Letzte Aktualisierung: 11. April 2019

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Energiegipfel Bayern - AG 4: Stromnetzarchitektur, Versorgungssicherheit, Digitalisierung

Am 10. April 2019 fand im Rahmen des bayerischen Energiedialogs die erste Sitzung der Arbeitsgruppe 4 zum Thema Stromnetzarchitektur, Versorgungssicherheit, Digitalisierung statt. Die Ergebnisse der drei anderen Arbeitsgruppen sollen am Ende auch in Arbeitsgruppe 4 eingespeist werden.

Die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat in der Arbeitsgruppe deutlich gemacht, dass für die bayerische Wirtschaft bei der Energieversorgung an zwei Prinzipien nicht zu rütteln ist: Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit. Um beides zu gewährleisten, müssen die bestehenden Leitungsvorhaben fristgerecht fertiggestellt werden, insbesondere die Übertragungsnetzprojekte (HGÜ-Leitungen) SuedLink und SuedOstLink.

HGÜ-Leitungen dringend erforderlich

Spätestens 2023 nach dem Abschalten der bayerischen Kernkraftwerke entsteht in Bayern eine Lücke bei der gesicherten Leistung von rund 5 GW, die dringend geschlossen werden muss.

Hinzu kommt, dass die Anforderungen der EU-Kommission an das deutsche Übertragungsnetz (Interkonnektoren-Öffnung) zu einer massiven zusätzlichen Belastung und zu einem drastischen Anstieg von Netzengpässen mit teuren Redispatch-Maßnahmen führen wird. In Folge droht auch die Aufteilung der einheitlichen deutschen Strompreiszone, was zu einem deutlichen Anstieg der Strompreise in Bayern führen würde. Dies muss unbedingt vermieden werden.

Schon heute belasten Netzengpässe den Strompreis: Weil leistungsfähige Übertragungsnetze fehlen, die Nord- mit Süddeutschland verbinden, betrugen allein im Jahr 2017 die Kosten für Netzengpassmanagement rund 1,4 Milliarden Euro. Ab 2023 können diese Kosten noch um ein Vielfaches ansteigen. Der massive Ausbau erneuerbarer Energien und der Kohleausstieg verschärfen die Situation zusätzlich.

Strompreise dürfen nicht weiter steigen

All dies belastet den Strompreis. Hier gibt es jedoch keinen Spielraum mehr: Die deutschen Unternehmen zahlen heute schon europaweit einen der höchsten Strompreise. Maßnahmen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit dürfen die Kosten insbesondere für die energieintensive Industrie nicht weiter erhöhen.

Aus diesen Gründen dürfen die geplanten Leitungsvorhaben nicht mehr zur Disposition gestellt werden. Die HGÜ-Leitungen helfen,

  • die Lücke bei der gesicherten Leistung in Bayern zu schließen,
  • die Aufteilung in zwei Strompreiszonen abzuwenden und
  • hohe Kosten durch Netzengpässe deutlich zu reduzieren.

Digitalisierung für eine erfolgreiche Energiewende

Die Energiewende macht zudem ein intelligentes Energiemanagement erforderlich. Die Digitalisierung kann hier jedoch nur erfolgreich sein, wenn innovationsfreundliche Rahmenbedingungen und eine leistungsfähige digitale Infrastruktur geschaffen werden. Speziell auf den folgenden Feldern gibt es dringenden Handlungsbedarf:

  • flächendeckenden Einbau intelligenter Messsysteme zügig voranbringen
  • Bestandsnetz mit Hilfe digitaler Lösungen besser nutzen
  • wirtschaftliche Nutzung von Daten erleichtern und deren Nutzbarkeit ausbauen
  • Forschung und Entwicklung vorantreiben
  • den richtigen Rahmen für Innovationen gewährleisten (Startups fördern, Experimentierräume schaffen)

Digitale Technologien eröffnen zudem neue Wertschöpfungspotenziale (z. B. Smart-Home-Produkte, industrielle Energiemanagementlösungen, E-Mobilität, Smart-City-Konzepte).


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Ansprechpartner
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Dr. Manuel Schölles

Energie, Klima

+49 (0)89-551 78 91-246
Manuel Schölles
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