Letzte Aktualisierung: 13. März 2017

Information

Integrationsmonitoring Zuwanderung und Asyl

Die Zuwanderung nach Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Unser Integrationsmonitoring, das monatlich aktualisiert wird, gibt einen Überblick über die Entwicklung der Zuwanderungs- und Asylbewerberzahlen sowie über die Arbeitsmarktintegration von Personen aus den Haupt-Asylzugangsländern.

Entwicklung der Zuwanderungszahlen

Nach Angaben des Ausländerzentralregisters ist die ausländische Bevölkerung in Deutschland im Januar 2017 gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 854.000 Personen (+9,3 Prozent) und gegenüber dem Vormonat um fast 38.500 Personen gewachsen.

Im Jahr 2015 erhielten insgesamt 82.219 Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland Aufenthaltstitel zum primären Zweck der Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder zur Arbeitsplatzsuche. Diese lassen sich wie folgt aufschlüsseln:

  • 7.515 Personen erhielten zum Zweck der Erwerbstätigkeit eine Niederlassungserlaubnis (+20,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum)
  • An 14.468 Personen mit Hochschulabschluss wurde eine Blaue Karte EU mit einer Geltungsdauer von höchstens vier Jahren vergeben (+22,1 Prozent)
  • 54.798 Personen wurden eine zeitlich befristete Aufenthaltserlaubnis für die Ausübung einer qualifizierten oder selbständigen Berufstätigkeit erteilt (+4,4 Prozent)
  • 5.442 gut qualifizierte Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder einem Studium haben eine Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsuche in Deutschland erhalten (+3,8 Prozent)

(Quelle: Zuwanderungsmonitor des IAB, Wanderungsmonitoring des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge)

Entwicklung der Asylbewerberzahlen und Haupt-Asylzugangsländer

Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hat sich die Zahl der Erstanträge auf Asyl in Deutschland und Bayern folgendermaßen entwickelt:

Deutschland Bayern
2014 173.072 25.667
2015 441.899 67.639
2016 722.370 82.003
Januar - Februar 2017 33.475 4.024
Vergleichszeitraum Vorjahr 117.392 16.440

Die Personen, die im bisherigen Verlauf des Jahres 2017 in Deutschland einen Erstantrag auf Asyl stellten (insgesamt 33.475 Personen), kamen überwiegend aus den folgenden Ländern:

Haupt-Asylzugangsländer Februar 2017 Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent
Syrien 6.887 -88,6
Afghanistan 3.200 -74,2
Irak 2.982 -82,1
Eritrea 2.194 +41,0
Iran 1.637 -39,8
Somalia 1.237 +295,2
Nigeria 1.227 +205,2
Türkei 1.079 +278,6
Armenien 922 +242,8
Russische Föderation 835 +27,5

Da die Antragstellung erst zeitlich verzögert erfolgt, lassen die oben genannten Daten des BAMF keine verlässlichen Schlussfolgerungen darüber zu, wie viele Flüchtlinge sich tatsächlich hierzulande aufhalten beziehungsweise neu hinzukommen.

Registrierte Zugänge in der Asylgesuch-Statistik

Beginnend mit den Daten ab Januar 2017 steht dem BAMF eine auf Personendaten basierende, der Antragserfassung zeitlich vorgelagerte, Asylgesuch-Statistik zur Verfügung. Diese wird künftig, anstelle der bisherigen EASY-Statistik, zur Darstellung des Zugangs von Asylsuchenden herangezogen. Vorteil dieser Umstellung ist, dass hiermit valide Angaben zum monatlichen Zugang von Asylsuchenden vorliegen. Im Februar 2017 wurde ein Zugang von 14.289 Asylsuchenden nach Deutschland registriert.

Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus nicht-europäischen Asylherkunftsländern in Deutschland

Nichteuropäische Asylzugangsländer Dezember 2016 Veränderung gegenüber Vorjahr
  absolut absolut in Prozent
insgesamt 130.665 +41.753 +47,0
Syrien 28.835 +14.915 +107,2
Afghanistan 24.055 +7.637 +46,5
Irak 20.479 +3.719 +22,2
Iran 18.843 +3.067 +19,4
Pakistan 17.112 +5.390 +46,0
Nigeria 11.943 +3.101 +35,1
Eritrea 5.808 +2.538 +77,6
Somalia 3.589 +1.385 +62,8

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Hinweis: In der Beschäftigungsstatistik werden Auswertungen zu Flüchtlingen auch weiterhin nicht möglich sein, da in den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung, die die Grundlage der Beschäftigungsstatistik bilden, keine Informationen zum Aufenthaltsstatus enthalten sind. Daher enthalten die o. g. Zahlen auch Personen, die möglicherweise schon seit längerer Zeit in Deutschland leben.

Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach nichteuropäischen Asylherkunftsländern

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach den Haupt-Asylzugangsländern (Datenstand: Februar 2016). Als arbeitslos gelten dabei Personen, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen, dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben. Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos.

Nichteuropäische Asylherkunftsländer Arbeitslose insgesamt Veränderung zum davon im Vorjahr Bereich SGB II Arbeitslose im Kontext von Fluchtmigration
  absolut in Prozent absolut
insgesamt 188.662 +71,2 164.241
Syrien 105.203 +85,1 92.309
Irak 28.553 +54,5 17.438
Afghanistan 21.261 +106,8 16.474
Iran 11.618 +24,5 6.256
Eritrea 8.059 +69,7 7.043
Pakistan 7.129 +20,3 2.910
Nigeria 3.866 +23,9 1.660
Somalia 2.973 +96,4 2.331


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