Letzte Aktualisierung: 02. November 2016

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Asylbewerber erfolgreich in den Arbeitsmarkt integrieren

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Mit dem Projekt IdA 120 hat die vbw gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration sowie der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit seit Juni 2015 erprobt, wie Flüchtlinge in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt branchenübergreifend integriert werden können. Das Projektging im März 2016 zu Ende. Die Projektergebnisse und -erfahrungen hat die vbw in der Position Asylbewerber erfolgreich in den Arbeitsmarkt integrieren zusammengefasst, die Sie im Downloadbereich herunterladen können.

Empfehlungen für eine erfolgreiche Integration

Aus der Projekterfahrung heraus lassen sich folgende Empfehlungen für die Integration von Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt ableiten:

  • Essenziell ist eine schnellstmögliche Unterstützung beim Erwerb der deutschen Sprache. Sie ist für alle ansetzenden Maßnahmen die zentrale Voraussetzung und sollte zu jeder Zeit bestmöglich gefördert werden. Es braucht deshalb weiterhin einen massiven Ausbau der Sprachförderung, sowohl für die allgemeinsprachliche als auch die berufsbezogene Sprachförderung.
  • Die kontinuierliche und intensive persönliche Betreuung durch einen Coachüber die gesamte Maßnahme hinweg hat sich als wesentlicher Erfolgsfaktor sowohl für Teilnehmer als auch Unternehmen erwiesen. So kann die Zahl der Abbrüche möglichst gering gehalten werden.
  • Die umfassenden Kompetenzfeststellungs-, Berufsorientierungs- und Qualifizierungseinheiten in der Integrationsphase sollten frühestmöglich ansetzen und die Bedarfen und Zielberufe der Teilnehmer berücksichtigen.
  • Zeichnet sich ab, dass die Integration nicht kurz- oder mittelfristig gelingen wird, muss auf der Basis der betriebsnahen Kompetenzfeststellung ein Integrationsplan erstellt werden. Für Teilnehmer, die nicht ausreichend berufliche Kompetenzen aufweisen, müssen entsprechende Qualifizierungsangebote (Arbeitsmarkt oder Vorbereitungskurse z. B. für eine Ausbildung) konzipiert und angeboten werden.
  • Der Anerkennungsprozess für ausländische Qualifikationen und Abschlüsse muss so früh wie möglich eingeleitet und unterstützt werden. Mangelnde Anerkennung und Vergleichbarkeit der Erfahrungen und Abschlüsse von Teilnehmern stellen ebenso wie die fehlende Verfügbarkeit ihrer Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweise eine große Herausforderung für die Integrationsbemühungen dar.
  • Auf persönlicher Ebene sind Traumatisierungen, Fluchterlebnisse, die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften, die Belastung durch den unklaren Aufenthaltsstatus in ausreichendem Maße zu berücksichtigen. Dafür sind verantwortliche Stellen, Unternehmen, etc. zu sensibilisieren.
  • Darüber hinaus sind für den Integrationserfolg lokale Unternehmensnetzwerke maßgeblich, damit Asylbewerber und Gleichgestellte berufspraktische Erfahrungen sammeln können. Um dies gewährleisten zu können, ist die Politik gefordert, die Mobilität der Flüchtlinge im ländlichen Raum zu erhöhen.
  • Trotz der guten Zusammenarbeit der Institutionen vor Ort hat sich gezeigt, dass vor allem Bürokratievorgaben und bestehende Entscheidungsprozesse nicht flexibel genug sind und Integrationschancen dadurch beeinträchtigt werden. Hier gilt es, Entscheidungsstrukturen bei positiven Integrationschancen weiter zur beschleunigen, insbesondere mit Blick auf die Anerkennung von beruflichen Qualifikationen.


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Ansprechpartner
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Sebastian-Frederik Kühnel

Flüchtlingsintegration, IdA Projekte

+49 (0)89-551 78-222
Sebastian-Frederik Kühnel
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