Letzte Aktualisierung: 14. Februar 2017

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Rekord bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Im Jahr 2015 haben die Arbeitgeber schätzungsweise 45 Milliarden Euro allein für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall aufgewendet – das sind jene Leistungen, die erkrankte Arbeitnehmer während der ersten sechs Wochen ihrer Krankheit erhalten, nämlich das volle Bruttogehalt.

Doch das ist nicht alles: Zusammen mit den 8,9 Milliarden Euro an Beiträgen zur Sozialversicherung mussten die deutschen Unternehmen im Jahr 2015 insgesamt 53,9 Milliarden Euro für ihre erkrankten Mitarbeiter aufwenden. Dies hat das IW Köln in einer Kurzstudie untersucht.

Über 100 Prozent Steigerung in 10 Jahren

Richtig einordnen kann man diese Summe erst, wenn man sie mit den Ausgaben des Jahres 2006 vergleicht. Denn damals hatte Deutschland mit durchschnittlich 12,9 Arbeitsunfähigkeitstagen je Pflichtmitglied der Betriebskrankenkassen einen historisch niedrigen Krankenstand. Entsprechend niedrig war auch der Posten Entgeltfortzahlung. Seitdem ist dieser Kostenblock jedoch kontinuierlich größer geworden – binnen eines Jahrzehnts um 114 Prozent.

Unterschiedliche Faktoren ausschlaggebend

Diese Entwicklung wird häufig dem gestiegenen Krankenstand zugeschrieben. Tatsächlich aber gibt es noch andere Faktoren:

Steigende Entgelte der Mitarbeiter führen unter sonst gleichen Bedingungen ebenfalls zu höheren Lohnfortzahlungen. Die wachsende Beschäftigung erhöht die Ausfalltage durch Krankheit, und zwar auch dann, wenn das durchschnittliche Erkrankungsrisiko gleich bleibt.

Bleibt die Frage, wie viel man durch medizinische Prävention einsparen könnte. Würde die Zahl der ärztlich attestierten durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeitstage unter den aktuellen Beschäftigungs- und Entgeltverhältnissen von derzeit 17,3 wieder auf das Rekordtief von 12,9 gesenkt, dann läge das maximale Einsparpotenzial bei knapp 14 Milliarden Euro. Das klingt nach einer enormen Summe. Allerdings fehlt noch die Gegenrechnung, also der Umfang und der Aufwand, mit dem dieses Einsparpotenzial realisiert werden kann.

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IW Kurzbericht zur Lohnfortzahlung

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