Letzte Aktualisierung: 30. März 2017

Position

Deutschland geht es gut

Im Vorfeld der Veröffentlichung des fünften Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung spitzt sich die Diskussion zu den Lebensverhältnissen in Deutschland zu. Dabei werden oftmals ein verzerrtes Bild der Realität gezeichnet und positive Entwicklungen unterschlagen. Die Analysen zeigen aber deutlich, dass sich bezogen auf den gesellschaftlichen Wohlstand viele Dinge in den letzten Jahren positiv entwickelt haben.

Boom am Arbeitsmarkt

Ein ganz wesentlicher Faktor für die positive Entwicklung der letzten Jahre ist der anhaltende Beschäftigungsaufbau. Im Zeitraum von 2012 bis 2016 stieg die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um über 2 Millionen an und erreicht heute einen Höchststand von 31,4 Millionen Beschäftigten. Gleichzeitig sank die Arbeitslosigkeit spürbar.

Auch der immer wieder geäußerte Vorwurf, der Anstieg der Beschäftigung sei hauptsächlich auf sog. atypische Beschäftigungsverhältnisse zurückzuführen, muss differenziert betrachtet werden. Der Anteil der sog. atypischen Beschäftigten an den Personen im erwerbsfähigen Alter ist über die letzten Jahre konstant geblieben, obwohl die Beschäftigung insgesamt gestiegen ist.

Eine Zunahme der sog. atypischenBeschäftigung lässt sich im Wesentlichen bei der Teilzeitbeschäftigung erkennen. Diese geht aber einher mit einer steigenden Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren und ist daher ausdrücklich zu begrüßen. Insbesondere Frauen treffen nach der Elternzeit bewusst die Entscheidung für eine Teilzeittätigkeit und sind zu über 80 Prozent mit ihrer Arbeitszeit zufrieden.

Ein hohes Beschäftigungsniveau trägt ganz erheblich zur Stabilisierung der Lebensverhältnisse bei und ist die Voraussetzung für gesellschaftlichen Wohlstand. Der Beschäftigungsaufbau darf daher durch eine Überregulierung des Arbeitsmarkts nicht gefährdet werden.

Zahl der von echter Armut Betroffenen geht zurück

Sehr erfreulich ist auch, dass in Deutschland immer weniger Menschen von Armut betroffen sind, die zu sozialer Ausgrenzung führen kann. Die Quote derer, die erhebliche materielle Entbehrungen hinnehmen müssen, ist in den letzten Jahren gesunken. Als Beispiel für solche Entbehrungen wird z. B. erfasst, wenn man Probleme hat, die Miete zu bezahlen, sich kein Auto leisten kann oder beim Heizen sparen muss. Nach Daten von Eurostat waren in 2013 noch 5,4 Prozent der Deutschen von solchen Entbehrungen betroffen und in 2015 nur noch 4,4 Prozent.

Bei Personen über 65 Jahre liegt diese Quote lediglich bei 2,4 Prozent, was als klarer Beleg gegen ein besonders hohes Armutsrisiko im Alter gewertet werden kann.

Die Mittelschicht ist in Deutschland stabil

Auch der immer wieder geäußerte Verdacht, dass die Mittelschicht stetig schrumpft, lässt sich nicht bestätigen. Unabhängig von der Abgrenzung zeigt sich, dass der Anteil derer, die man auf Grund ihres Einkommens zur Mittelschicht zählt, über die letzten zehn Jahre stabil geblieben ist. Selbst bei einer engen Abgrenzung der Mittelschicht über ein Einkommen im Bereich von 80 und 150 Prozent des Medianeinkommens (also der Einkommenshöhe, von der aus die Anzahl von Personen mit niedrigerem Einkommen gleich groß ist wie die Anzahl derer mit höheren Einkommen) , zählt jeder Zweite in Deutschland zur Mittelschicht. Bei weiteren Abgrenzungen, wie sie zum Beispiel der Armuts- und Reichtumsbericht vornimmt, gehören ca. 78 Prozent der Bevölkerung der Mittelschicht an.


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Beate Neubauer

CSR / Nachhaltigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Alterssicherung

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