Letzte Aktualisierung: 20. November 2017

Position

Studie: Auswirkungen der Energiepolitik der Bundesregierung

Die von der Prognos AG im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. erstellte neue Studie Auswirkungen der Energiepolitik der Bundesregierung bewertet die wichtigsten Maßnahmen und Instrumente zur Umsetzung der Energiewende und zeigt bestehenden Handlungsbedarf auf.

Die Energiewende hat ein viel zu dichtes Regelungsgeflecht mit teuren und ineffizienten Überregulierungen hervorgebracht. Das gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Dennoch werden die Kernziele der Energiewende zum größten Teil verfehlt. So verringern sich laut Prognos die CO2-Emissionen statt wie geplant um bis zu 95 Prozent bis 2050 nur um rund 60 Prozent, und der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch wird statt 60 Prozent nur 35 Prozent erreichen. Auch die Verbesserung der Energieeffizienz liegt nicht im Plan: Der Anstieg der Endenergieproduktivität bleibt bis zum Ende des Betrachtungszeitraums um 15 Prozent hinter dem Soll zurück. Und das, obwohl die Energiewende bis 2025 Zusatzkosten von mehr als 500 Milliarden Euro verursacht haben wird. Alleine für die EEG-Förderung müssen die Stromverbraucher jedes Jahr 24 Milliarden Euro aufbringen. Fatal dabei ist, dass die Klimaziele dennoch weit verfehlt werden.

Der zentrale Kostentreiber der Energiewende ist nach wie vor der über das EEG geförderte Ausbau der Erneuerbaren Energien. Im Jahr 2018 wird die EEG-Umlage 6,792 Cent/kWh betragen. Damit liegt sie zwar um 0,088 Cent niedriger als im Jahr 2017, ein weiterer Anstieg der Kosten zeichnet sich aber bereits ab.

In den nächsten Jahren gehen viele Windparks auf See in Betrieb, die noch von älteren Vereinbarungen profitieren und allein in den ersten acht Jahren eine Strompreisgarantie von fast 20 Cent/kWh erhalten. Aufgrund 20 Jahre laufender Verträge und des ständigen Zubaus weiterer Anlagen gehen selbst konservative Schätzungen von einem Anstieg der EEG-Umlage auf mindestens 8,5 Cent/kWh Anfang der 2020er Jahre aus.

Die Prognos-Studie nennt eine Reihe von Anforderungen für eine konsistente, zielorientierte effektive und effiziente Energiepolitik. Dazu zählt, die erneuerbare Stromerzeugung wettbewerblich und technologieneutral auszurichten und parallel mit der notwendigen Netzinfrastruktur auszubauen. Außerdem müssen die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen international angeglichen und wettbewerbsverzerrende Alleingänge vermieden werden. Das sind grundlegende Vorgaben für eine Neuorientierung der Energiepolitik. Sie müssen von der neuen Bundesregierung rasch angegangen und in einem energiewirtschaftlichen Gesamtkonzept zusammengeführt werden. Nur so wird es gelingen, die Versorgungssicherheit zu erhalten und die Kostenspirale bei den Strompreisen umzukehren.


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Christian Kass

Energie, Klima

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