Letzte Aktualisierung: 18. Oktober 2019

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EEG-Umlage steigt – Strompreise am Limit

Die EEG-Umlage wird 2020 auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde ansteigen. 2019 liegt die EEG-Umlage noch bei 6,405 Cent, nachdem sie nach ihrem historischen Höchststand 2017 zweimal in Folge gesunken war. Das bedeutet insgesamt höhere Strompreise, zumal auch bei anderen Strompreisbestandteilen wie den Netzentgelten Erhöhungen zu erwarten sind.

Die EEG-Umlage machte 2018 23,1 Prozent des Haushaltsstrompreises aus (Quelle: BDEW, Strompreisanalyse Juli 2019). Wir müssen daher die Erneuerbaren Energien zügig in ein marktwirtschaftliches System überführen, vor allem, da diese ein immer größeres Gewicht im Strommix einnehmen. Dazu gehört auch, den Einspeisevorrang auf den Prüfstand zu stellen.

Deutsche Strompreise zu hoch

Deutsche Unternehmen zahlen weltweit nicht nur einen der höchsten Strompreise, sondern sind aufgrund des Nebeneinanders von europäischen Emissionshandel, EEG-Umlage, KWK-Umlage und Stromsteuer mit Doppelbelastungen und fortlaufenden regulatorischen Nach- und Neujustierungen konfrontiert. Diese staatlich verursachten Komponenten des Strompreises gefährden die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen und schaffen eine massive Investitions- und Planungsunsicherheit für unsere Wirtschaft.

Niedrige Strompreise Treiber für Klimaschutz

Gleichzeitig spielt in allen Sektoren die Elektrifizierung zur Minderung von CO2-Emissionen eine entscheidende Rolle. Eine Senkung der Strompreise wirkt sich daher beschleunigend auf klimafreundliches Verhalten und den Einsatz klimafreundlicher Technologien aus. So ist die Möglichkeit kostengünstigen Ladens ein starker Anreiz für den Umstieg auf E-Mobilität. Klimafreundliche Prozesse in der Industrieproduktion sind häufig strombasiert. Niedrige Strompreise haben zudem einen positiven Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit von Power-to-X-Verfahren.

Im Rahmen des Klimaschutzpakets der Bundesregierung sollen die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung für die Senkung der EEG-Umlage und ggf. für andere staatlich induzierte Preisbestandteile verwendet werden. Die EEG-Umlage soll ab 2021 wie folgt gesenkt werden:

  • 2021 um 0,25 ct/kWh
  • 2022 um 0,5 ct/kWh
  • 2023 um 0,625 ct/kWh

Das ist ein erster wichtiger Schritt, aber noch viel zu zaghaft. Vor allem im Rahmen des Kohleausstiegs müssen bald weitere Schritte folgen, zum Beispiel der bereits im Abschlussbericht der Kohlekommission empfohlene Zuschuss auf Übertragungsnetzentgelte sowie die Absenkung der Stromsteuer auf das europarechtliche Minimum. Dies würde einen effektiven Carbon-Leakage-Schutz darstellen. Notwendig ist in diesem Kontext auch der schnelle Ausbau des Übertragungsnetzes, der erhebliche positive Effekte sowohl auf die Kosten als auch auf den CO2-Ausstoß hat.


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Ansprechpartner
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Dr. Manuel Schölles

Energie, Klima

+49 (0)89-551 78 91-246
Manuel Schölles
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