Letzte Aktualisierung: 14. Juni 2018

Information

Integrationsmonitoring Zuwanderung und Asyl

Unser Integrationsmonitoring gibt eine Übersicht über die Entwicklung der Zuwanderung nach Deutschland und die Arbeitsmarktintegration von Personen aus den Haupt-Asylzugangsländern.

Entwicklung der Zuwanderungszahlen

Nach Angaben des Ausländerzentralregisters ist die ausländische Bevölkerung in Deutschland im März 2018 gegenüber dem Vormonat um 39.000 Personen gewachsen.

Im Jahr 2016 wurden an insgesamt 99.123 Personen aus dem Nicht-EU-Ausland Aufenthaltstitel zum primären Zweck der Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder zur Arbeitsplatzsuche erteilt. Diese lassen sich wie folgt aufschlüsseln:

  • 9.229 Personen erhielten zum Zweck der Erwerbstätigkeit eine Niederlassungserlaubnis (+22,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum).
  • An 17.362 Personen mit Hochschulabschluss wurde eine Blaue Karte EU mit einer Geltungsdauer von höchstens vier Jahren vergeben (+20,0 Prozent).
  • 46.635 Personen wurde eine zeitlich befristete Aufenthaltserlaubnis für die Ausübung einer qualifizierten oder selbständigen Berufstätigkeit erteilt (+12,9 Prozent).
  • 6.003 gut qualifizierte Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder einem Studium haben eine Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsuche in Deutschland erhalten (+10,3 Prozent).

(Quelle: Zuwanderungsmonitor des IAB, Wanderungsmonitoring des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge)

Entwicklung der Asylbewerberzahlen und Haupt-Asylzugangsländer

Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hat sich die Zahl der Erstanträge auf Asyl in Deutschland und Bayern folgendermaßen entwickelt:

Deutschland Bayern
2015 441.899 67.639
2016 722.370 82.003
2017 198.317 24.243
Januar - April 2018 56.127 7.711
Veränderung zwischen 2017 und 2018 (Jan. – April) -19,4 % -0,5 %

Von Januar bis April 2018 kamen die Asylbewerber, die einen Erstantrag stellten (insgesamt 56.127), zum Großteil aus den folgenden Ländern:

Hauptherkunftsländer Januar bis April 2018 Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent
Syrien 14.296 -7,4
Irak 5.829 -10,7
Nigeria 3.772 +57,0
Afghanistan 3.377 -51,5
Iran 2.937 -12,9
Eritrea 2.528 -42,5
Türkei 2.522 +26,4
Georgien 2.087 +145,5
Somalia 2.022 -16,4
Ungeklärt 1.446 -5,4

Da die Antragstellung erst zeitlich verzögert erfolgt, lassen die oben genannten Daten des BAMF keine verlässlichen Schlussfolgerungen darüber zu, wie viele Flüchtlinge sich tatsächlich hierzulande aufhalten beziehungsweise neu hinzukommen.

Registrierte Zugänge in der Asylgesuch-Statistik

Beginnend mit den Daten ab Januar 2017 steht dem BAMF eine auf Personendaten basierende, der Antragserfassung zeitlich vorgelagerte Asylgesuch-Statistik zur Verfügung. Diese wird künftig anstelle der bisherigen EASY-Statistik zur Darstellung des Zugangs von Asylsuchenden herangezogen. Vorteil dieser Umstellung ist, dass hiermit valide Angaben zum monatlichen Zugang von Asylsuchenden vorliegen.

Im April 2018 wurde ein Zugang von 10.999 (März 2018: 10.717) Asylsuchenden nach Deutschland registriert.

Hauptherkunftsländer Januar bis April 2018
Syrien 14.045
Irak 5.613
Nigeria 3.752
Afghanistan 3.265
Iran 2.893
Türkei 2.527
Eritrea 2.431
Somalia 1.901
Georgien 1.884
Ungeklärt 1.400

Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus nicht-europäischen Asylherkunftsländern in Deutschland

Nichteuropäische Asylherkunftsländer 2018 Veränderung gegenüber Vorjahr
  absolut absolut in Prozent
insgesamt 215.673 +81.215 +60,4
Syrien 66.028 +35.303 +114,9
Afghanistan 41.136 +15.813 +62,4
Irak 29.987 +9.099 +43,6
Iran 24.150 +5.093 +26,7
Pakistan 20.227 +3.119 +18,2
Nigeria 14.051 +2.230 +18,9
Eritrea 13.878 +7.841 +129,9
Somalia 6.216 +2.717 +77,6

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

In Bayern waren im September 2017 insgesamt 37.488 Personen aus den nichteuropäischen Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Zuwachs von 11.578 Personen bzw. 44,7 Prozent.

Hinweis: In der Beschäftigungsstatistik werden Auswertungen zu Flüchtlingen auch weiterhin nicht möglich sein, da in den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung, die die Grundlage der Beschäftigungsstatistik bilden, keine Informationen zum Aufenthaltsstatus enthalten sind. Daher enthalten die o. g. Zahlen auch Personen, die möglicherweise schon seit längerer Zeit in Deutschland leben.

Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach nichteuropäischen Asylherkunftsländern

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach den Haupt-Asylzugangsländern (Datenstand: April 2018). Als arbeitslos gelten dabei Personen, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen, dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben. Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos.

Nichteuropäische Asylherkunftsländer Arbeitslose insgesamt Veränderung zum davon im Vorjahr Bereich SGB II Arbeitslose im Kontext von Fluchtmigration
  absolut in Prozent absolut
insgesamt 193.332 +1,4 146.221
Syrien 110.217 +5,2 92.944
Irak 28.516 -3,5 17.190
Afghanistan 19.386 -11,2 14.517
Iran 13.004 +7,6 7.735
Eritrea 9.141 +6,8 7.680
Pakistan 5.890 -15,8 1.980
Nigeria 3.572 -4,5 1.367
Somalia 3.606 +13,8 2.808

In Bayern waren im April 2018 14.597 arbeitslose Personen im Kontext von Fluchtmigration zu verzeichnen. Dies entspricht einem Rückgang von 2,9 Prozent im Vorjahresvergleich.

Im Januar 2018 lag der Bestand an erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Kontext von Fluchtmigration im Freistaat bei insgesamt 58.808 (+17,1 Prozent im Vorjahresvergleich). Im gleichen Monat belief sich die Unterbeschäftigung für Personen im Kontext von Fluchtmigration in Bayern auf 37.169 (-8,5 Prozent im Vorjahresvergleich).


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Dr. Markus Meyer

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung, Fachkräftesicherung

+49 (0)89-551 78-214
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