Letzte Aktualisierung: 25. Januar 2019

Position

Digitale Plattformen

Es gibt heute praktisch keinen Lebens- oder Arbeitsbereich mehr, in dem Internetplattformen keine Rolle spielen. Sie prägen quer durch alle Branchen und Sektoren die digitale Transformation.

Digitale Plattformen in der deutschen Industrie

Die Schlüsselfunktion digitaler Plattformen haben bereits unsere Studie Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung und die Handlungsempfehlungen des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft deutlich aufgezeigt. An diese Ergebnisse knüpfen wir mit unserer aktuellen, von der IW Consult GmbH erstellten, Studie Plattformen – Infrastruktur der Digitalisierung an und vertiefen sie.

Die neue Studie zeigt: Auch im industriellen Bereich gewinnen Plattformen zunehmend an Bedeutung. 70 Prozent der Unternehmen aus den Bereichen Industrie und industrienahe Dienstleistungen nutzen bereits Plattformen für ihr Kerngeschäft. Heute machen Transaktionsplattformen den größten Teil aus, also Plattformen für Einkauf und Vertrieb, tatsächlich datengetriebene Plattformen sind deutlich in der Minderheit. Bereits jetzt hängt ein spürbarer Teil der Wertschöpfung von Industrie und industrienahen Dienstleistungen an der Nutzung von Plattformen, die sich aber vielfach noch in der Investitions- bzw. Entwicklungsphase befinden und noch nicht rentabel sind. Ihre Bedeutung wird nach Einschätzung der Unternehmer weiter stark wachsen.

Bei Regulierungsvorhaben Maß halten

Auf europäischer Ebene gibt es derzeit mehrere Regulierungsvorhaben zu Plattformen. Auch im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD sind eine Reihe von Regelungen vorgesehen. Dabei wird deutlich, dass zwar eher B2C-Plattformen und besonders marktmächtige Akteure im Fokus stehen, trotzdem werden Industrieplattformen oder kleine Anbieter aber nicht ausgenommen. Hier muss deutlich stärker differenziert werden. Es gilt beispielsweise zu berücksichtigen, dass Plattformen in den Bereichen Industrie und industrienahe Dienstleistungen keine Monopolisierungstendenzen aufweisen, wie sie von großen Suchmaschinen oder E-Commerce-Plattformen bekannt sind. Eine schärfere Regulierung wäre daher verfehlt, mindestens aber verfrüht. Auch Regeln wie die auf europäischer Ebene diskutierte zusätzliche Besteuerung der digitalen Wirtschaft mögen auf die bekannten großen Unternehmen aus den USA zielen, würden aber unsere eigenen Firmen wesentlich härter treffen.

Entstehung eigener Plattformen aktiv begleiten

Damit unsere Unternehmen erfolgreich wirtschaften können, müssen wir die Entstehung und das Wachstum eigener Plattformen fördern. Ein zentraler Aspekt ist dabei eine innovationsfreundliche Handhabung des Umgangs mit Daten: Sachdaten dürfen keinem ähnlich strengen Regime unterworfen werden, wie es für die personenbezogenen Daten gilt. Hier sind vertragliche Regelungen das Mittel der Wahl. Auch das Kartellrecht muss so gehandhabt werden, dass es dem Teilen von Daten auf Plattformen nicht im Weg steht. Schließlich müssen möglichst viele Daten zur Verfügung stehen bzw. verknüpft werden können, insbesondere über eine konsequente Umsetzung von Open Data seitens des Staates.

Unsere aktuelle Position Digitale Plattformen erläutert und bewertet aktuelle Regulierungsvorhaben.


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Ansprechpartner
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Christine Völzow

Leiterin Abteilung Wirtschaftspolitik
Digitalisierung

+49 (0)89-551 78-249
Christine Völzow
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