Letzte Aktualisierung: 12. April 2019

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Energiegipfel Bayern – AG 3: Nachfrage- und Angebotsflexibilitäten

Im Rahmen des bayerischen Energiedialogs fand am 26. März 2019 die erste Sitzung der Arbeitsgruppe 3 zum Thema Nachfrage- und Angebotsflexibilitäten – insbesondere Speicher statt.

Intelligentes Zusammenspiel der Flexibilitätsoptionen durch Digitalisierung

Die vbw hat sich in der dritten Arbeitsgruppe für den Grundsatz stark gemacht, dass die effizienteste und kostengünstigste Lösung ausgewählt werden muss. Eine bedarfsgerechte Stromerzeugung muss sichergestellt werden, d. h. Strom in ausreichender Menge und zu angemessenen Preisen (ohne extreme Spitzen) muss zur Verfügung stehen. Der Einsatz bestimmter Technologien wie bei der Sektorkopplung darf dabei nicht zum Selbstzweck geschehen, sondern muss klaren energiepolitischen Zielen folgen. Insgesamt gilt, dass wir ein intelligentes Zusammenspiel aller geeigneten Flexibilitätsoptionen brauchen.

Deswegen müssen digitale Lösungen, die Datenauswertungen zu Leistung und Einspeisung sowie eine dezentrale Abwicklung in Echtzeit ermöglichen, zügig weiterentwickelt und möglichst bald eingesetzt werden. Die Digitalisierung ist auch die Voraussetzung für intelligente Flexibilitätsoptionen auf der Lastseite. Demand Side Management ist jedoch nicht für alle Unternehmen eine Option. Darauf muss Rücksicht genommen werden.

Speicher und Sektorkopplung sind Schlüsselelemente der Energiewende

Bei Speichern und Sektorkopplung müssen Forschung und Erprobung weiter intensiviert werden. Durch Sektorkopplung kann nicht nur eine höhere Flexibilität und eine Stabilisierung des Stromsystems erzielt werden, sie hilft auch, Klimaziele in anderen Bereichen (Wärme, Verkehr) besser zu erreichen. Viele Technologien sind jedoch aktuell noch nicht wirtschaftlich einsetzbar oder eignen sich nur für eingeschränkte Anwendungsfälle.

Beim Einsatz von Speichern, insbesondere in wirtschaftlich günstigen Multi-Use-Szenarien, ist aus Sicht der bayerischen Wirtschaft zu beachten, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen teilweise hinderlich sind. Diese gilt es so anzupassen, dass die erforderliche Flexibilität bei Erzeugung, Übertragung, Speicherung und Verbrauch aktiviert werden kann.

Erneuerbare Energien besser integrieren

Die vbw hat zudem deutlich gemacht, dass die erneuerbaren Energien deutlich mehr Verantwortung für neue Vermarktungs- und Geschäftsmodelle übernehmen müssen, zum Beispiel indem fluktuierende Erzeugungsspitzen von Solar- und Windstrom nicht abgeregelt, sondern gespeichert bzw. in Power-to-X-Anwendungen oder in den Sektoren Industrie, Wärme und Mobilität genutzt werden.

Zur Schaffung zusätzlicher Flexibilität fordert die vbw das Ende des Systems des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das keine sinnvollen Anreize setzt, und die vollständige Integration der erneuerbaren Energien in den Markt. Zumindest die Entschädigung bei der Abregelung von Erneuerbare-Energien-Anlagen muss wegfallen.

Weitere Informationen zum Energiegipfel Bayern sowie die Protokolle der einzelnen AG-Sitzungen finden Sie unter dem Link in der rechten Spalte.


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Ansprechpartner
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Dr. Manuel Schölles

Energie, Klima

+49 (0)89-551 78 91-246
Manuel Schölles
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