Letzte Aktualisierung: 21. Februar 2020

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Mobilfunkausbau von LTE zu 5G – Bedarf, Bedenken, Argumente

Flächendeckende Mobilfunkversorgung wird immer wichtiger für die bayerische und auch gesamtdeutsche Wirtschaft, denn mobile Arbeit und Technik ist mittlerweile überall anzutreffen.

Der Bedarf der Unternehmen

Eine aktuelle vbw Studie zeigt: Derzeit sind 85 Prozent der bayerischen Unternehmen auf mobile Technik und schnelle mobile Datenverbindungen angewiesen. 2017 waren es noch 71, 2016 nur 58 Prozent. Fast zwei Drittel der Unternehmen sehen ihre Mitarbeiter*innen durch unzureichende Netzabdeckung oder Geschwindigkeit mobiler Datenverbindungen beeinträchtigt.

Die Mobilfunknetze müssen also dringend ausgebaut werden. Derzeit würde den meisten Unternehmen das LTE-Netz reichen – wenn es flächendeckend verfügbar wäre. Aber schon ein knappes Fünftel der Unternehmen hält die mit Hilfe des kommenden 5G-Standards möglichen höheren Datenraten und schnelleren Reaktionszeiten für notwendig. Angesichts des Tempos, in dem die Mobilfunk-Nachfrage steigt, wird 5G immer wichtiger.

Der besondere Wert von 5G

Informationen werden zwischen Sendeanlage und Mobilfunkgerät über elektromagnetische Wellen übertragen. Der neue Mobilfunkstandard 5G „verpackt“ die Daten viel besser als bisherige Standards wie UMTS oder LTE. 5G kann auch höhere Frequenzen als bisherige Standards nutzen, die sehr viel mehr Daten aufnehmen können. Die Vorteile sind eklatant:

  • Mit Datenraten von bis zu 10.000 Mbit/s ist 5G bis zu 100mal schneller als LTE. Verbindungen brechen nicht mehr zusammen, selbst wenn viele Geräte gleichzeitig mit hohen Datenansprüchen auf einen Sendemast zugreifen
  • 5G-Verbindungen reagieren sehr viel schneller als bisherige Funkverbindungen. Das vermeidet Funkabbrüche beim Mastenwechsel – etwa auf der Autobahn oder beim Bahnfahren. Zudem erlaubt es die drahtlose Vernetzung von Prozessen, die quasi in Echtzeit reagieren müssen. Beispiele dafür sind Produktionsanlagen, Smart Cities und digital gesteuerte medizinische Fern-Operationen – Dienste, die unsere Wettbewerbsfähigkeit absichern und uns allen täglich helfen
  • 5G ist deutlich energieeffizienter als bisherige Technologien

Sicherheit durch Grenzwerte und Mastenbau

In Verbindung mit dem Mobilfunk sind gesundheitlichen Risiken nicht zu befürchten. Gesetzliche Grenzwerte beugen dem hinreichend vor. Sie basieren auf zahlreichen wissenschaftlichen Studien. Auswertungen etwa durch die Strahlenschutzkommission , die internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung und die Weltgesundheitsorganisation haben bisher unterhalb der Grenzwerte keine schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit nachgewiesen.

In Deutschland sind die Grenzwerte in der Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes verankert. Nur Funksysteme, die sie einhalten, gehen in Betrieb. Die Bundesnetzagentur überwacht, dass die Grenzwerte beachtet und um Masten Sicherheitsabstände eingehalten werden, damit niemand den direkt am Sender naturgemäß stärkeren Feldern ausgesetzt ist. Hierfür reichen in der Regel wenige Meter aus. Weitere Informationen zum Thema stellen das Bundesumweltministerium , das Kompetenzzentrum elektromagnetische Felder und das Bayerische Umweltministerium zur Verfügung.

Messungen zeigen zudem, dass die elektromagnetischen Felder der Sendemasten niedrig sind. Maßgeblich für die Feldstärke, der ein Mensch ausgesetzt ist, ist die Sendeleistung des eigenen Geräts. Je besser die Verbindung zu Masten ist, desto weniger strahlt das Handy. Das spricht für ein dichtes, optimal platziertes Netz an Sendemasten.

Netzabdeckung erfordert Ausbau

Alle aufgeführten Regelungen gelten auch für 5G. Bei 5G werden zumeist dieselben Frequenzen genutzt wie heute. Je höher die Frequenz ist, desto mehr Informationen kann das Feld transportieren, desto niedriger ist aber auch die Reichweite. Deshalb nutzen Sende­stationen für 5G-Netze in Verdichtungsräumen auch Frequenzen oberhalb von 20 GHz, und sie müssen eng platziert werden. In Räumen mit weniger Nachfrage reicht es für einen bedarfsgerechten Ausbau aus, wenn bestehende LTE-Masten auf 5G aufgerüstet und gut platzierte Sendestationen in überschaubarem Maß zugebaut werden. Gutachten und Messungen für die kommunale Suche nach den besten Standorten unterstützt der Freistaat Bayern über ein Förderprogramm für Mobilfunkmessungen und Prognoseberechnungen . Förderfähig sind auch Nachher-Messungen. An allen bisher so übergeprüften Messpunkten werden die in Deutschland gültigen Grenzwerte deutlich unterschritten.

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Dr. Benedikt Rüchardt

Steuern, Finanzen, Landesentwicklung, Wirtschaft und Kommunalwirtschaft

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