Letzte Aktualisierung: 04. Mai 2017

Kurzbewertung

Familienfreundlichkeit in Unternehmen


Die bayerischen Unternehmen unterstützen ihre Beschäftigten im Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit vielfältigen betrieblichen Maßnahmen und mit ihrem Engagement in Projekten der Arbeitgeberverbänden und anderen Netzwerken. Zu nennen sind zuallererst:

  • Flexible Arbeitszeitregelungen
  • Initiativen zur Kinderbetreuung
  • Weiterbildungsangebote

Insgesamt ist der Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung: Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Neugewinnung und bei der Bindung der Fachkräfte an die Firma. Rund 80 Prozent der Führungskräfte sind der Überzeugung, dass Familienfreundlichkeit eine hohe Bedeutung für das Unternehmen hat.



In den letzten zehn Jahren haben die Unternehmen trotz der in dieser Zeitspanne liegenden schwersten Wirtschaftskrise seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland ihr Engagement im Bereich Familienfreundlichkeit enorm ausgebaut. Die Ergebnisse des vom Bundesfamilienministerium veröffentlichten Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit zeigen, dass das Thema Familienfreundlichkeit weiterhin eine hohe Bedeutung in der deutschen Wirtschaft besitzt:

  • Acht von zehn Unternehmen in Deutschland (80,7 Prozent) schätzen die Bedeutung von Familienfreundlichkeit für sich als wichtig oder eher wichtig ein. Das sind deutlich mehr noch als im Jahr 2003 (46,5 Prozent).
  • Knapp vier von zehn Unternehmen sind der Ansicht, dass die Bedeutung von Familienfreundlichkeit in den kommenden fünf Jahren noch zunehmen wird. Das familienbewusste Engagement stabilisiert sich auf hohem Niveau.
  • Der Anteil der Unternehmen, die 13 oder mehr Maßnahmen anbieten, ist mit 8,2 Prozent weiterhin deutlich höher als 2006 (4,8 Prozent).
  • Gut 15 Prozent der Unternehmen führen zehn bis zwölf Maßnahmen durch (2009: 16,9 Prozent; 2006: 15,0 Prozent; 2003: 3,4 Prozent).
  • Der Anteil der Unternehmen, die überhaupt nicht tätig geworden sind, ist mit 1,3 Prozent faktisch vernachlässigbar. Zehn Jahre zuvor war noch knapp ein Fünftel der Unternehmen inaktiv.
  • Flexible Modelle bei Arbeitszeiten und Arbeitsorganisation stellen weiterhin das Rückgrat einer familienbewussten Personalpolitik dar. Knapp 96 Prozent der hiesigen Unternehmen sind in diesem Feld aktiv. Die aktuellen Zahlen signalisieren eine Hinwendung der Unternehmen zu individualisierten Lösungen, bei denen die Beschäftigten entweder im Aushandlungsprozess ihre Vorstellungen mit einbringen können oder die Arbeitszeit in Selbstverantwortung regeln.
  • Betriebliche Anforderungen stecken zwar weiterhin insgesamt den Rahmen für die konkrete Lage der individuellen Arbeitszeiten ab, gleichwohl sind in zwei von drei Unternehmen die Mitgestaltungsmöglichkeiten der Beschäftigten bei der Festlegung, wann und wie lange tatsächlich gearbeitet wird, eher groß oder groß.
  • Auf einem hohen Aktivitätsniveau bewegen sich die Unternehmen auch im Hand-lungsfeld „Elternzeit / Elternförderung“ (86,3 Prozent). Im Vordergrund stehen die Rücksichtnahme auf die Belange berufstätiger Eltern und die Möglichkeit, auch während der Elternzeit phasenweise oder in Teilzeit zu arbeiten.
  • Mehr als die Hälfte der Unternehmen unterstützt ihre Beschäftigten bei der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen.

Familienfreundliche Maßnahmen von Unternehmen können sein:

  • Flexible Arbeitszeitmodelle
  • Telearbeit
  • Teilzeitmodelle
  • flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten
  • Vertrauensarbeitszeiten
  • Kulante Behandlung, wenn es beispielsweise darum geht, Kinder in den Kindergarten oder die Schule zu bringen
  • Sabbaticals
  • Jobsharing
  • individuell vereinbarte Arbeitszeiten
  • Patenprogramme oder Weiterbildungsangebote während der Elternzeit
  • Individuell angepasste Vertretungseinsätze für Eltern in Elternzeit
  • Teilzeit- oder phasenweise Beschäftigung während der Elternzeit
  • Einarbeitungsprogramme für den Wiedereinstieg
  • betriebliche Kinderbetreuung etwa in Form einer Betriebskinderkrippe oder eines Betriebskindergartens
  • Belegplätze
  • Tagesmutterservice
  • Pflegedienste
  • Familienservice
  • Gesundheitsvorsorge
  • Essen für Mitarbeiterkinder in der Kantine
  • Freizeitangebote für Beschäftigte und deren Familien
  • Rechtsberatung und Informationsangebote usw.

Aktivitäten der Verbände

Schon seit vielen Jahren befassen sich bayme vbm und vbw mit dem Thema Frauen und Familie. Entstanden sind dazu viele politische Stellungnahmen zur Familienpolitik, ebenso zahlreiche Publikationen. Konkrete Hilfen und Tipps für die Personalverantwortlichen in den Unternehmen gibt etwa die Info-Recht-Broschüre Elternzeit und Berufsrückkehr.

bayme vbm vbw gehen in Sachen Frauenförderung selbst mit gutem Beispiel voran und setzen auf eine Personalpolitik, die Frauen wie Männer gleichermaßen fördert. Dafür wurden sie wiederholt mit dem TOTAL E-QUALITY-Prädikat ausgezeichnet. Zudem haben die Verbände eine Fülle an Projekten angestoßen oder betreiben diese noch immer. So ist etwa die vbw einer der Träger des Familienpakt Bayern. Dessen Ziel ist es, gute Rahmenbedingungen für Familien in der Arbeitswelt zu schaffen. Eine Servicestelle steht allen bayerischen Unternehmen zur Erstberatung offen.

Auch die Arbeitgeberverbände auf Bundesebene leisten mit zahlreichen Initiativen und Aktivitäten ihren Beitrag. BDA und Gesamtmetall stellen Best-Practice-Broschüren zur Verfügung, die Sie über unsere Linkbox aufrufen können. Dort erhalten Sie einen Einblick in das Engagement von bayerischen Unternehmen im Bereich Vereinbarkeit.


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Ansprechpartner
Ansprechpartner

Franz Niedermaier

Frauen-, Familien- und Gesundheitspolitik, Kirche/Kultur Pflegeversicherung, Krankenversicherung, BGM/BGF

+49 (0)89-551 78-214
Franz Niedermaier
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