Letzte Aktualisierung: 28. Februar 2018

Studie

Breitbandbedarf der bayerischen Unternehmen 2017 – leitungsgebunden und mobil

Breitbandbedarf der bayerischen Unternehmen 2017 – leitungsgebunden und mobil

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Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet rasch voran. Immer stärker wenden auch Kleinst- und Kleinunternehmen digitale Technologien an. Das führt zu laufend steigenden Bandbreitenbedürfnissen.

Die vorliegende vbw Studie Breitbandbedarf der bayerischen Unternehmen 2017 –leitungsgebunden und mobil untersucht die damit verbundenen Ansprüche der Unternehmen an die digitalen Netze auf Basis einer repräsentativen Unternehmensbefragung vom Juni 2017. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Breitbandbedarf leitungsgebunden

Die Versorgung der Unternehmen hat sich verbessert: Die vertraglich vereinbarten Bandbreiten der Unternehmen sind im Vergleich zur Vorjahresumfrage der vbw insgesamt gestiegen. Beispielsweise werden höhere Datenübertragungsraten von über 50 Mbit/s heute doppelt so häufig genutzt wie noch vor einem Jahr.

Der Bandbreitenbedarf der bayerischen Unternehmen wird bis zum Jahr 2020 deutlich ansteigen. 57 Prozent der Firmen gehen von einem steigenden Bandbreitenbedarf bis 2020 aus, im Vorjahr waren es nur 31 Prozent. Fast die Hälfte der Firmen erwartet für 2020 einen Bandbreitenbedarf von über 50 Mbit/s, 14 Prozent rechnen damit, dass sie Übertragungsgeschwindigkeiten von über 100 Mbit/s benötigen werden. Als häufigste Gründe für die höheren Anforderungen werden eine immer stärkere Vernetzung von Arbeitsabläufen sowie Geschäftsfeldern und das Aufkommen immer komplexerer Anwendungen genannt.

Ungefähr jedes zehnte bayerische Unternehmen gibt an, schon über einen Glasfaser-anschluss bis ins Unternehmen zu verfügen. Mehr als ein Drittel sieht bereits heute einen entsprechenden Bedarf, hat den Anschluss aber noch nicht. Hinzu kommt ein weiteres gutes Zehntel der Firmen in Bayern, die zwar noch keinen Bedarf haben, ihn aber bis zum Jahr 2020 erwarten.

Wie schon 2016 zeigt sich die Hälfte der bayerischen Unternehmen mit der heute verfügbaren Bandbreite unzufrieden, gut ein Drittel nimmt sogar negative Folgen für das eigene Unternehmen wahr. Der wichtigste Grund für die Unzufriedenheit ist, dass die vertraglich vereinbarten Datenübertragungsraten in der Realität nicht erreicht werden. Dies ist bei mehr als 40 Prozent der Unternehmen der Fall.

Digitaler Innovations- und Vernetzungsgrad

Die schon 2016 große Aufgeschlossenheit gegenüber der Nutzung digitaler Technologien und Softwarelösungen fällt in diesem Jahr noch etwas deutlicher aus. 48 Prozent der Unternehmen setzen Cloud Computing ein, 40 Prozent bieten den Mitarbeitern Home-Office-Möglichkeiten an, 36 Prozent nutzen Videokonferenzen. Beim Einsatz von Cloud Computing geben weitere 29 Prozent an, dass der Einsatz vorstellbar oder sogar geplant ist. Beim Home Office sind es 31, bei Video-Konferenzen 26 Prozent.

Auch weit anspruchsvollere Anwendungen sind auf dem Vormarsch. Die wichtigsten Beispiele: 28 Prozent nutzen Portale zur Interaktion mit Geschäftspartnern, 37 Prozent planen das oder können es sich vorstellen. Zehn Prozent verzahnen bereits Auftragseingang, Produktionsplanung und -steuerung, 31 Prozent planen es oder können es sich vorstellen.

Entwicklungsbedarf Mobilfunknetz

71 Prozent der Unternehmen sind auf mobile Technik und schnelle mobile Datenverbindungen angewiesen, deutlich mehr als noch 2016 (58 Prozent). Rund die Hälfte der bayerischen Unternehmen zeigt sich mit der Geschwindigkeit der mobilen Datenverbindungen sowie der Netzabdeckung und -verfügbarkeit unzufrieden.

Fast jedes zweite bayerische Unternehmen sieht die eigenen Mitarbeiter durch eine unzureichende Netzabdeckung oder eine zu geringe Geschwindigkeit mobiler Datenverbindungen negativ beeinflusst. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Anteil leicht gestiegen. Besonders häufig gemeldet werden Beeinträchtigungen für Regionalverkehrs- oder ICE-Strecken der Bahn – wo es gegenüber 2016 allerdings leichte Verbesserungen gibt – und für Grenzregionen.

Mit Abstand am häufigsten nutzen die Mitarbeiter der bayerischen Unternehmen ihre mobilen Geräte für E-Mails (96 Prozent), zur Informationsrecherche (92 Prozent) und für Telefongespräche (90 Prozent). Jeweils bei ungefähr einem Drittel der Unternehmen, bei denen diese Anwendungen durch Mitarbeiter genutzt werden, werden auch Probleme wahrgenommen.

Zwei Drittel der Unternehmen erwarten, dass die schon heute hohe Relevanz mobiler Technik und schneller Datenverbindungen bis zum Jahr 2020 weiter steigt. Ein Großteil der Unternehmen hält die heute maximal möglichen Geschwindigkeiten von 300 Mbit/s für ausreichend – wenn sie denn flächendeckend verfügbar wären. Immerhin 13 Prozent erwarten hingegen für die Zukunft höhere Geschwindigkeiten und schnellere Reaktionszeiten als die, die das heutige LTE (4G)-Netz theoretisch leisten kann


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Dr. Benedikt Rüchardt

Steuern, Finanzen, Landesentwicklung, Wirtschaft und Kommunen

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