Letzte Aktualisierung: 08. Mai 2019

Position

Rechtsrahmen für Arbeitszeit zukunftsfähig gestalten

Im Zusammenhang mit der Diskussion zur Arbeitswelt 4.0 wird zunehmend der Ruf nach Arbeitszeitverkürzungen, nach gesetzlichen Wahlarbeitszeitkorridoren, nach Ausweitung der Teilzeit für Arbeitnehmer und nach strengeren Bestimmungen – z. B. beim Verbot der Sonn- und Feiertagsarbeit – laut.

Diese Forderungen gehen in jedoch die falsche Richtung, denn das deutsche Arbeitszeitrecht entspricht schon heute nicht mehr den Anforderungen einer modernen und flexiblen Arbeitswelt. In einem ersten Schritt muss es wenigstens die Spielräume der europäischen Arbeitszeitrichtlinie ausschöpfen – für zukunftsfähige Lösungen muss aber letztlich auch der europäische Rechtsrahmen angepasst werden. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer werden durch die veralteten Regelungen ihrer Flexibilität beraubt.

Die bayerischen Unternehmen brauchen eine moderate Ausweitung der Arbeitszeiten und ein flexibles Regelwerk zur Arbeitszeit, um mobiles Arbeiten zu erleichtern und grenzüberschreitende Betriebsabläufe zu optimieren. Arbeitszeitverkürzungen oder Verschärfungen des Rechtsrahmens wären hier äußerst kontraproduktiv und würden die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit die Sicherung von Arbeitsplätzen gefährden.

Forderungen der vbw

Folgende Forderungen hat die vbw an ein modernes Arbeitszeitrecht:

  • Flexibilität im Arbeitszeitgesetz stärken
  • Ablösung der täglichen Höchstarbeitszeit zu Gunsten einer wochenbezogenen Betrachtung
  • Übernahme weiterer Flexibilisierungsmöglichkeiten aus der EU-Arbeitszeitrichtlinie (insbesondere in § 7 Arbeitszeitgesetz)
  • Keine reduzierten Vollzeitmodelle, Familienarbeitszeit oder Wahlarbeitszeit einführen
  • Attraktivität von Wertguthaben stärken
  • Ausnahmen bei Sonn- und Feiertagsarbeit ausbauen

Mit unserem vorliegenden Positionspapier wollen wir einen konstruktiven Beitrag leisten, um die Positionen und Argumente der Wirtschaft in die Arbeitszeitdebatte einzubringen.


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Ansprechpartner
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Julius Jacoby

Arbeitsrecht, Wirtschaftsrecht, Internationales Recht

+49 (0)89-551 78-233
Julius Jacoby
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