Letzte Aktualisierung: 05. Dezember 2016

Position

Flüchtlingsintegration

Für die vbw ist die Bewältigung der Flüchtlingsintegration eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie kann vor allem dann gelingen, wenn Asylbewerber gezielt den Weg in eine Erwerbstätigkeit finden. Gerade bei der Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt trägt auch die Wirtschaft ihren Teil bei.

Langfristiger Prozess

Dabei ist es zwingend notwendig, die Chancen einer Integration realistisch zu betrachten. Die Integration von Asylbewerbern in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist ein langfristiger Prozess und die Flüchtlinge werden voraussichtlich erst nach Jahren des Aufenthalts in Bayern einen ersten Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten können. Kurzfristig ist ein Eintritt in Ausbildung und Arbeit nur für ca. zehn Prozent möglich. Mittel- und langfristig haben Jugendliche und junge Erwachsene die besten Perspektiven auf eine Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Die Erwachsenen wiederum sind in den Arbeitsmarkt am schwierigsten integrierbar – sowohl mittelfristig als auch langfristig.

Verantwortung der Politik

Es ist die Verantwortung der Politik, Konzepte für eine erfolgreiche Integration der Asylbewerber zu entwickeln und zu finanzieren. Zugleich muss sie dafür Sorge tragen, dass die Gesellschaft den Zustrom an Asylbewerbern bewältigen kann und Unterstützungsmaßnahmen nicht qualitativ über das hinausgehen, was für Inländer in einer vergleichbaren Situation geleistet wird.

Handlungsempfehlungen der vbw

Die vbw spricht in ihrer Position unter anderem folgende Handlungsempfehlungen an Entscheidungsträger aus Politik und Hochschulen aus:

  • Zustrom wirkungsvoll begrenzen, Fluchtursachen vor Ort bekämpfen, Liste der sicheren Herkunftsstaaten erweitern und falsche Anreize des deutschen Sozialsystems minimieren.
  • Europäische Lösung erwirken und Schengen-Raum erhalten. Dauerhafte nationale Grenzkontrollen in Deutschland und Europa sind für die Wirtschaft nicht tragbar.
  • Gerechtes Verteilungssystem implementieren, weitere Maßnahmen zur Verfahrensbeschleunigung einleiten und Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsstaaten schnell in ihre Heimat zurückführen.
  • Infrastrukturelle Voraussetzungen für die Flüchtlingsintegration schaffen, z.B. durch verstärkten Wohnungsbau. Mobilität der Asylbewerber im ländlichen Raum gewährleisten.
  • Berufliche Kompetenzen feststellen und kulturelle Kompetenzen vermitteln, Investitionen in das Bildungssystem ausweiten sowie talent- und arbeitsmarktbezogene Berufsorientierung für junge Asylbewerber und Gleichgestellte intensivieren.
  • Massiver Ausbau der Sprachförderung, sowohl bezogen auf die allgemeinsprachliche als auch die berufsbezogene Sprachförderung. Zugang zu den Integrationskursen sicherstellen.
  • Beschäftigungsverbot in der Zeitarbeit unabhängig von der jeweiligen Qualifikation von Beginn an grundsätzlich aufheben und von der Vorrangprüfung entkoppeln, insbesondere mit Blick auf die Zeit nach Ablauf der befristeten Aussetzung.
  • Zugang zu allen Förderleistungen der Berufsausbildung (Berufsausbildungsbeihilfe, assistierte Ausbildung, ausbildungsbegleitende Hilfen und berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen) ab Abschluss eines Ausbildungsvertrags ermöglichen und schnellstmöglich zur Verfügung stellen.
  • Unternehmen von der Meldepflicht eines Ausbildungsabbruchs befreien.


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Ansprechpartner
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Sebastian-Frederik Kühnel

Flüchtlingsintegration, IdA Projekte

+49 (0)89-551 78-222
Sebastian-Frederik Kühnel
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