Letzte Aktualisierung: 25. Oktober 2017

Position

Flüchtlingsintegration

Für die vbw ist die Bewältigung der Flüchtlingsintegration eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie kann vor allem dann gelingen, wenn Asylbewerber gezielt den Weg in eine Erwerbstätigkeit finden. Gerade bei der Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt trägt auch die Wirtschaft ihren Teil bei.

Langfristiger Prozess

Die Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft und den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist kein Sprint, sondern ein dauerhafter Prozess. Damit die Integration gelingt, braucht es differenzierte, nachhaltige und weitsichtige Ziele. Das sind aus Sicht der vbw ein kontrollierter Zuzug, wirksame administrative Strukturen zur Bewältigung der Integrationsaufgabe und eine zügige Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration. Die Bemühungen müssen sich dabei konsequent auf anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber mit einer hohen Bleibewahrscheinlichkeit fokussieren.

Verantwortung der Politik

Absolut klar ist, dass Asylbewerber unser demokratisches Rechts- und Wertesystem anerkennen müssen. Unerlässlich sind deshalb bedarfsgerechte verstetigte Investitionen in das Bildungssystem, ein verlässlicher Zugang für Flüchtlinge zu den Integrationskursen sowie ein massiver Ausbau der Sprachförderung, sowohl für die allgemeinsprachliche als auch für die berufsbezogene Sprachförderung. Dafür muss die Politik Sorge tragen und auf Dauer und gezielt ausreichend Mittel und Kapazitäten bereitstellen.

Handlungsempfehlungen der vbw

Diese Grundlagen sind die Voraussetzungen der Integration von Flüchtlingen in eine Ausbildung oder Beschäftigung. In Bayern können bereits erste Erfolge der Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration verzeichnet werden. Das liegt vor allem am Engagement der Unternehmen. Damit dieser positive Weg fortgesetzt werden kann, empfiehlt die vbw:

  • Für die Kontrolle des Zuzugs ist eine Lösung auf europäischer Ebene anzustreben.
    Zu den notwendigen Maßnahmen zählen neben einer gerechten Verteilung auf die Mitgliedsstaaten die Sicherung der Außengrenzen sowie eine deutliche Intensivierung der gemeinsamen Anstrengungen zur Bekämpfung von Fluchtursachen.
  • Innerhalb Deutschlands geht es darum, weitere Maßnahmen zur Verfahrensbeschleunigung einzuleiten, vor allem bei Asylbewerbern aus Ländern mit einer geringen Bleibeperspektive. Die vbw empfiehlt der Landespolitik außerdem, einen Bayernplan Integration aufzusetzen, der die administrativen und projektorientierten Strukturen zur Integration verbindlich und mittelfristig regelt. Der Staat muss überdies eine umfassende und gebündelte Datengrundlage für die Integration in Bayern bereitstellen.
  • Unternehmen brauchen bei der Beschäftigung und insbesondere bei der Ausbildung Planungssicherheit. Das heißt zum Beispiel, dass Entscheidungen zur Erteilung der Aufnahme einer Beschäftigung oder Ausbildung frühzeitig getroffen werden. Hier braucht es einheitliche Vorgaben. Im Falle der Ausbildung sollte die Entscheidung neun Monate vor Aufnahme gefällt sein.
  • Der Duldungstatbestand zum Zwecke einer Ausbildung muss auf das Instrument der Einstiegsqualifizierung ausgeweitet werden. Hierfür braucht es eine gesetzliche Anpassung.
  • Die Politik ist aufgefordert, das Beschäftigungsverbot in der Zeitarbeit, unabhängig von der jeweiligen Qualifikation, grundsätzlich aufzuheben und von der Vorrangprüfung zu entkoppeln.
  • Außerdem muss der Zugang zu allen Förderleistungen der Berufsausbildung mit Abschluss eines Ausbildungsvertrags ermöglicht werden.
  • Die Unternehmen müssen von der Meldepflicht eines Ausbildungsabbruchs befreit sein.
  • Um Asylbewerbern mit hoher Bleibeperspektive den Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt noch besser zu ermöglichen, ist es für potentielle Arbeitgeber essentiell, Informationen über vorhandene Qualifikationen und Berufserfahrungen zu erhalten. Es muss flächendeckend möglich sein, frühzeitig die Kompetenzen von Asylsuchenden abzufragen und festzustellen.
  • Die Politik muss dafür sorgen, die Mobilität im ländlichen Raum und die Erreichbarkeit eines Arbeitsplatzes zu gewährleisten.


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Ansprechpartner
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Sebastian-Frederik Kühnel

Flüchtlingsintegration, IdA Projekte

+49 (0)89-551 78-222
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