Letzte Aktualisierung: 21. September 2018

Studie

Daten als Wirtschaftsgut

Daten waren in den meisten Branchen bis vor einigen Jahren oft wenig mehr als Teil des notwendigen Verwaltungsaufwands. Heute gibt es kaum einen Wirtschaftszweig, der noch keine datengetriebenen Geschäftsmodelle hervorgebracht hat. Parallel zur digitalen Transformation wächst der Wert von Daten der verschiedensten Art, und wir stehen erst am Anfang der Entwicklung.

Kaum einer würde heute noch bezweifeln, dass Daten einen Wert haben (können) und ein relevantes Wirtschaftsgut geworden sind. Den Wert von Daten und Wissen zu beziffern, fällt allen Beteiligten allerdings nach wie vor überaus schwer. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deshalb – ist bereits eine intensive Diskussion darüber entbrannt, wem welche Daten zustehen und wem die daraus generierten Werte zuzuordnen sind.

Auch Daten brauchen einen Rechtsrahmen

Es mag auf den ersten Blick naheliegend erscheinen, auf neue Entwicklungen mit einem neuen Rechtsrahmen zu reagieren. Die vermeintliche Ordnung wäre aber zu teuer erkauft, wenn dadurch das Neue im Keim erstickt wird und Wertschöpfung an weniger stark regulierten Standorten entsteht. Gewichtige rechtstechnische Überlegungen kommen noch dazu: jeder Eingriff in das bewährte System zieht weitreichende Folgen nach sich – in der Praxis leider oft auch ungewollte Konsequenzen mit hohem Korrekturbedarf – und sollte wohl abgewogen sein. Erster Schritt muss immer der Versuch sein, der neuen Herausforderung mit dem erprobten Instrumentarium zu begegnen.

So empfiehlt es auch der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft in Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung – Analyse und Handlungsempfehlungen: Gesetzgeberischer Aktionismus ist zu vermeiden, vertragliche Lösungen sind einem neuen „Dateneigentum“ klar vorzuziehen. Für die dazu notwendige Einordnung in unser heutiges Rechtssystem soll unsere vorliegende Studie einen Beitrag leisten. Erstellt wurde sie von Prof. Dirk Heckmann unter Mitwirkung von Prof. Louisa Specht.

Der Autor unserer Studie, Prof. Dirk Heckmann, wurde am 18. Juli 2018 in die Datenethikkommission der Bundesregierung berufen. Sie hat am 04. September 2018 ihre Arbeit aufgenommen und soll bis zum Sommer 2019 Handlungsempfehlungen an die Bundesregierung unter anderem zum Umgang mit Daten allgemein, zum Datenzugang und zur Datennutzung vorlegen. Die Arbeit wird von einer Reihe von Leitfragen strukturiert (abrufbar unter https://www.bmi.bund.de ), von denen viele den Gegenstand der vbw Studie Daten als Wirtschaftsgut betreffen.


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Ansprechpartner
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Christine Völzow

Leiterin Abteilung Wirtschaftspolitik
Digitalisierung

+49 (0)89-551 78-249
Christine Völzow
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