Letzte Aktualisierung: 11. März 2019

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Bayerischer Arbeitsmarkt erreicht 2018 neue Rekordwerte

Der bayerische Arbeitsmarkt zeigte sich im Jahr 2018 in äußerst guter Verfassung. Die Rekordwerte der letzten Jahre konnten nochmals überboten werden. Bei allen wichtigen Kennzahlen steht der Freistaat hervorragend da: bei Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Sorgen bereitet allerdings die Tatsache, dass offene Stellen immer schwerer besetzt werden können. Der Fachkräftemangel wird drängender.

Arbeitslosenquote unter 3 Prozent

Die Arbeitslosenzahl lag im Jahresdurchschnitt bei 214.017 Personen und damit so niedrig wie seit 1981 nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 7,5 Prozent. Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote ist mit 2,9 erstmalig seit Einführung der aktuellen Berechnungsmethode 1994 unter der 3-Prozent-Marke. Damit hat sich die Arbeitslosenquote in Deutschland und Bayern seit Einführung der Hartz-Reformen im Jahr 2005 mehr als halbiert.

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren mit Ausnahme der Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung alle Personengruppen: Männern wie Frauen, Jüngere wie Ältere, Deutsche wie Ausländer. Überdurchschnittlich sank auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen (-12,3 Prozent im Vergleich zu 2017).

Wachstum bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung

Der Abbau der Arbeitslosigkeit ist solide und beruht auf einem deutlichen Aufwuchs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Zum Stichtag am 30. Juni 2018 (dieser Stichtag stellt den letzten mit endgültigen Werten vorliegenden Stichtag dar und wird gewöhnlich als Jahreswert herangezogen) waren 5.598.946 Menschen im Freistaat sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit 2,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dieser Juni-Wert ist der höchste seit Erfassung der Beschäftigtendaten im Jahr 1974. Das Beschäftigungswachstum zeigt sich in fast allen Branchen. Die größte Steigerung im Jahresvergleich verzeichnete mit einem Plus von 32.337 Beschäftigten das Verarbeitende Gewerbe. Einen Beschäftigungsrückgang gab es in der Arbeitnehmerüberlassung und im Bereich Finanzen und Versicherungen (-2.053 bzw. -2.281). Der Aufwuchs im Bereich Vollzeit betrug 85.632 und im Bereich Teilzeit 52.637 Beschäftigte.

Nachfrage nach Arbeitskräften weiter hoch

Der Bedarf an Arbeitskräften ist ungebrochen hoch. Jahresdurchschnittlich waren 129.853 offene Stellen im Bestand der bayerischen Arbeitsagenturen und gemeinsamen Einrichtungen gemeldet, das waren 9,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wurde ein neuer Höchstwert erreicht (Arbeitsstellen werden nach dem heutigen Konzept seit dem Jahr 2000 gemessen). Seit 2013 hat sich der Bestand offener Stellen fast verdoppelt. Gleichzeitig bleiben die Stellen immer länger vakant. Es fällt immer schwerer, den Arbeitskräftebedarf der bayerischen Unternehmen zu decken. Seit 2013 hat sich die durchschnittliche Vakanzzeit (Zeitraum vom frühestmöglichen Besetzungstermin bis zur Abmeldung der Stelle) von 81 auf 115 Tage erhöht. In einigen Engpassberufen fällt die Vakanzzeit noch deutlich länger aus.


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Dr. Markus Meyer

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung, Fachkräftesicherung

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