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Letzte Aktualisierung: 24. März 2017

Deutschland hat Zukunft

Rückblick - Mobilität der Zukunft

Ein modernes Verkehrssystem ist eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg und hohe Lebensqualität“, erklärte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., beim Auftakt der vbw Veranstaltungsreihe Mobilität der Zukunft in Nürnberg.

Statt Verbotspolitik auf Chancen setzen

Experten aus Wirtschaft und Politik diskutierten dabei über die neuen Herausforderungen für unser Mobilitätssystem. Angesichts neuer Nutzungskonzepte wie Carsharing, gestiegener Umweltauflagen und digitaler Vernetzung sieht Brossardt alle Marktteilnehmer vor großen Aufgaben. Für eine solche Phase „automobiler Disruption“ nannte er eine Verbotspolitik oder eine ideologisch motivierte „Verkehrswende“ nicht zielführend. Stattdessen müssten wir die Chancen genutzt und die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit neue Techniken bei uns bis zur Marktreife entwickelt und in Wertschöpfung umgesetzt werden können.

Verkehrsinfrastruktur zukunftsgerecht ausbauen und aufrüsten

Mit Blick auf die Infrastruktur forderte Brossardt, bestehende Verkehrswege instandzuhalten und sinnvoll auszubauen. Das gelte für Straße genauso wie für die Schiene, den Luftverkehr und Wasserwege. Stärkeres Gewicht müsse auch auf digitale Leit- und Informationssysteme gelegt werden, dazu die Infrastruktur grenzüberschreitend auf autonomes Fahren ausgerichtet werden. Dazu gehöre ein flächendeckendes 5G-Mobilfunknetz. Auch die Elektromobilität inklusive der entsprechenden Ladeinfrastruktur müsse ausgebaut werden. Der Investitionsbedarf allein in die Bundesverkehrsinfrastruktur belaufe sich bis 2030 auf insgesamt rund 300 Milliarden Euro.

Schlüsselprojekte für Mittelfranken vorantreiben

Für Mittelfranken legte Brossardt besonderes Gewicht auf den Ausbau der A3 zwischen Würzburg und Kreuz Fürth / Erlangen, den Ausbau der A6 sowie die rasche Realisierung der ICE-Hochgeschwindigkeitsverbindung Nürnberg – Berlin.

Intelligente Verkehrssteuerung statt Diesel-Fahrverbot

Mit Bezug auf aktuelle Auseinandersetzungen um die Einführung von Umweltzonen in Städten Verkehrsbeschränkungen stellte Brossardt klar: „Ein Diesel-Einfahrverbot in Städte würde der Wirtschaft und privaten Dieselfahrern massiv schaden. Es gibt zahlreiche bessere und schneller wirkende Maßnahmen wie eine „Grüne Welle“, mehr E-Mobilität, intelligente Verkehrssteuerung oder City-Logistik-Konzepte zur Effizienzverbesserung des Lieferverkehrs“.

Schlüsselfaktor Mobilitätsmix

Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann ergänzte: „Um den Transport so umweltschonend und kosteneffizient wie möglich abzuwickeln, sehe ich die Zukunft vor allem im Mobilitätsmix. Deshalb müssen wir die Verkehrsangebote besser miteinander vernetzen und auslasten. Dafür müssen wir jetzt die richtigen Weichen stellen, damit die Menschen auch in Zukunft mobil bleiben können.“

Elektromobilität auch auf der Schiene ausbauen

Speziell auf Elektromobilität sprach der Minister neben dem Auto auch die Schiene an: durch Aufrüstung noch nicht elektrifizierter Strecken könne ein erheblicher Beitrag zur Elektromobilität geleistet werden. Das müsse ein Schwerpunkt der nächsten Jahre sein.

Zuwachs bei öffentlichen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur

Zufrieden wies der Minister auf den Hochlauf der letzten Jahre im Bundesfernstraßenhaushalt hin. Deren Volumen hatte von 2011 bis 2015 um 6,5 Milliarden Euro geschwankt, lag 2016 dann bei knapp 7,3 Milliarden Euro, das Soll für 2017 erreicht 7,7 Milliarden Euro, der Plan für 2018 8,4 Milliarden Euro. Durch konsequente Vorausplanung gelingt es Bayern regelmäßig, überproportional von diesen Mitteln zu profitieren.

Mobilitätssystem strukturell weiterentwickeln

Sebastian Lechner, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Landesverbandes Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT), erwartet bis 2025 im Güterverkehr einen Zuwachs von 30 bis 50 Prozent. Um das zu bewältigen, halte er es für unerlässlich, das Mobilitätssystem strukturell weiterzuentwickeln. Dazu gehört der Ausbau der Verkehrswege ebenso wie die digital gestützte Automatisierung des Verkehrs, der auch der Rechtsrahmen folgen muss, und die Auseinandersetzung mit den Kraftstoffen der Zukunft, wobei er für den Schwerlastverkehr auf absehbare Zeit keine sinnvolle Alternative zum Diesel sieht und Umweltzonen mit hohem wirtschaftlichem Schaden verbindet. Diese Innovationen gebe es nur durch Innovationen.

Praxisbeispiel Messe Nürnberg: neue Mobilitätsansprüche fordern Unternehmen heraus

Peter Ottmann, Geschäftsführer der Messe Nürnberg, machte am Beispiel der Messe deutlich, wie sehr auch Unternehmen gefordert sind, die neuen technischen Möglichkeiten anzunehmen. So biete die Digitalisierung erhebliche Möglichkeiten, den durch 1000 Lkw im Auf- und Abbau einer Messe und 40.000 Besucher verursachten Verkehr im Sinne aller Beteiligten effizienter zu gestalten. Dazu müssten neben Investitionen der Messe selbst und Vereinbarungen mit ihren Partnern allerdings Systeme und Normen entwickelt werden, die sicherstellen, dass Apps die Angebote unterschiedlichster Standorte nutzen können. Insgesamt zeigte sich Ottmann auch aufgrund der Qualitäten des bestehenden Systems zuversichtlich, dass Deutschland die Herausforderungen, die mit der künftigen Mobilität verbunden sind, stemmt.

Rückblick

Rückblick - Mobilität der Zukunft
am 23.03.2017 in Nürnberg


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