Letzte Aktualisierung: 14. November 2016

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Bau der HGÜ-Leitungen nach Bayern: Versorgungssicherheit muss gewährleistet sein

Ende September 2016 wird der Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH die ersten Vorschläge für die Verlaufskorridore der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen SuedLink und SuedOstLink nach Bayern bekannt geben. Gegenüber der ursprünglichen Planung droht eine Verzögerung von drei Jahren. Für eine sichere und mittelfristig preisgünstigere Stromversorgung in Bayern sind diese Leitungen nötig.

Ausstieg aus der Kernkraft verursacht Versorgungslücke

Nach dem Beschluss zum Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie 2011 war bereits klar, dass in Bayern eine Lücke bei der gesicherten Leistung entstehen würde. Teil des Plans, diese zu ersetzen, sind unter anderem die Leitungen SuedLink und SuedOstLink, die dazu beitragen, Strom aus Norddeutschland in die Verbrauchszentren Süddeutschlands zu leiten. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung für den Bau dieser Leitungen zu steigern und so indirekt für eine Beschleunigung des Baus zu sorgen, ist am 01. Juli 2015 beim Koalitionsgipfel vereinbart worden, für die Leitungen vorrangig Erdkabel zu verwenden. Bis Ende 2015 wurden dafür die gesetzlichen Grundlagen geschaffen.

Erdverkabelung ist komplex – neue Planungsschritte nötig

Mit dem nun gesetzlich fixierten Vorrang der Erdverkabelung einher ging die Notwendigkeit neuer Planungsmaßnahmen. Die Grundlagen dafür mussten erst noch geschaffen werden, zum Beispiel durch das Papier zur Bundesfachplanung mit gesetzlichem Erdkabelvorrang, das die zuständige Bundesnetzagentur im April 2016 präsentierte. Die betroffenen Übertragungsnetzbetreiber - hier TenneT - legen nun Vorschläge für den Verlauf der Netzkorridore vor. Damit beginnt die nächste Phase auf dem Weg zur Fertigstellung der Leitungsvorhaben. Vor der offiziellen Einleitung der Bundesfachplanung unter Regie der Bundesnetzagentur werden die Vorschläge bis Frühjahr 2017 von allen Stakeholdern intensiv diskutiert werden.

Der Wirtschaftsstandort Bayern profitiert von den Leitungen

Die bayerische Wirtschaft braucht eine sichere Versorgung und wettbewerbsfähige Strompreise. Bis zur Fertigstellung der Netze müssen zur Sicherstellung der Versorgung andere Lösungen angewandt werden. Grundlage hierfür sind die Netz- und die Kapazitätsreserveverordnung. Die nötigen Netzeingriffe zum Beispiel durch Redispatchmaßnahmen sorgen für einen Anstieg der Strompreise und beeinträchtigen den Erfolg des Wirtschaftsstandortes Bayern. Zugleich ist der Einsatz fossiler Kraftwerke schlecht für die Emissionsbilanz, weil mehr CO2 emittiert werden muss.

Die Bundesregierung muss deshalb Zeit aufholen und sicherstellen, dass Planung und Bau der Leitungen nun schneller erfolgen. Die vbw begrüßt Maßnahmen, die zur Beschleunigung des Ausbaus der nötigen Übertragungsleitungen beitragen.


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Christian Kass

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