Letzte Aktualisierung: 28. Mai 2019

Position

EU-Vorgaben zur CO2-Regulierung für schwere Nutzfahrzeuge nicht ausgewogen

Am 19. Februar 2019 haben sich Vertreter der EU-Kommission, des EU-Parlamentes und des europäischen Rates in den Trilog-Verhandlungen auf einen gemeinsamen Vorschlag für die CO2-Regulierung für schwere Nutzfahrzeuge geeinigt.

30 Prozent CO2-Reduktion bis 2030 für schwere Nutzfahrzeuge vorgesehen

Die Lkw-Hersteller sollen gemäß der Einigung den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagenflotte in der EU bis 2030 um 30 Prozent senken. Bis 2025 müssen 15 Prozent eingespart werden. Das Vergleichsjahr für alle Reduktionsziele ist das Jahr 2019.

Vorgaben unverhältnismäßige Belastung der Nutzfahrzeughersteller

Die Vorgaben sind zu ambitioniert. Sie tragen der technischen und wirtschaftlichen Realität des Nutzfahrzeugsegments zu wenig Rechnung. Die Balance zwischen dem Ziel eines emissionsarmen Transportsektors und ausgewogener Industriepolitik sowie Beschäftigungssicherung ist nicht gegeben. Das gilt beispielsweise für die Höhe der Strafzahlungen, die nicht verhältnismäßig sind.

Ziel einer emissionsfreien Mobilität muss im Einklang mit ökonomischer Machbarkeit stehen

Wichtige Kriterien wurden zu wenig beachtet. Die Anreize zur Einführung von Niedrig- und Nullemissionsfahrzeugen sind zu schwach ausgeprägt. Alternative Antriebe sind gerade für den schweren Langstreckenverkehr noch nicht in der Breite marktfähig. Vor allem aber fehlt es an einer europaweiten Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw genauso wie an einer ausreichenden Betankungsinfrastruktur für alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff. Ohne eine solche Infrastruktur werden sich die festgelegten Vorgaben aber nicht erreichen lassen. Die Trilog-Partner haben auch die Nutzung der CO2-Reduktionspotenziale von alternativen und regenerativen Kraftstoffen, den sogenannten E-Fuels, vernachlässigt.

Gesamtkonzept und Technologieoffenheit notwendig

Es ist beim Thema der Umweltbelastung durch CO2 ein Gesamtkonzept erforderlich, das die Bereiche Infrastruktur, Stromqualität, Kraftstoffart und Antriebsart umfasst. Notwendig sind innovationsfreundliche Rahmenbedingungen. Kerngedanke muss die Technologieoffenheit in jede Richtung sein.


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Ansprechpartner
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Dr. Peter Pfleger

Umwelt, Verkehr, Rohstoffe, Verbraucherschutz

+49 (0)89-551 78-249
Peter Pfleger
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