Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2018

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Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung im Gesundheitsbereich

Die Wertschöpfungspotenziale der Digitalisierung sind enorm, wie die vbw-Studie Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung eindrucksvoll belegt, die 2017 als Grundlage für die Arbeit des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft zu diesem Schwerpunktthema erstellt wurde. So haben deutsche Unternehmen bereits im Jahr 2016 eine Wertschöpfung in Höhe von rund 332 Mrd. Euro mit digitalen Gütern und Dienstleistungen erwirtschaftet (vgl. Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung – Analyse und Handlungsempfehlungen , 2017). Innovationsfähigkeit und der Einsatz neuer Technologien für die Optimierung von Prozessen sowie die Entwicklung neuer Produkte und Geschäftsmodelle sind für die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts entscheidend.

Gleichzeitig steht die digitale Transformation bei uns noch eher am Anfang. Das gilt für die Industrie – wo heute noch achtzig Prozent der Unternehmen wenig digitalisiert sind – ebenso wie für den Dienstleistungssektor, wobei die Unterschiede zwischen den Branchen und erst Recht zwischen den einzelnen Unternehmen groß sind. Die Gesundheitswirtschaft ist ein großer und heterogener Bereich, für den das in besonderem Maße gilt. Eine Branche, die hier die Auswirkungen der digitalen Transformation bereits deutlich spürt, ist die Versicherungswirtschaft.

Digitalisierung im Bereich Krankenversicherungen

Im Bereich Krankenversicherung beispielsweise können sich durch die Digitalisierung tiefgreifende Veränderungen ergeben. Dazu zählen die mit zunehmender Datennutzung und -auswertung deutlich besseren Möglichkeiten zur Risikobewertung für den Versicherer und damit verbunden die Chance, zunehmend individuellere Tarife anbieten zu können. Auch die internen Geschäftsabläufe und der Kundenkontakt können mit dem Einsatz digitaler Technologien effizienter und attraktiver ausgestaltet werden (vgl. Digitalisierung im Versicherungswesen , 2017 – eine Sonderauskoppelung aus der o.g. Studie Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung).

Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation rufen neue Akteure auf den Plan. Trotz beachtlicher regulatorischen Hürden für einen Markteintritt ist im Herbst 2017 in Deutschland das erste digitale private Krankenversicherungsunternehmen an den Start gegangen, und parallel besetzen große Internetunternehmen ebenso wie Start-Ups einzelne Teile der Wertschöpfungskette. Der Zukunftsrat hält es vor diesem Hintergrund für den richtigen Weg, dass die in München ansässigen Versicherungsunternehmen das Thema Digitalisierung gemeinsam bearbeiten und insbesondere auch ein Start-Up-Programm aufgelegt haben, was letztlich zum Grundstein des InsurTech Hubs geworden ist ( Digitalisierung in der Versicherungsbranche ). Nach diesem Vorbild sollten auch andere Unternehmen Kooperationen suchen. Er empfiehlt den Unternehmen darüber hinaus, sich aktiv mit neuen Möglichkeiten etwa durch Blockchain und Smart Contracts auseinanderzusetzen. Auch der Staat ist gefordert, sei es beim Gründergeschehen oder dem richtigen Rechtsrahmen für Innovationen.

Krankenversicherungen sind ein wichtiger Teil der Gesundheitswirtschaft, aber es kommen noch zahlreiche weitere Akteure, Branchen und Handlungsfelder hinzu. Sie alle können vom Einsatz neuer Technologien profitieren, wenn es beispielsweise darum geht, die Auswirkungen des demografischen Wandels in den Griff zu bekommen. Staat, Wirtschaft und Gesellschaft haben ein vitales Interesse daran, dass die Zukunftsfähigkeit unserer Gesundheitsversorgung gesichert wird, und gleichzeitig möglichst viel Wertschöpfung am Standort entsteht.

Kongress des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft am 16. Juli 2018

Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft macht daher das weite Feld der Gesundheit zu seinem aktuellen Schwerpunktthema. Am 16. Juli 2018 wird er die Ergebnisse im Rahmen des großen Kongresses Gesundheit und Medizin – Chancen für Bayern in München vorstellen.


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Ansprechpartner
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Dr. Christina Hans

Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft

+49 (0)89-55 178-249
Christina Hans
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