Letzte Aktualisierung: 20. März 2018

Information

Integrationsmonitoring Zuwanderung und Asyl

Die Zuwanderung nach Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Unser Integrationsmonitoring, das monatlich aktualisiert wird, gibt einen Überblick über die Entwicklung der Zuwanderungs- und Asylbewerberzahlen sowie über die Arbeitsmarktintegration von Personen aus den Haupt-Asylzugangsländern.

Entwicklung der Zuwanderungszahlen

Nach Angaben des Ausländerzentralregisters ist die ausländische Bevölkerung in Deutschland im Januar 2018 gegenüber dem Vormonat um gut 34.000 Personen gewachsen.

Im Jahr 2016 wurden an insgesamt 99.123 Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland Aufenthaltstitel zum primären Zweck der Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder zur Arbeitsplatzsuche erteilt. Diese lassen sich wie folgt aufschlüsseln:

  • 9.229 Personen erhielten zum Zweck der Erwerbstätigkeit eine Niederlassungserlaubnis (+22,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum).
  • An 17.362 Personen mit Hochschulabschluss wurde eine Blaue Karte EU mit einer Geltungsdauer von höchstens vier Jahren vergeben (+20,0 Prozent).
  • 46.635 Personen wurde eine zeitlich befristete Aufenthaltserlaubnis für die Ausübung einer qualifizierten oder selbständigen Berufstätigkeit erteilt (+12,9 Prozent).
  • 6.003 gut qualifizierte Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder einem Studium haben eine Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsuche in Deutschland erhalten (+10,3 Prozent).

(Quelle: Zuwanderungsmonitor des IAB, Wanderungsmonitoring des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge)

Entwicklung der Asylbewerberzahlen und Haupt-Asylzugangsländer

Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hat sich die Zahl der Erstanträge auf Asyl in Deutschland und Bayern folgendermaßen entwickelt:

Deutschland Bayern
2015 441.899 67.639
2016 722.370 82.003
2017 198.317 24.243
Januar - Februar 2018 26.633 3.843
Vergleichszeitraum Jan.-Febr. 2017 20,4 % -4,7 %

Im Jahr 2018 kamen die Asylbewerber, die einen Erstantrag stellten (insgesamt 26.333), zum Großteil aus den folgenden Ländern:

Hauptherkunftsländer Januar-Februar 2018 Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent
Syrien 6.002 -12,9
Irak 2.943 -1,3
Afghanistan 1.666 -47,9
Nigeria 1.661 +35,4
Iran 1.423 -13,1
Türkei 1.360 +26,0
Georgien 1.276 +228,9
Somalia 949 -23,3
Eritrea 807 -63,2
Russische Föderation 662 -20,7

Da die Antragstellung erst zeitlich verzögert erfolgt, lassen die oben genannten Daten des BAMF keine verlässlichen Schlussfolgerungen darüber zu, wie viele Flüchtlinge sich tatsächlich hierzulande aufhalten beziehungsweise neu hinzukommen.

Registrierte Zugänge in der Asylgesuch-Statistik

Beginnend mit den Daten ab Januar 2017 steht dem BAMF eine auf Personendaten basierende, der Antragserfassung zeitlich vorgelagerte Asylgesuch-Statistik zur Verfügung. Diese wird künftig anstelle der bisherigen EASY-Statistik zur Darstellung des Zugangs von Asylsuchenden herangezogen. Vorteil dieser Umstellung ist, dass hiermit valide Angaben zum monatlichen Zugang von Asylsuchenden vorliegen.

In 2018 wurde ein Zugang von 25.998 (Februar 2018: 11.007) Asylsuchenden nach Deutschland registriert.

Hauptherkunftsländer 2018
Syrien 4.546
Irak 2.279
Nigeria 1.726
Afghanistan 1.368
Türkei 1.350
Iran 1.259
Georgien 1.238
Somalia 801
Eritrea 639
Russ. Förderation 579

Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus nicht-europäischen Asylherkunftsländern in Deutschland

Nichteuropäische Asylherkunftsländer Dezember 2017 Veränderung gegenüber Vorjahr
  absolut absolut in Prozent
insgesamt 209.436 +78.638 +60,1
Syrien 62.340 +33.620 +117,1
Afghanistan 40.171 +15.879 +65,4
Irak 29.207 +8.613 +41,8
Iran 23.350 +4.740 +25,2
Pakistan 20.340 +3.289 +19,3
Nigeria 14.191 +2.177 +18,1
Eritrea 13.515 +7.751 +134,5
Somalia 6.122 +2.569 +72,3

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

In Bayern waren im Juli 2017 insgesamt 31.940 Personen aus den nichteuropäischen Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Zuwachs von 9.954 Personen bzw. 45,3 Prozent.

Hinweis: In der Beschäftigungsstatistik werden Auswertungen zu Flüchtlingen auch weiterhin nicht möglich sein, da in den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung, die die Grundlage der Beschäftigungsstatistik bilden, keine Informationen zum Aufenthaltsstatus enthalten sind. Daher enthalten die o. g. Zahlen auch Personen, die möglicherweise schon seit längerer Zeit in Deutschland leben.

Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach nichteuropäischen Asylherkunftsländern

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach den Haupt-Asylzugangsländern (Datenstand: Februar 2018). Als arbeitslos gelten dabei Personen, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen, dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben. Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos.

Nichteuropäische Asylherkunftsländer Arbeitslose insgesamt Veränderung zum davon im Vorjahr Bereich SGB II Arbeitslose im Kontext von Fluchtmigration
  absolut in Prozent absolut
insgesamt 194.632 +3,2 148.032
Syrien 109.715 +4,3 93.304
Irak 29.048 +1,7 17.482
Afghanistan 19.771 -7,0 14.934
Iran 13.139 +13,1 7.810
Eritrea 9.608 +19,2 8.181
Pakistan 5.966 -16,3 2.041
Nigeria 3.795 -1,8 1.478
Somalia 3.590 +20,8 2.802

In Bayern waren im Februar 2018 14.582 arbeitslose Personen im Kontext von Fluchtmigration zu verzeichnen. Dies entspricht einem Rückgang von 3,6 Prozent im Vorjahresvergleich.

Im November 2017 lag der Bestand an erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Kontext von Fluchtmigration im Freistaat bei insgesamt 60.514 (+33,2 Prozent im Vorjahresvergleich). Im gleichen Monat belief sich die Unterbeschäftigung für Personen im Kontext von Fluchtmigration in Bayern auf 37.837 (-4,3 Prozent im Vorjahresvergleich).


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Ansprechpartner
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Friedrich Stanner

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung, Fachkräftesicherung

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