Letzte Aktualisierung: 20. Dezember 2017

Position

6. Energiewende-Monitoring

Mit ihrem Monitoring hat die vbw zum sechsten Mal eine Zwischenbilanz zum Stand der Energiewende und zu den dazu umgesetzten und eingeleiteten Maßnahmen vorgelegt.

Ergebnisse des Monitorings

Die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland und Bayern war auch 2016 gewährleistet. Allerdings wird dafür die Vorhaltung immer größerer fossiler Reservekapazitäten außerhalb des Strommarktes erforderlich. Des Weiteren ist eine hohe Anzahl teurer Eingriffe (Redispatch und Einspeisemanagement) durch die Netzbetreiber zur Stabilisierung der Stromnetze notwendig. Alleine für diese Maßnahmen fiel in den letzten Jahren jeweils rund eine Milliarde Euro an. Auch künftig werden die Kontrahierung von Reservekapazitäten außerhalb des Marktes und Maßnahmen zur Systemsicherung erforderlich.

Die Strompreise in Deutschland liegen im europäischen Vergleich nach wie vor an der Spitze. Über die Hälfte des Strompreises geht mittlerweile auf staatliche Eingriffe zurück. Hauptkostentreiber ist das EEG. Von den 24 Milliarden Euro, die die Stromverbraucher jährlich für die Förderung erneuerbarer Energien bezahlen müssen, entfällt etwa die Hälfte auf die gewerbliche Wirtschaft.

Trotz Milliardenförderung werden die Emissionsminderungsziele der Bundesregierung deutlich verfehlt.

Forderungen der vbw

Die Bundesregierung muss ein in sich schlüssiges Gesamtkonzept vorlegen, in dem Erzeugung, Verbrauch, Transport, Energieeffizienz und Speicherlösungen zeitlich und räumlich aufeinander abgestimmt und auch die Kosten der Energiewendepolitik genannt werden.

Die Versorgungssicherheit muss auch künftig auf höchstem Niveau gewährleistet bleiben. Das erfordert Parallelstrukturen konventioneller Kraftwerke. Auf fossile Kraftwerke wird also auf absehbare Zeit nicht zu verzichten sein. Vor allem hocheffiziente KWK-Anlagen tragen zur Stabilisierung der Stromversorgung bei. Dafür braucht es Rahmenbedingungen, die den wirtschaftlichen Betrieb und Neubau dieser Anlagen ermöglichen. Der Netzausbau muss schnellstmöglich vorangetrieben werden, um den Transportbedarf auf allen Netzebenen zu decken.

Alleine bis 2025 wird die Energiewende 520 Milliarden Euro kosten. Um die ausufernden Kosten in den Griff zu bekommen, muss eine kurzfristig wirkende Strompreisbremse beschlossen werden. Dazu muss die Stromsteuer gestrichen werden. Die Einrichtung eines Streckungsfonds zur Deckelung der Förderkosten für den Ausbau erneuerbarer Energien kann den Kostenanstieg begrenzen. Für eine echte Kostenwende muss aber das Fördersystem des EEG abgeschafft werden. Die bloße Verlagerung der Kosten auf andere Energieträger, z. B. Öl oder Gas, verschiebt die Kosten nur, trägt aber nicht zu einer Kostenwende bei und ist deshalb abzulehnen.

Die großen brachliegenden Effizienzpotenziale im Gebäudesektor müssen gehoben werden. Dazu muss die steuerliche Förderung energetischer Gebäudemodernisierungsmaßnahmen rasch eingeführt werden.

Keine weiteren deutschen Alleingänge

Zusätzliche Belastungen der Wirtschaft durch weitere energie- und klimapolitische Alleingänge der Bundesregierung müssen unterbleiben. Notwendig ist ein Level-Playing-Field der globalen Energie- und Klimapolitik. Nur mit weltweit vergleichbaren Anforderungen im Klimaschutz können wir Wettbewerbsnachteile am Wirtschaftsstandort Deutschland vermeiden.


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Ansprechpartner
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Christian Kass

Energie, Klima

+49 (0)89-551 78-249
Christian Kass
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