Letzte Aktualisierung: 26. November 2019

Position

Green Finance – Leitlinien für EU-Initiativen

Green Finance – Leitlinien für EU-Initiativen

in den Warenkorb

hinzufügen…

Die EU will über ein ganzes Bündel an Maßnahmen die Finanzmärkte stärker auf nachhaltige Investitionen ausrichten. Eine Harmonisierung von Standards für ökologische Nachhaltigkeit kann aus Sicht der Wirtschaft ein vielversprechender Ansatz sein, birgt aber auch erhebliche Risiken. Die aktuellen Vorhaben gehen weit über eine verträgliche Harmonisierung hinaus.

Neue Instrumente praxisgerecht und Anwendung freiwillig gestalten

Wie so oft geht es darum, die neuen Instrumente praxisgerecht auszurichten und so auszugestalten, dass die mit ihnen verbundenen Belastungen erträglich und die errungenen Vorteile im Vergleich mit den Lasten groß sind. Dazu gehört es unter anderem, das neue Instrumentarium möglichst einfach und seine Anwendung freiwillig zu halten. Gerade beim Thema Klimapolitik kommt es darüber hinaus darauf an, Instrumente zu schaffen, die globale Anerkennung finden können. Schließlich muss nach den Erfahrungen von 2008 darauf geachtet werden, dass Nachhaltigkeitskriterien nicht zu riskanter Allokation von Mitteln führen dürfen. Finanzielle Risiken müssen korrekt abgebildet werden – darauf geht eine Stellungnahme der Finanzplatz München Initiative noch ausführlicher ein als die der vbw.

Regeln besser mit Betroffenen abstimmen

In unserer vorliegenden Position erläutern wir, wie diese Anliegen in den aktuellen Regulierungsvorhaben der EU zur Förderung nachhaltiger Finanzierungen umgesetzt werden können. Einer der Punkte hat für die vbw besonderes Gewicht: Regeln, die in ihrer Wirkung tief in die Realwirtschaft, in Wertschöpfungsprozesse und -ketten, eingreifen, müssen im Entstehungsprozess und im Vollzug sorgfältig und breit mit den Betroffenen abgestimmt werden. Bezogen auf die europäischen Regulierungsvorhaben zu „Green Finance“ und die dazu vorgesehenen Strukturen besteht hier Nachholbedarf.

Grundsatzentscheidungen politisch verantworten

Generell muss darauf geachtet werden, dass Grundsatzentscheidungen dazu, wie die neuen Regelungen zur Anwendung kommen, dem Gesetzgeber vorbehalten bleiben und nicht, wie in den vorliegenden Regulierungsvorschlägen vorgesehen, der Exekutive überlassen werden.

Vorhaben auf ursprüngliches Kernanliegen zurückführen

Insgesamt sollte die EU das Vorhaben auf das ursprüngliche Kernanliegen zurückführen, nämlich darauf, ein Klassifizierungssystem zur Verfügung zu stellen, mit dem sich mit vertretbarem Aufwand feststellen lässt, ob ein zu finanzierendes Vorhaben auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Dieses System hilft dann Investoren, die entsprechende Anlagemöglichkeiten suchen, und muss sich dann im Markt bewähren.


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Dr. Benedikt Rüchardt

Steuern, Finanzen, Landesentwicklung, Wirtschaft und Kommunalwirtschaft

+49 (0)89-551 78-249
Benedikt Rüchardt
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben