Letzte Aktualisierung: 07. April 2016

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Der Einfluss von Arbeitsbedingungen auf die psychische Gesundheit

Die Diagnosezahlen von psychischen Erkrankungen steigen und häufig wird behauptet, dass in erster Linie Stress am Arbeitsplatz die Ursache sei. Um diese Debatte zu versachlichen und ein wissenschaftliches Fundament zur Diskussion zu schaffen, haben die Verbände das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München mit einer Studie beauftragt, die den Einfluss von Arbeitsbedingungen auf die psychische Gesundheit untersucht.

Umfassende Langzeitanalyse

Wichtigstes Alleinstellungsmerkmal der Studie ist ihre lange Laufzeit: Die Erkenntnisse beruhen auf Erhebungen innerhalb einer Bevölkerungsstichprobe, die seit 20 Jahren begleitet wird. Die meisten Studien zum Einfluss von Arbeitsbedingungen auf die psychische Gesundheit basieren dagegen auf Querschnittsdaten oder untersuchen nur eine kurze Zeitspanne.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

  • Arbeit ist kein besonderer Risikofaktor für psychische Erkrankungen. Obwohl psychische Erkrankungen weitreichende Folgen für die Betroffenen und ihr Arbeitsumfeld haben, scheint der Einfluss von Arbeitsbedingungen auf die psychische Gesundheit eher gering zu sein. Stattdessen beeinflussen vor allem personenbezogene und biografische Belastungsfaktoren das Wiedererkrankungsrisiko.
  • In der beobachteten Gruppe gab es keine Zunahme der psychischen Erkrankungen. Es handelt sich dabei um eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe, die 1994 im Alter von 14 bis 24 Jahren per Zufallsprinzip ausgewählt und seither regelmäßig befragt wurde. Dieses Ergebnis deckt sich mit anderen epidemiologischen Studien, steht aber im Widerspruch mit statistischen Angaben der Krankenkassen und Rentenversicherer, nach denen der Anteil psychischer Störungen bei Fehltagen und Frühberentungen ansteigt. Da dieser statistische Anstieg mit einem Rückgang anderer Diagnosen bei gleichzeitig stabiler Gesamtzahl an Fehltagen und reduzierten Frühberentungen einhergeht, ist hierfür vermutlich eine veränderte Bewertung psychischer Erkrankungen verantwortlich.
  • Psychische Erkrankungen unterscheiden sich prinzipiell nicht zwischen berufstätigen und nicht berufstätigen Personen. Ein Vergleich der Häufigkeit psychischer Erkrankungen und Symptome zwischen berufstätigen Studienteilnehmern und Studienteilnehmern mit weniger als 50 Prozent der üblichen Wochenarbeitszeit bzw. nicht-berufstätigen Studienteilnehmern ergab keine prinzipiellen Unterschiede.

Weitreichender Einfluss von psychischen Erkrankungen

Unabhängig von ihrer Ursache haben psychische Erkrankungen dennoch weitreichende Folgen für die Betroffenen und ihr Arbeitsumfeld. Um dem individuellen Leiden der Betroffenen und den volkswirtschaftlichen Folgen psychischer Störungen bestmöglich vorbeugen und dadurch entgegenwirken zu können, spielen die frühe Diagnostik, die schnelle und richtige Behandlung und eine angemessene Nachsorge eine entscheidende Rolle.

Das Aktionsprogramm "Psychische Gesundheit" von bayme vbm

Die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber haben bereits 2013 ein umfangreiches Servicepaket zum Thema Psychische Gesundheit aufgelegt. In Workshops und Inhouse-Trainings erhalten Geschäftsführer, Führungskräfte und Personalverantwortliche vertiefendes Wissen zur Früherkennung psychischer Belastungen und konkrete Tipps zum Umgang mit psychisch erkrankten Mitarbeitern. Eine Telefonberatung bietet schnelle und vertrauliche Hilfe für die Mitarbeiter und Führungskräfte der bayme vbm Mitgliedsunternehmen. Bei Bedarf wird nach der Erstberatung an ein Netzwerk von Anlaufstellen vermittelt.


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