Letzte Aktualisierung: 13. November 2017

Information

Integrationsmonitoring Zuwanderung und Asyl

Die Zuwanderung nach Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Unser Integrationsmonitoring, das monatlich aktualisiert wird, gibt einen Überblick über die Entwicklung der Zuwanderungs- und Asylbewerberzahlen sowie über die Arbeitsmarktintegration von Personen aus den Haupt-Asylzugangsländern.

Entwicklung der Zuwanderungszahlen

Nach Angaben des Ausländerzentralregisters ist die ausländische Bevölkerung in Deutschland im September 2017 gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 615.000 Personen (+6,2 Prozent) und gegenüber dem Vormonat um fast 241.000 Personen gewachsen.

Im Jahr 2015 wurden an insgesamt 99.123 Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland Aufenthaltstitel zum primären Zweck der Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder zur Arbeitsplatzsuche erteilt. Diese lassen sich wie folgt aufschlüsseln:

  • 9.229 Personen erhielten zum Zweck der Erwerbstätigkeit eine Niederlassungserlaubnis (+22,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum).
  • An 17.362 Personen mit Hochschulabschluss wurde eine Blaue Karte EU mit einer Geltungsdauer von höchstens vier Jahren vergeben (+20,0 Prozent).
  • 46.635 Personen wurde eine zeitlich befristete Aufenthaltserlaubnis für die Ausübung einer qualifizierten oder selbständigen Berufstätigkeit erteilt (+12,9 Prozent).
  • 6.003 gut qualifizierte Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder einem Studium haben eine Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsuche in Deutschland erhalten (+10,3 Prozent).

(Quelle: Zuwanderungsmonitor des IAB, Wanderungsmonitoring des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge)

Entwicklung der Asylbewerberzahlen und Haupt-Asylzugangsländer

Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hat sich die Zahl der Erstanträge auf Asyl in Deutschland und Bayern folgendermaßen entwickelt:

Deutschland Bayern
2014 173.072 25.667
2015 441.899 67.639
2016 722.370 82.003
Jan. – Oktober 2017 167.573 20.258
Vergleichszeitraum 2016 676.320 77.550
Veränderung zwischen 2016 und 2017 -75,2% -73,8%

Die Personen, die im bisherigen Verlauf des Jahres 2017 in Deutschland einen Erstantrag auf Asyl stellten (insgesamt 167.573 Personen), kamen überwiegend aus den folgenden Ländern:

Haupt-Asylzugangsländer 2017 Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent
Syrien 41.055 -84,0
Irak 18.363 -80,0
Afghanistan 14.442 -88,1
Eritrea 8.865 -41,5
Iran 7.402 -70,0
Nigeria 6.313 -43,3
Somalia 5.796 -31,2
Türkei 6.470 +56,0
Russische Föderation 4.258 -58,1
Guinea 3.498 +33,1

Da die Antragstellung erst zeitlich verzögert erfolgt, lassen die oben genannten Daten des BAMF keine verlässlichen Schlussfolgerungen darüber zu, wie viele Flüchtlinge sich tatsächlich hierzulande aufhalten beziehungsweise neu hinzukommen.

Registrierte Zugänge in der Asylgesuch-Statistik

Beginnend mit den Daten ab Januar 2017 steht dem BAMF eine auf Personendaten basierende, der Antragserfassung zeitlich vorgelagerte Asylgesuch-Statistik zur Verfügung. Diese wird künftig anstelle der bisherigen EASY-Statistik zur Darstellung des Zugangs von Asylsuchenden herangezogen. Vorteil dieser Umstellung ist, dass hiermit valide Angaben zum monatlichen Zugang von Asylsuchenden vorliegen. Im Oktober 2017 wurde ein Zugang von 15.170 Asylsuchenden nach Deutschland registriert. Insgesamt war im Jahr 2017 bislang ein Zugang von 156.023 Personen zu verzeichnen.

Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus nicht-europäischen Asylherkunftsländern in Deutschland

Nichteuropäische Asylzugangsländer August 2017 Veränderung gegenüber Vorjahr
  absolut absolut in Prozent
insgesamt 180.168 +68.415 +61,2
Syrien 49.773 +27.417 +122,6
Afghanistan 34.085 +14.236 +71,7
Irak 25.882 +6.993 +37,0
Iran 21.622 +4.259 +24,5
Pakistan 19.465 +4.562 +30,6
Nigeria 13.731 +2.814 +25,8
Eritrea 10.574 +5.999 +131,1
Somalia 5.035 +2.134 +73,6

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Hinweis: In der Beschäftigungsstatistik werden Auswertungen zu Flüchtlingen auch weiterhin nicht möglich sein, da in den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung, die die Grundlage der Beschäftigungsstatistik bilden, keine Informationen zum Aufenthaltsstatus enthalten sind. Daher enthalten die o. g. Zahlen auch Personen, die möglicherweise schon seit längerer Zeit in Deutschland leben.

In Bayern waren im März 2017 insgesamt 28.192 Personen aus den nichteuropäischen Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Zuwachs von 9.177 Personen bzw. 48,3 Prozent.

Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach nichteuropäischen Asylherkunftsländern

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach den Haupt-Asylzugangsländern (Datenstand: Oktober 2017). Als arbeitslos gelten dabei Personen, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen, dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben. Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos.

Nichteuropäische Asylherkunftsländer Arbeitslose insgesamt Veränderung zum davon im Vorjahr Bereich SGB II Arbeitslose im Kontext von Fluchtmigration
  absolut in Prozent absolut
insgesamt 199.747 +16,2 157.822
Syrien 111.999 +11,1 98.125
Irak 29.46 +17,7 18.323
Afghanistan 20.686 +23,8 16.370
Iran 12.916 +16,6 7.962
Eritrea 8.816 +38,7 7.921
Pakistan 6.117 -15,3 2.252
Nigeria 3.437 -0,3 1.448
Somalia 3.320 +31,3 2.739

In Bayern waren im Oktober 2017 14.592 arbeitslose Personen im Kontext von Fluchtmigration zu verzeichnen. Dies entspricht einem Rückgang von 6,5 Prozent im Vorjahresvergleich.


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Friedrich Stanner

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