Letzte Aktualisierung: 04. August 2020

Position - Entwurf

Position "Niedriglohn – Einstieg in Aufstieg"

Position "Niedriglohn - Einstieg in Aufstieg"

in den Warenkorb

hinzufügen…

Löhne sind der Preis der Arbeit. Diese wichtige ökonomische Signalfunktion darf nicht von ideologischen Forderungen an Einkommensuntergrenzen überlagert werden. Wie bei anderen Produkten auch führen höhere Preise zu niedrigerer Nachfrage. Gleichzeitig steigt der Preis der Endprodukte an, was die internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Dies schädigt mittelfristig den Standort Deutschland und birgt die Gefahr steigender Arbeitslosigkeit.

Der Mindestlohn riskiert gerade in Krisenphasen Arbeitsplätze

Der Mindestlohn kostet schon heute Arbeitsplätze. Insgesamt beziffert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) den negativen Effekt bis zum Jahr 2018 auf 49.000 Beschäftigungsverhältnisse. Hinzu kommt: Der Mindestlohn ist nicht krisenbewährt. Zwar fällt die negative Rückwirkung auf den Beschäftigungsstand bisher noch moderat aus, doch kennt die 2015 eingeführte gesetzliche Lohnuntergrenze bisher nur die Hochkonjunktur. Im Aufschwung, wenn Löhne stärker steigen, kommt der Effekt nicht voll zum Tragen. Doch höhlt der Mindestlohn die Dynamik am Arbeitsmarkt schleichend aus. In und nach Krisensituationen sind deutlich stärkere Auswirkungen zu erwarten. Für die Corona-Krise steht zu befürchten, dass das Beschäftigungsminus besonders kräftig ausfallen wird, da es sich durch die im Juni 2020 beschlossene stufenweise Mindestlohnerhöhung nochmals verstärkt.

Niedrige Löhne als Weg in höher bezahlte Arbeitsverhältnisse

Arbeitslosigkeit ist das größte Armutsrisiko. Produktivitätsgerechte Einstiegslöhne hingegen eröffnen Langzeitarbeitslosen und Geringqualifizierten dringend benötigte Einstiegschancen in den Arbeitsmarkt. Die vbw bayme vbm Studie Niedriglohn und Lohnmobilität in Bayern (2019) zeigt zudem, dass das Niedriglohnsegment ein wichtiges Sprungbrett darstellt: Es verhilft Menschen aus Arbeitslosigkeit nicht nur zum Wiedereinstieg in eine abhängige Beschäftigung, sondern auch zum Aufstieg in den Normallohnbereich. Je höher die Qualifikation und je länger die Phasen vorheriger Vollzeitbeschäftigung, umso besser sind dabei naturgemäß die jeweiligen Aufstiegschancen und Vergütungsaussichten.

Ein dynamischer Arbeitsmarkt schafft Aufstiegschancen

Unser vbw Positionspapier legt dar, warum Niedriglohnbeschäftigung nicht skandalisiert werden darf, sondern vielmehr zu einem dynamischen Arbeitsmarkt beiträgt. Ziel muss stets sein, noch mehr Menschen in Arbeit zu bringen und den Einstieg in Aufstieg wirkungsvoll zu unterstützen.


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Dr. Markus Meyer

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung, Fachkräftesicherung, Vereinbarkeit Familie und Beruf, gesund me, BGM/BGF

+49 (0)89-551 78-214
Markus Meyer
nach oben