Letzte Aktualisierung: 06. Dezember 2018

Deutschland hat Zukunft

Rückblick – Arbeit im Alter

Das Erwerbspotenzial älterer Menschen leistet einen wertvollen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Aus diesem Anlass hat die vbw zusammen mit Vertretern aus Politik und Praxis auf ihrem Kongress Arbeit im Alter diskutiert, wie die Erwerbsbeteiligung von älterer Mitbürger noch weiter gesteigert werden kann.

Positiver Trend bei der Beschäftigung Älterer

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw stellte in seinem Begrüßungsstatement heraus, dass in den letzten Jahren ein deutlicher Beschäftigungsaufbau in der Altersgruppe der 60- bis 65-Jährigen stattgefunden hat. "Diese Entwicklung ist sehr erfreulich, da auch ältere Menschen einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten können. Im Rahmen der Initiative Fachkräftesicherung+, die wir zusammen mit der bayerischen Staatsregierung beschlossen haben, spielen die Potenziale älterer Mitarbeiter eine wichtige Rolle."

Erfreut zeigte sich Brossardt auch darüber, dass nicht nur bei den Betrieben ein wachsendes Interesse an älteren Mitarbeitern festzustellen ist, viele Ältere wollen mittlerweile auch über das Renteneintrittsalter heraus arbeiten. Ausschlaggebend sind dafür nicht allein finanzielle Gründe, sondern hauptsächlich soziale Motive.

Weiteren Handlungsbedarf für mehr Beschäftigung älterer Menschen sieht Brossardt bei der Flexibilisierung der Übergänge vom Erwerbsleben in die Rente, außerdem gilt es Frühverrentungsanreize wie die Rente mit 63 zurückzunehmen.

Prävention und Qualifizierung stärken Erwerbsbeteiligung älterer Menschen

Zum Thema „Rahmenbedingungen für die Beschäftigung Älterer“ sprach die Parlamentarische Staatssekretärin aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Anette Kramme. Auch sie lobte die wachsende Erwerbsbeteiligung und stellte heraus, dass die Betriebe das Erfahrungswissen brauchen. Um die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter möglichst lange zu erhalten sind Prävention und Qualifizierung zentrale Handlungsansätze.

Kramme lobte deshalb, dass im Zuge des Qualifizierungschancengesetzes nun die Förderung für Weiterbildung und -qualifizierung ausgebaut wird. Gute Ansätze sieht sie auch im Projekt rehapro, durch das die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen gesichert werden soll. Die im Zuge des Flexirentengesetz eingeführten Gesundheitschecks beurteilte Kramme ebenfalls positiv.

Anette Kramme unterstrich aber, dass ein wesentlicher Ansatzpunkt für mehr Beschäftigung im Alter in einer stärken Flexibilisierung bei der Arbeitszeit liegt. Sie warb dafür, dass innerhalb der Betriebe Gespräche geführt werden und Kompromisse für verschiedene Arbeitszeitmodelle gefunden werden.

Einblick aus der Praxis

Mit welchen Maßnahmen Betrieb ihre Mitarbeiter körperlich und geistig fit halten können und so die Beschäftigungsfähigkeit sichern können, berichteten Judith Hantl-Merget, Pflegedirektorin bei den RoMed Kliniken Rosenheim und Doris Sieber, zuständig für Health Management bei der Siemens AG. Gerade im Gesundheits- und Pflegebereich ist es wichtig, ältere Mitarbeiter zu halten, um genügend Fachkräfte zu haben. Ein zentraler Ansatzpunkt besteht darin, Entlastungsmöglichkeiten zu schaffen, z. B. über entsprechende Arbeitszeitmodelle.

Bei Siemens setzt die betriebliche Gesundheitsförderung bei allen Mitarbeitern an. Ziel ist eine kontinuierliche Begleitung während des gesamten Erwerbslebens, um die Eigenverantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit zu unterstützen. Wichtig ist es zudem, den einzelnen Mitarbeiter miteinzubeziehen, beispielsweise bei der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung

Judith Hantl-Merget stellte heraus, dass die Bedeutung des Generationenmanagements immer stärker zunimmt, um das Verständnis sowie den Respekt zwischen den Generationen zu sichern.

Podiumsdiskussion – Arbeit im Alter

Zu der abschließenden Podiumsdiskussion wurde die Runde noch um Max Straubinger, MdB, CSU ergänzt. Straubinger sprach sich dafür aus, die Prävention weiter zu stärken und zum Beispiel die betriebliche Weiterbildung um Aspekte der Gesunderhaltung zu ergänzen. Er begrüßte, dass die Betriebe sich mittlerweile gezielt für ältere Mitarbeiter interessieren.

Bertram Brossardt stellte in der Diskussion um flexible Arbeitszeitmodelle heraus, dass immer eine Balance zwischen den individuellen Wünschen und einer insgesamt tragfähigen Arbeitsorganisation gefunden werden muss. Als Fazit hielt er fest, dass es ein Anliegen der vbw ist, Überzeugungsarbeit für die Beschäftigung Älterer zu leisten.

Rückblick

Rückblick – Arbeit im Alter
am 05.12.2018 in München


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Beate Neubauer

CSR / Nachhaltigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Alterssicherung

+49 (0)89-551 78-214
Beate Neubauer

  Zur Veranstaltungsübersicht

Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben