotereinsatz steigert Wertschöpfung, schafft Wachstum und Arbeitsplätze

In seinem Eingangsstatement betonte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die wichtige Rolle der Robotik. „Europa ist mit einem Marktanteil von knapp 35 Prozent Marktführer bei der Robotik. 2016 wurden weltweit 290.000 Roboter abgesetzt, das Marktvolumen für das Jahr 2025 wird auf 67 Milliarden Dollar geschätzt. Davon profitieren auch die zahlreichen bayerischen Roboterhersteller.“ Gleichzeitig profitiere die bayerische Industrie insgesamt, weil durch den Robotereinsatz die Wertschöpfung gesteigert werde und damit mehr Wachstum und neue Arbeitsplätze entstünden.

Bereits 2015 habe der Zukunftsrat betont, wie wichtig innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für den Einsatz automatisierter Systeme seien. Brossardt forderte in diesem Zusammenhang mehr Forschung und Entwicklung, ein Kompetenzzentrum Robotik in Bayern sowie die notwendige digitale Infrastruktur. Neue Regelungen wie eine Robotersteuer erteilte er eine klare Absage: „Eine Robotersteuer wäre eine Investitions- und Innovationsbremse.“

Mit Blick auf die Arbeitswelt sehe er es als vordringlich an, das Bewusstsein für lebenslanges Lernen zu wecken. „Der technische Fortschritt verändert naturgemäß bestimmte Tätigkeiten und Berufsbilder – und manche werden auch verschwinden. Dafür entstehen neue Berufsfelder und Jobs. Die richtige Antwort darauf ist, Weiterbildung und Weiterqualifikation“, sagte Brossardt.

Gesellschaft vom Nutzen der Robotik überzeugen

In seiner Key Note sprach Khalil Rouhana, der stellvertretende Generaldirektor der Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien der Europäischen Kommission, über die Bedeutung der Robotik für die künftige wirtschaftliche Entwicklung Europas. Der umfassende Einsatz der Robotik verändere die Arbeitswelt, schaffe aber neue Arbeitsplätze. Zu klären seien aber eine Reihe von Fragestellungen zur Datensicherheit, zur Aus- und Weiterbildung und zur Ethik. Für ihn komme es darauf an, die Gesellschaft vom Nutzen der Robotik zu überzeugen und die Menschen in die digitale Welt mitzunehmen.

Prof. Dr. Gerd Hirzinger stellte die Assistenzrobotik in Bayern vor. Hier habe man in der Forschung dank der Verknüpfung von Elektronik, Mechanik Soft -und Hardware erhebliche Standortvorteile. Bereits heute sei eine Vielzahl von Anwendungen Realität und die Entwicklung schreite rasch voran.

Studie Datenschutz, IT-Sicherheit und Haftung bei automatisierten Systemen: keine eigenständige Regelung der Roboterhaftung notwendig

Mit den Haftungsproblemen der Robotik setzte sich Prof. Dr. Dirk Heckmann von der Universität Passau auseinander. In der für die vbw erstellten Studie Datenschutz, IT-Sicherheit und Haftung bei automatisierten Systemen habe er sich mit diesem Thema auseinandergesetzt. Eine eigenständige Regelung der Roboterhaftung sei nicht notwendig. Es käme vielmehr darauf an, technische Lösungen zur Gewährleistung der Nachvollziehbarkeit und Beweisbarkeit zu entwickeln. Dies könne z. B. durch eine Black Box für Roboter – das sogenannte Event Data Recording – geschehen.

Dr. Simon Haddadin stellte den Ansatz seines Unternehmens Franka Emika GmbH vor, vernetzte, sensitive und sichere Roboter für Jedermann zu konstruieren. Bisher seien Roboter teuer, schwer zu integrieren und zu programmieren. Eine Skalierbarkeit auf neue Systeme und die Programmierung seien derzeit noch schwierig. Darüber hinaus sei die Funktionalität häufig eingeschränkt. Franka setze auf eine webbasierte Roboterprogrammierung. Programmmodule würden verstärkt über die weltweite Anwendergemeinde entwickelt und auf einer Anwenderplattform bereitgestellt. „Robotic natives“ würden hier Anwendungsprobleme in Zukunft gemeinschaftlich lösen.

Axel Voss MdEP gab zu bedenken, dass man bei der Regulierung vielleicht schon zu viel getan habe. Die Gefahr bestünde, dass man damit an alten Strukturen und Gewohnheiten festhalte und damit viel Innovationskraft verschenke. Dem pflichtete auch Khalil Rouhana bei und forderte, die Innovationsbarrieren zu beseitigen. Die Schaffung einer Vertrauenskultur in der Robotik sei wichtig, um Ängste zu nehmen sowie Unternehmen und Menschen in die digitale Welt mitzunehmen.

In seinem Abschlussstatement hob Bertram Brossardt nochmals hervor, warum die vbw sich der Robotik annehme. Man wolle die gemeinschaftliche Diskussion über Chancen und Handlungsrahmen der Robotik vorantreiben. Wichtig sei dabei ein interdisziplinärer Austausch zwischen Entwicklern, Juristen und allen an der Robotik interessierten Personen. Dabei sei es wichtig, auch die gesellschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Nur so könnten die Potenziale der Robotik unfasssend und erfolgreich genutzt werden.

Review - Parliamentary Evening Robotics

Representatives from politics, business and associations gathered to discuss basic conditions and opportunities of robotics at the Resentation of the Free State of Bavaria to the European Union in Brussels. Barbara Schretter, head of the Bavarian Representation, welcomed the attendees and thanked vbw – Bavarian Industry Association for taking up robotics as an important topic for the future.

The use of robots increases value creation, creates growth and jobs

vbw CEO Bertram Brossardt emphasised the importance of robotics in his opening statement. "With a market share of almost 35 percent, Europe is the market leader in robotics. In 2016, 290,000 robots were sold world-wide, the market volume for the year 2025 is estimated at 67 billion dollars. “The bavarian industry profits generally, as the use of robots increases added value and creates more growth and new jobs,” Brossardt explained.

Already in 2015, vbw´s Future Council emphasised the importance of an innovation-friendly framework for the use of automated systems. Brossardt requested more research and development, a competence center for robotics in Bavaria and the necessary digital infrastructure in this context. He gave new regulations like a robot tax regime a clear cancellation: "A robot tax regime would be a brake for investment and innovation."

With a view at the field of work, he considered it a priority to raise awareness of lifelong learning. "Technological progress naturally changes certain activities and professions - some will even disappear. However, new professions and new jobs will arise. “Continuing education and further qualification is the right answer," Brossardt said.

The benefit of robotics

In his key note, Khalil Rouhana, Deputy Director-General of the Directorate-General for Communication Networks, Content and Technology, spoke about the importance of robotics for the future economic development of Europe. The extensive use of robotics changes working conditions but also creates new jobs. However, a number of questions about data security, education and ethics need to be clarified. What matters for him is to convince society of the benefits of robotics and to take people to the digital world.

Prof. Dr. Gerd Hirzinger introduced the assistance robotics in Bavaria. Thanks to the linkage of electronics, mechanics and hardware, considerable economic advantages are gained through research. Today, a large number of applications are already reality and the development is progressing rapidly.

Study Data protection, IT security and liability for automated systems: no independent regulation of robot liability necessary

Prof. Dr. Dirk Heckmann from the University of Passau explained liability problems of robotics. With the vbw Study “Data protection, IT security and liability for automated systems” he has dealt with this subject. A separate regulation of robot liability is not necessary. It would be more important to develop technical solutions to ensure traceability and provability. This could be done, for example, by a black box for robots - the so-called event data recording.

Dr. Simon Haddadin presented the approach of his company Franka Emika GmbH to construct networking, sensitive and safe robots for everyone. Up to now, robots are expensive, difficult to integrate and to program. Scalability to new systems and programming are still difficult. In addition, functionality often is restricted. Therefore, Franka is using a web-based robot programming. Program modules are being developed and deployed on a worldwide user platform. "Robotic natives" will jointly solve application problems in the future.

Axel Voss MEP pointed out that maybe there has been already too much regulation. The danger is to stick to old structures and habits and to lose innovative power. Khalil Rouhana agreed and called for the elimination of barriers to innovation. The creation of a culture of trust in robotics is important in order to take companies and people into the digital world.

In his final statement Bertram Brossardt emphasised again why vbw supports robotics. vbw wants to promote the joint discussion on opportunities and frameworks of robotics. An interdisciplinary exchange between developers, lawyers and all persons interested in robotics is essential. At the same time, it is important to promote social development. Only in this way, the potential of robotics can be used in an full and successful manner.

Rückblick

Rückblick - Parlamentarischer Abend Robotik
am 12.07.2017 in Brüssel

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