Letzte Aktualisierung: 29. August 2019

Studie

Niedriglohn in Bayern – Wichtiges Einstiegsinstrument und Sprungbrett

Niedriglohn und Lohnmobilität in Bayern

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Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich in den letzten Jahren ausgesprochen positiv entwickelt. Insbesondere der bayerische Arbeitsmarkt zeigt sich momentan in einer sehr guten Verfassung. So legte die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Freistaat zwischen 2009 und 2018 um über 20 Prozent zu, zugleich erreichte die Anzahl der Arbeitslosen im Jahr 2018 mit rund 214.000 Personen einen Tiefstand seit 1991. Eine Trendwende beim Beschäftigungsaufbau ist derzeit nicht in Sicht.

Die Attraktivität des Standorts Bayern lässt sich aber nicht nur an der Beschäftigungsentwicklung, sondern auch an den Verdienstperspektiven festmachen: Der Freistaat gehört zu den Bundesländern mit dem höchsten Verdienstniveau. Die Studie zeigt, dass der Niedriglohnsektor in Bayern – im Vergleich zum Bundesdurchschnitt bzw. zu anderen Bundesländern – relativ klein ausfällt.

Niedriglohnsektor in Bayern unterdurchschnittlich ausgeprägt

Die Größe des Niedriglohnsegments und seine Struktur sind schon häufig Objekte wissenschaftlicher Analysen gewesen. Auch in der vorliegenden Studie soll zunächst ein Blick auf die Größe und die Struktur des Niedriglohnsektors geworfen werden. Wer allerdings lediglich den jeweils zeitbezogenen Status quo betrachtet und die Übergänge in eine Beschäftigung sowie zwischen Niedriglohn- und Normallohnbereich vernachlässigt, läuft Gefahr, die wichtigen Integrations- und Sprungbrettfunktion zu übersehen. Der Schwerpunkt unserer Analyse wurde deshalb auf die Mobilitätsprozesse gelegt, die den Wechsel in und aus dem Niedriglohn beschreiben.

Unsere vorliegende Kurzstudie fasst die wesentlichen Ergebnisse eines ausführlichen Gutachtens zusammen, das vom iw – Institut der deutschen Wirtschaft in Köln im Auftrag der vbw erstellt wurde. Beide Publikationen sollen zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen.

Gefühlte Wahrnehmung negativer als die Realität

Wieso der Faktencheck mit der Realität meist positiver ausfällt, zeigen auch andere Untersuchungen des iw Köln. Während rund jeder dritte Dritte glaubt, die Arbeitslosenquote läge über 20 Prozent, ist der tatsächliche Anteil an Arbeitslosen weit unter diesem Wert. „Bei Gerechtigkeitseinschätzungen konnten wir in einer früheren Studie zeigen, dass diese beispielsweise mit der medialen Berichterstattung zusammenhängen. Ganz erklären lassen sich die großen Unterschiede zwischen Realität und Wahrnehmung damit allerdings nicht. Da sich diese zwischen Ländern als recht konstant erweisen, dürften insbesondere historische und kulturelle Erklärungsfaktoren eine große Rolle spielen. Hinzu kommt, dass viele Menschen statistische Fragestellungen schwer einordnen können“, so Judith Niehues. Die Leiterin der Forschungsgruppe Mikrodaten und Methodenentwicklung im IW verweist in einem Interview (siehe Kasten rechts) allerdings darauf, dass solche Fehleinschätzungen kein deutsches Phänomen, sondern diese auch im internationalen Vergleich relativ häufig zu finden sind.


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