Letzte Aktualisierung: 23. August 2018

Information

KfW-Gründungsmonitor 2018 zur Gründungstätigkeit

Jährlich untersucht der Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Gründungstätigkeit in Deutschland. Die neuen Zahlen für das Jahr 2017 zeigen Licht und Schatten.

Gründungen gehen insgesamt weiter zurück, innovative Gründungen nehmen wieder zu

Die Anzahl der Gründer ist 2017 erneut gesunken – 557.000 Personen (2016: 672.000; Abnahme um knapp 17 Prozent) haben sich beruflich selbständig gemacht. Im Einzelnen wurden bietet der Gründungsmonitor folgende Ergebnisse:

  • Als innovative Gründer gelten solche, die F+E durchführen, um technologische Innovationen zur Marktreife zu bringen. Ihr Anteil hat gegen den Trend um 31 Prozent zugenommen.
  • Digitale Gründer sind Gründer, deren Kunden das Angebot nur durch den Einsatz digitaler Technologien nutzen können. Knapp jeder vierte Gründer (21 Prozent) gehört in diese Gruppe – ihre Zahl hat um knapp drei Prozent zugenommen.
  • Das Gründungsmotiv wurde mit der Frage erhoben, ob der Gründung die Ausnutzung einer Geschäftsidee (Chance) oder das Fehlen einer besseren Erwerbsalternative (Not) zugrunde lag. Demnach haben „Notgründungen aus Mangel an besseren Alternativen“ gegenüber 2016 erneut deutlich – diesmal um 22 Prozent – abgenommen.
  • 14 Prozent der Gründer haben mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen. Gründe sind u. a. fehlende Eigenmittel (zehn Prozent) oder ein verweigerter Bankkredit (vier Prozent).
  • Der Anteil von Frauen fiel auch im Jahr 2017 und beträgt nun 37 Prozent nach 43 bzw. 40 Prozent in den letzten beiden Jahren. Dies ist maßgeblich auf den Rückgang bei den Vollzeitgründungen von 33 Prozent (2016) auf 29 Prozent (2017) zurückzuführen. Bei Nebenerwerbsgründungen blieb die Beteiligung von Frauen mit 43 Prozent nahezu unverändert (2016: 44 Prozent).

Bewertung

Der Beschäftigungsrekord auf dem Arbeitsmarkt schlägt wie in den Vorjahren direkt auf die Gründungstätigkeit durch. Die strukturelle Qualität hat sich weiter verbessert: Noch nie gab es weniger Notgründer, noch nie war das Verhältnis von Chancengründern zu Notgründern besser.

Von Chancengründern ist ein besonderer volkswirtschaftlicher Beitrag zu erwarten. Chancengründungen sind digitaler, innovativer und kapitalintensiver als andere Gründungen – eine gute Grundlage für Erfolg. Darüber hinaus sind sie in der Regel überdurchschnittlich bestandsfest und beschäftigungsintensiv. Der andauernde Rückgang der Gründungstätigkeit ist allerdings volkswirtschaftlich mit Sorge zu betrachten. Denn fehlen heute die Gründer, leidet morgen die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Somit ist es erforderlich, Existenzgründungen durch eine umfassende und durchgehende Förderung zu unterstützen, administrative Lasten abzubauen, die Vernetzung von Gründern und etablierten Unternehmen zu verbessern. Insgesamt gilt es, den Gründergeist an Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu fördern.


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Volker M. Schilling

Mittelstand, Unternehmensfinanzierung, Technologiepolitik, Tourismus

+49 (0)89-551 78-249
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