Letzte Aktualisierung: 31. Oktober 2019

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Perspektiven des bayerischen Arbeitsmarkts

Bayern ist seit Jahren bundesweiter Arbeitsmarkt-Spitzenreiter und kann auf eine außerordentlich positive Entwicklung blicken: Die Arbeitslosenquote sank in den vergangenen Jahren kontinuierlich (zuletzt auf 2,8 Prozent im September 2019), die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erreichte immer neue Bestwerte und die Arbeitsnachfrage kletterte auf ein Niveau, mit dem das Arbeitsangebot nicht Schritt halten konnte. Alle Regierungsbezirke und Regionen im Freistaat haben Anteil an diesem Jobboom.

Brossardt: "Wir erleben einen gespaltenen Arbeitsmarkt."

Gleichzeitig steht der bayerische Arbeitsmarkt jedoch vor großen Herausforderungen. Stichworte sind der mit der Digitalisierung der Arbeitswelt einhergehende Strukturwandel, die Fachkräftesicherung, die Integration Geflüchteter in Ausbildung und Arbeit oder die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit. Um den Standort Bayern zukunftsfest zu machen, müssen überzeugende und nachhaltige Lösungen für diese Handlungsfelder gefunden werden. Gleichzeitig weisen zahlreiche Indikatoren auf eine konjunkturelle Abkühlung hin, die zum Teil bereits am Arbeitsmarkt angekommen ist. "Wir befinden uns am Ende eines goldenen Konjunktur-Jahrzehnts und erleben im Moment einen gespaltenen Arbeitsmarkt. Für diese gleichzeitig auftretenden Herausforderungen müssen unabhängig von der wirtschaftlichen Lage zielgerichtet nachhaltige Lösungen gefunden werden", betonte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt auch anlässlich eines vbw Kongresses zum bayerischen Arbeitsmarkt.

Zentrale Herausforderungen anpacken

Um die gute Situation zu erhalten, brauchen die Unternehmen nach Ansicht der vbw Handlungsspielräume und Unterstützung, um sich auf die Herausforderungen durch die Digitalisierung einzustellen. „Wir dürfen keine Angst vor der Digitalisierung haben. Wir müssen sie vielmehr als Chance begreifen!“, so Brossardt. Um den Arbeitsmarkt fit für künftige Herausforderungen zu machen, sieht die vbw vier zentrale Herausforderungen:

  • In Deutschland und Bayern herrscht ein Fachkräftemangel, der verschiedene Berufsgruppen und Regionen erfasst. Gerade auch vor dem Hintergrund des fortschreitenden demografischen Wandels muss der Fachkräftesicherung oberste politische Priorität zukommen – unabhängig von konjunkturellen Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt.

  • Die Entwicklung zur Arbeitswelt 4.0 muss weiterhin konstruktiv vorangetrieben und positiv gestaltet werden:
    • Um die Chancen der Digitalisierung nützen zu können, benötigen die Unternehmen und Beschäftigten flexiblere Rahmenbedingungen. Insbesondere das starre deutsche Arbeitszeitrecht muss an die heutige Arbeitsrealität angepasst werden.
    • Das Bildungssystem muss noch stärker auf die veränderten Anforderungen im Zuge der Digitalisierung ausgerichtet werden. Dies umfasst insbesondere den deutlichen Ausbau der digitalen Infrastruktur in den Bildungseinrichtungen, die Verankerung digitaler Bildung in allen Lehrplänen sowie die zielgerichtete Aus- und Weiterbildung des Bildungspersonals.
    • Qualifizierte Mitarbeiter*innen sind ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für die bayerischen Unternehmen. Da der Nachwuchs immer knapper und die Belegschaften im Schnitt immer älter werden, ist lebenslanges Lernen so wichtig wie noch nie. Daher gilt es, insbesondere vor dem Hintergrund der digitalen Transformation in allen Lebens- und Arbeitsbereichen, betriebliche Weiterbildung weiter zu fördern und zu stärken.

  • Die Politik ist aufgefordert, die Integration Geflüchteter in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt kontinuierlich und nachhaltig weiter zu fördern.

  • Um Fortschritte bei der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit zu erzielen, brauchen Betroffene intensive Unterstützung auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt.

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Position Perspektiven des bayerischen Arbeitsmarkts

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Ansprechpartner
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Dr. Markus Meyer

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung, Fachkräftesicherung

+49 (0)89-551 78-214
Markus Meyer
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