Letzte Aktualisierung: 17. März 2020

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Equal Pay Day – Lohnlücke differenziert betrachten

Anlässlich des Equal Pay Day am 17. März 2020 hat das Statistische Bundesamt neue Zahlen zu dem Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern bekannt gegeben. Demnach ist die unbereinigte Lohnlücke im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt gesunken, auf 20 Prozent.

Geringe Aussagekraft der unbereinigten Lohnlücke

Allerdings ist die unbereinigte Lohnlücke nicht aussagekräftig. Bei der unbereinigten Lohnlücke werden Männer und Frauen miteinander verglichen, die ganz unterschiedliche Berufe, Qualifikationen und Erwerbsbiografien aufweisen. Rund drei Viertel des Verdienstunterschiedes zwischen Männern und Frauen sind strukturbedingt. Maßgeblich ist die bereinigte Lohnzahlungslücke. Diese berücksichtigt Faktoren wie berufliche Auszeiten, Teilzeitbeschäftigung und die Berufsorientierung. So sinkt der sog. „Gender Pay Gap“ deutlich und liegt laut Statistischem Bundesamt bei unter fünf Prozent.

Höhere Erwerbsbeteiligung und weniger Teilzeit als Mittel gegen den Gender Pay Gap

Ein entscheidender Unterschied für Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen sind Teilzeitbeschäftigung und familienbedingte Erwerbsunterbrechungen. Nach wie vor reduzieren oder unterbrechen Frauen häufiger und länger als Männer aus familiären Gründen ihre Erwerbstätigkeit. Auch der Teilzeitanteil liegt bei Frauen mit 47 Prozent deutlich über den Wert für Männer mit neun Prozent. Will man die Lohnlücke verkleinern, muss man an diesen Punkt ansetzten und weiter die Rahmenbedingungen verbessern, damit insbesondere Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser gelingt.

Nicht zielführend sind hingegen weitere bürokratische Vorschriften zur Entgelttransparenz oder verbindliche Vorgaben für Frauenquoten. Solche Maßnahmen setzen nicht an dem Ursprüngen des Lohngefälles an und könne daher auch nicht zur Problemlösung beitragen. Sie führen aber zu erheblichen Belastungen für die Unternehmen.

Mehr Frauen für Berufe im Bereich Natur- und Ingenieurwissenschaft begeistern

Um die Entgeltunterschiede weiter abzubauen, gilt es zudem, bei der Berufs- und Studienwahl von Frauen anzusetzen und sie noch stärker als bislang für tendenziell männerdominierte Branchen und Berufe begeistern. So führen die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm seit vielen Jahren Projekte durch, um Mädchen bereits im Schulalter für technische Berufe zu interessieren, zum Beispiel mit den Projekten ‚ Girls‘ Day Akademie ‘ oder ‚ Mädchen für Technik-Camps ‘.


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Beate Neubauer

CSR / Nachhaltigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Alterssicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Gesundheitswirtschaft

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