Letzte Aktualisierung: 06. Dezember 2019

Politischer Dialog Brüssel

Rückblick – Safety First for Automated Driving

For English version please click here.

Am 04. Dezember 2019 diskutierten Experten aus der Verkehrswirtschaft bei einem Politischen Dialog Safety first for Automated Driving der vbw in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU die Herausforderungen und Chancen des automatisierten und autonomen Fahrens.

Rahmenwerk von elf Unternehmen erarbeitet

Um Lösungen zu den anstehenden regulatorischen und rechtlichen Herausforderungen anzubieten, haben sich elf führende Unternehmen der Mobilitäts- und Automobilindustrie zusammengeschlossen und ein Rahmenwerk für Sicherheit bei automatisierten Fahrsystemen erarbeitet: „Safety first for Automated Driving“. Dieses White Paper wurde bei der Veranstaltung detailliert erörtert.

Innovationsfreundlicher Rechtsrahmen erforderlich

Christine Völzow, Geschäftsführerin und Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik der vbw, betonte die Notwendigkeit, die passenden rechtlichen Grundlagen für sicheres automatisiertes und autonomes Fahren zu schaffen. Das Thema sei von zentraler Bedeutung sowohl für Bayern als auch für Deutschland und die EU insgesamt. Die Ausgangsposition sei grundsätzlich gut, es müssten aber noch einige Herausforderungen bewältigt werden, beispielsweise im Hinblick auf die Definition der Zulassungsvoraussetzungen und Testverfahren beim Einsatz lernender Systeme. Hierfür stelle das White Paper eine hervorragende Grundlage für eine künftige Sicherheitsarchitektur dar, auf die aufgebaut werden müsse. Bereits zuvor hatte Barbara Schretter, Leiterin der Vertretung, das Engagement des Freistaats für Automobilindustrie und Künstliche Intelligenz betont.

Simon Fürst, Hauptexperte für autonome Antriebstechnologien der BMW Group, erläuterte in seinem Vortrag wesentliche Inhalte, Zielrichtung und weiteres Vorgehen im Hinblick auf das White Paper. Wichtig seien insbesondere die gesamthafte Betrachtung des automatisierten Systems und der offene, kooperative Ansatz bei der Erarbeitung neuer Standards. Weitere Unternehmen hätten ihre Beteiligung bereits zugesagt.

Antony Lagrange, Teamleiter für Fahrzeug-Compliance, Sicherheit und Automatisierung bei der DG Grow der Europäische Kommission, bestätigte in seinem Statement, dass das Papier zur rechten Zeit käme und wichtige Voraussetzungen auf dem Weg zum autonomen Fahren schaffe. Die Industrie zeige, wie ernst es ihr mit der Gewährleistung von Sicherheit sei. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion wies Ondřej Kovařík, MdEP, auf die Bedeutung der Technologieoffenheit hin. Die Rolle der Kommission bestehe in der Tat darin, einen geeigneten Rahmen zu schaffen, der Innovationen der Unternehmen ermögliche. Einig waren sich die Vertreter der europäischen Institutionen darin, dass es darum gehe, die notwendigen Voraussetzungen für eine Markteinführung zu schaffen, es aber nicht sinnvoll sei, eine detaillierte und ggf. zu enge Regulierung zu entwickeln, bevor es die entsprechenden Produkte gebe.

Das entsprach grundsätzlich auch der Auffassung der Unternehmensvertreter, die einen smarten und flexiblen Rahmen für erforderlich halten. Gleichzeitig müsse jedes Fahrzeug in Europa letztlich dasselbe Niveau an Sicherheit bieten. Diskutiert wurde auch über das autonome Fahren (Level 5) und die damit verbundenen Anforderungen sowie über die wichtige Rolle hochauflösender Kartendaten. Michael O’Brien, Leitender Ingenieur hochautomatisiertes Fahren bei HERE Technologies, und Pierre-Olivier Millette, stellvertretender Direktor Automated Driving EMEA, Intel Corporation, machten deutlich, dass das kein „Science Fiction“ sei, Voraussetzung für Akzeptanz in der Bevölkerung aber umso mehr die Sicherheit und das Vertrauen in die Technologie werde, die es nun auf den nächsten Leveln zu gewährleisten gelte. Mit dem White Paper werden zunächst die Level 3 und 4 adressiert, wie auch Thomas Wiltschko, Teamleiter Systemsicherheit für automatisiertes Fahren bei der Daimler AG, betonte.

Das sehr zahlreich erschienene Publikum nahm regen Anteil an der Diskussion und brachte zusätzliche Aspekte ein, beispielsweise Fragen der Haftung und in den einzelnen Mitgliedstaaten unterschiedliche verhaltensrechtliche Anforderungen.

Christine Völzow betonte zusammenfassend, dass auf diesen guten Vorarbeiten nun aufgebaut werden müsse, auch vom Gesetzgeber, und empfahl den Standort Bayern als geeigneten europäischen beziehungsweise internationalen Hub für das Thema Safety beim automatisierten Fahren. Die vbw werde dabei bei Bedarf gerne unterstützen.

Rückblick

Rückblick – Safety First for Automated Driving
am 04.12.2019 in Brüssel

Information
i
Vortrag
Safety First For Automated Driving – Vortrag BMW
i
Information
Safety First For Automated Driving – White Book

Bilder (11 Bilder)


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Christine Völzow

Leiterin Abteilung Wirtschaftspolitik
Digitalisierung

+49 (0)89-551 78-249
Christine Völzow
Weitere
Kontakte

Dr. Peter Pfleger

Umwelt, Verkehr, Rohstoffe, Verbraucherschutz

+49 (0)89-551 78-249
Peter Pfleger

Volker Pitts-Thurm

Leiter Verbindungsbüro Brüssel

+32 (0)2-500 57-83
Volker Pitts-Thurm
schließen

  Zur Veranstaltungsübersicht

Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben