Letzte Aktualisierung: 23. August 2017

Position

Gesteuerte Zuwanderung als Beitrag zur Fachkräftesicherung

Die Deckung des Fachkräftebedarfs stellte bereits heute eine zentrale Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft dar, die mit dem fortschreitenden demografischen Wandel immer drängender wird. Zahlreiche Studien belegen, dass die Ausschöpfung der inländischen Potenziale dabei bei weitem nicht ausreicht, um der Wirtschaft auch künftig die benötigten Fachkräfte zu sichern. Deshalb sind ergänzend die Anstrengungen für eine verstärkte Erwerbsmigration ausländischer Fachkräfte zu intensivieren.

In diesem Zusammenhang muss insbesondere die gesteuerte Zuwanderung, die auf die Gewinnung von qualifizierten Drittstaatsangehörigen abzielt, stärker fokussiert werden. Denn sie bietet große Potenziale und kann nach den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts ausgerichtet werden. Gerade dieses Merkmal grenzt die gesteuerte Zuwanderung klar von einer ungesteuerten Zuwanderung ab, wie sie im Fall der Zuwanderung aus der Europäischen Union oder im Rahmen des Zuzugs Geflüchteter vorliegt. Diese Steuerungsmöglichkeit müssen wir im Interesse unserer Wirtschaft und der Tragfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme stärker als bislang nutzen. Ziel muss es sein, die gesteuerte Zuwanderung aus Drittstaaten mittelfristig auf 150.000 Personen pro Jahr zu erhöhen.

Unser Positionspapier mit dem Titel Gesteuerte Zuwanderung erläutert, warum wir auf die qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland angewiesen sind und welche Maßnahmen zur Steigerung der gesteuerten Zuwanderung aus Drittstaaten ergriffen werden müssen.

Handlungsansätze

Eine grundsätzliche Neugestaltung des zuwanderungsrechtlichen Rahmens ist nicht erforderlich. Das Zuwanderungssystem muss allerdings an fünf Stellschrauben optimiert werden:

  • Die Zuwanderung nach Deutschland muss sich auch künftig in erster Linie an den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts orientieren.
  • Bestehende Defizite in der praktischen Umsetzung des Zuwanderungsrechts sind zu beseitigen.
  • Um möglichst viele ausländische Absolventen in Deutschland zu halten, müssen die Rahmenbedingungen verbessert und nachhaltige Perspektiven aufgezeigt werden.
  • Das Standortmarketing im Ausland muss intensiviert werden, um im globalen Wettbewerb um Fachkräfte erfolgreich zu sein.
  • Die Anstrengungen zur gezielten Vermittlung der deutschen Sprache im Ausland sind weiter zu verstärken.


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Ansprechpartner
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Friedrich Stanner

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung, Fachkräftesicherung

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