Letzte Aktualisierung: 10. Juli 2017

Information

Integrationsmonitoring Zuwanderung und Asyl

Die Zuwanderung nach Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Unser Integrationsmonitoring, das monatlich aktualisiert wird, gibt einen Überblick über die Entwicklung der Zuwanderungs- und Asylbewerberzahlen sowie über die Arbeitsmarktintegration von Personen aus den Haupt-Asylzugangsländern.

Entwicklung der Zuwanderungszahlen

Nach Angaben des Ausländerzentralregisters ist die ausländische Bevölkerung in Deutschland im Mai 2017 gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 586.000 Personen (+6,1 Prozent) und gegenüber dem Vormonat um fast 32.000 Personen gewachsen.

Im Jahr 2015 wurden an insgesamt 82.219 Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland Aufenthaltstitel zum primären Zweck der Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder zur Arbeitsplatzsuche erteilt. Diese lassen sich wie folgt aufschlüsseln:

  • 7.515 Personen erhielten zum Zweck der Erwerbstätigkeit eine Niederlassungserlaubnis (+20,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum).
  • An 14.468 Personen mit Hochschulabschluss wurde eine Blaue Karte EU mit einer Geltungsdauer von höchstens vier Jahren vergeben (+22,1 Prozent).
  • 54.798 Personen wurde eine zeitlich befristete Aufenthaltserlaubnis für die Ausübung einer qualifizierten oder selbständigen Berufstätigkeit erteilt (+4,4 Prozent).
  • 5.442 gut qualifizierte Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder einem Studium haben eine Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsuche in Deutschland erhalten (+3,8 Prozent).

(Quelle: Zuwanderungsmonitor des IAB, Wanderungsmonitoring des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge)

Entwicklung der Asylbewerberzahlen und Haupt-Asylzugangsländer

Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hat sich die Zahl der Erstanträge auf Asyl in Deutschland und Bayern folgendermaßen entwickelt:

Deutschland Bayern
2014 173.072 25.667
2015 441.899 67.639
2016 722.370 82.003
Jan. – Juni 2017 101.029 11.646
Vergleichszeitraum Vorjahr 387.675 55.811

Die Personen, die im bisherigen Verlauf des Jahres 2017 in Deutschland einen Erstantrag auf Asyl stellten (insgesamt 101.029 Personen), kamen überwiegend aus den folgenden Ländern:

Haupt-Asylzugangsländer 2017 Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent
Syrien 23.599 -86,2
Irak 10.044 -82,1
Afghanistan 9.626 -84,1
Eritrea 6.290 -11,7
Iran 4.717 -60,2
Nigeria 3.592 -20,6
Somalia 3.500 +10,8
Türkei 2.989 +93,7
Russische Föderation 2.573 -45,9
Guinea 2.359 +223,2

Da die Antragstellung erst zeitlich verzögert erfolgt, lassen die oben genannten Daten des BAMF keine verlässlichen Schlussfolgerungen darüber zu, wie viele Flüchtlinge sich tatsächlich hierzulande aufhalten beziehungsweise neu hinzukommen.

Registrierte Zugänge in der Asylgesuch-Statistik

Beginnend mit den Daten ab Januar 2017 steht dem BAMF eine auf Personendaten basierende, der Antragserfassung zeitlich vorgelagerte Asylgesuch-Statistik zur Verfügung. Diese wird künftig anstelle der bisherigen EASY-Statistik zur Darstellung des Zugangs von Asylsuchenden herangezogen. Vorteil dieser Umstellung ist, dass hiermit valide Angaben zum monatlichen Zugang von Asylsuchenden vorliegen. Im Juni 2017 wurde ein Zugang von 12.399 Asylsuchenden nach Deutschland registriert. Insgesamt war im Jahr 2017 bislang ein Zugang von 90.389 Personen zu verzeichnen.

Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus nicht-europäischen Asylherkunftsländern in Deutschland

Nichteuropäische Asylzugangsländer April 2017 Veränderung gegenüber Vorjahr
  absolut absolut in Prozent
insgesamt 142.911 +47.391 +49,6
Syrien 34.430 +17.684 +105,6
Afghanistan 26.759 +9.464 +54,7
Irak 21.663 +4.562 +26,7
Iran 19.453 +3.203 +19,7
Pakistan 17.696 +5.111 +40,6
Nigeria 12.371 +2.885 +30,4
Eritrea 6.796 +3.179 +87,9
Somalia 3.744 +1.304 +53,4

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Hinweis: In der Beschäftigungsstatistik werden Auswertungen zu Flüchtlingen auch weiterhin nicht möglich sein, da in den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung, die die Grundlage der Beschäftigungsstatistik bilden, keine Informationen zum Aufenthaltsstatus enthalten sind. Daher enthalten die o. g. Zahlen auch Personen, die möglicherweise schon seit längerer Zeit in Deutschland leben.

Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach nichteuropäischen Asylherkunftsländern

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach den Haupt-Asylzugangsländern (Datenstand: Juni 2017). Als arbeitslos gelten dabei Personen, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen, dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben. Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos.

Nichteuropäische Asylherkunftsländer Arbeitslose insgesamt Veränderung zum davon im Vorjahr Bereich SGB II Arbeitslose im Kontext von Fluchtmigration
  absolut in Prozent absolut
insgesamt 192.155 +28,9 150.421
Syrien 105.553 +19,1 92.121
Irak 29.564 +40,0 18.620
Afghanistan 22-091 +85,1 17.470
Iran 12.402 +24,7 7.233
Eritrea 8.953 +48,8 7.972
Pakistan 6.691 +4,3 2.673
Nigeria 3.612 +11,7 1.638
Somalia 3.289 +81,6 2.694


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Friedrich Stanner

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung, Fachkräftesicherung

+49 (0)89-55178-214
Friedrich Stanner
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben