Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2018

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Auf der digitalen Agenda: Innovationsoffenheit fördern

Innovationsoffenheit und eine positive Einstellung der Bevölkerung sind entscheidende Faktoren für das Gelingen der digitalen Transformation und damit die Generierung von Wachstum und Wohlstand am Standort.

Die Bayerischen Arbeitgeberverbände vbw bayme vbm haben Einstellungen zu verschiedenen Aspekten der Digitalisierung erhoben. Die repräsentative Umfrage hat im Juli 2017 die gms Dr. Jung GmbH durchgeführt. Einige Aspekte waren bereits 2015 abgefragt worden und sind hier zum Vergleich mit dargestellt.

Einstellung der Bevölkerung zur Digitalisierung

Zu der Frage, ob die Digitalisierung insgesamt mehr Chancen oder mehr Risiken mit sich bringt, überwiegt in der Bevölkerung derzeit eine positive Einschätzung der Auswirkungen der Digitalisierung, aber nur leicht.

Chancen und Risiken der Digitalisierung (Ergebnisse von 2015 in Klammern)

Schaut man genauer in die Befragungsdaten, dann sieht man, dass die Befragten über 60 Jahre etwas skeptischer sind: rund 32 Prozent sehen überwiegend Chancen für die Gesellschaft, knapp 29 Prozent überwiegend Risiken; für sich selbst sehen in dieser Gruppe 28 Prozent eher Chancen und 30 Prozent eher Risiken. Aber auch in der insgesamt optimistischsten Zielgruppe der 18- bis 24-Jährigen (53 Prozent erwarten hier für sich selbst überwiegend Vorteile) sind die Meinungen geteilt.

Die Ergebnisse ermöglichen auch einen Blick speziell auf Bayern, da von den insgesamt 2005 Befragten eine in sich repräsentative Teilgruppe von 1003 Personen aus dem Freistaat stammt. Die Einschätzung der bayerischen Bevölkerung ist etwas optimistischer als im bundesweiten Durchschnitt. So glauben gut 39 Prozent, dass die Chancen für die Gesellschaft insgesamt überwiegen und nur 22 Prozent sehen eher Risiken. Für sich persönlich sieht die bayerische Bevölkerung Chancen und Risiken stärker im Gleichgewicht (27 Prozent) und nur 19 Prozent rechnen eher mit Nachteilen.

Bekanntheitsgrad des Themas Digitalisierung und eigene Nutzung

Auffällig ist auch, dass die Haltung der Bevölkerung im Vergleich zur letzten repräsentativen Befragung zurückhaltender geworden ist, während in allen Altersgruppen der Anteil derer deutlich gestiegen ist, die über Chancen und Risiken von Digitalisierung „viel“ oder „etwas“ gehört oder gelesen haben.

Dabei haben praktisch alle unter 60-Jährigen das Internet in den letzten 3 Monaten genutzt (99 Prozent), während das bei den über 60-Jährigen nur für weniger als die Hälfte gilt (43 Prozent). Wer keine eigenen Erfahrungen mit digitalen Technologien sammelt, wird von vornherein schwerer vom Nutzen überzeugt sein.

Ein weiterer Erklärungsansatz für die zurückhaltende Einschätzung kann sein, dass in der öffentlichen Berichterstattung die Risiken stärker betont werden, etwa im Hinblick auf mögliche Cyber-Angriffe, oder vermeintlich drohende negative Effekte auf dem Arbeitsmarkt.

Mehrwert der Digitalisierung für jeden Einzelnen

Dabei bringt die Digitalisierung neben zusätzlicher Wertschöpfung in den Unternehmen durch neue Produkte, neue Geschäftsmodelle oder verbesserte Prozesse auch eine Vielzahl von Vorteilen für jeden Einzelnen, die in keiner Statistik auftauchen. Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft fasst sie in Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung – Analyse und Handlungsempfehlungen, 2017 zusammen.

Dazu zählen beispielsweise

  • zahllose kostenlose Angebote, beispielsweise über Apps (mindestens 70 Prozent der Internetnutzer verwenden Apps),

  • der orts- und zeitunabhängig mögliche Zugang zu Wissen (85 Prozent der Internetnutzer greifen regelmäßig auf Suchmaschinen zu)

  • neue Kommunikationsmöglichkeiten (94 Prozent der Internetnutzer geben an, E-Mail zu nutzen)

  • oder zusätzlicher Nutzen in neuen Produkten ohne zusätzliche Kosten, beispielsweise die stetig steigende Leistungsfähigkeit von Geräten wie Smartphones.

Handlungsbedarf

Daher ist insbesondere auch der Staat gefordert, den Nutzen der Digitalisierung stärker sichtbar zu machen und die neuen digitalen Möglichkeiten zum Vorteil der Bürger und der Wirtschaft einzusetzen. Dazu gehört auch, dass die Technologie quer durch alle Gesellschafts- und Altersschichten erlebbar gemacht wird, beispielsweise mit geeigneten Schulungsangeboten.

Näheres zum Handlungsbedarf können Sie etwa in unseren Veröffentlichungen Digitale Agenda Bund und Bayern sowie Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung – Analyse und Handlungsempfehlungen erfahren.


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Ansprechpartner
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Christine Völzow

Büroleiterin des Präsidenten und des Hauptgeschäftsführers

+49 (0)89-551 78-106
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