Letzte Aktualisierung: 25. September 2020

Starkes Bayern - starkes Europa | OnlineKongress

Rückblick – Die EU und China – Quo vadis, Europa?

Auf dem OnlineKongress „Die EU und China – Quo vadis, Europa?“ beleuchtete die vbw die europäisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen mit bayerischen und europäischen Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Abschottung kann nicht die Lösung sein

In seiner Begrüßungsrede hat vbw Präsident Wolfram Hatz angemahnt, dass eine europäische Abschottung gegenüber China nicht der richtige Weg ist, auch wenn Sorgen und Ängste in Bezug auf Abhängigkeiten in der Lieferkette, chinesische Direktinvestitionen oder die Intransparenz auf den chinesischen Märkten bestehen. Eine Abschottung sei vor allem deswegen abwegig, weil der Wohlstand Europas zu einem gewichtigen Teil auf dem Austausch mit China basiert. Die Lösung: Europa muss sein volles Verhandlungsgewicht entfalten und geschlossen gleiche Wettbewerbsbedingungen von China einfordern.

vbw Studie „Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und China“: Noch kein Level Playing Field in Sicht

Dr. Michael Böhmer, Prognos AG, stellte die von der vbw in Auftrag gegebene Studie „Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und China“ vor. Die Studie zeigt, dass sich die Rahmenbedingungen für ausländische Direktinvestitionen in China durchaus verbessert haben. Das neue chinesische Foreign Investment Law hat zum Ziel, den chinesischen Markt transparenter zu machen und sorgt für besseren Schutz vor behördlicher Willkür. Im Verhältnis zum europäischen Investitionsschutz bleiben aber deutlich strengere Einschränkungen für viele Marktbereiche bestehen.

Ein gemeinsamer China-Kurs der EU-Institutionen

Bei den Ausführungen von Manfred Weber, CSU-Fraktionsvorsitzer im EU-Parlament, und Dr. Sabine Weyand, Generaldirektorin der EU-Kommission für Handel, wurde deutlich, dass das Europäische Parlament und die Kommission bei den sino-europäischen Beziehungen sehr stark auf einer Linie liegen. Beide sehen in China gleichzeitig einen Kooperationspartner, Wettbewerber und Systemrivalen. Laut Manfred Weber muss die EU ihre ganze wirtschaftliche Kraft einsetzen, um Reziprozität von China einzufordern. Gemäß Dr. Sabine Weyand muss

  • China in das OECD-Engagement zu Exportkrediten und das WTO-Beschaffungsabkommen eingebunden werden und

  • die EU ihr handelspolitisches Schutzinstrumentarium bei Dumpingverstößen voll ausschöpfen, ihr Weißbuch zu Verzerrungen auf dem Binnenmarkt durch ausländische Investitionen weiterentwickeln und ihre außenwirtschaftlichen Beziehungen durch den Abschluss neuer Freihandelsabkommen diversifizieren.

Konkurrenzsituation in China ist die schärfste der Welt

Die Ausführungen von Dieter Stetter, CEO der Bauer Technologies Far East, gaben einen umfassenden Einblick in die unternehmerische Realität in China. Die 25-jährige Erfahrungen der Bauer-Gruppe in China zeigen, dass es sich für ein europäisches Unternehmen durchaus lohnt, im Reich der Mitte zu investieren. Trotz des Erfolgs berichtete Dieter Stetter, dass die Konkurrenzsituation in China die schärfste der Welt ist. Große Maschinenbaukonzerne sind teilweise staatlich oder werden staatlich gefördert. Die unerschöpflichen Finanzierungskapazität großer Konkurrenten trifft die Bauer-Gruppe hart. Auch Exportkredite des Staates seien nicht ungewöhnlich.

Podiumsdiskussion: Die EU und China – Make or Break?

Auf dem Podium tauschte sich vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt mit Vertretern unserer europäischen Schwesterverbänden aus Frankreich, Österreich, Ungarn, Italien und Spanien aus. Die Podiumsdiskutanten waren der Ansicht, dass China als wirtschaftlicher Partner unerlässlich ist. Vom Investitionsabkommen, das zwischen der EU und China verhandelt wird, erhoffe man sich weniger Einfluss des chinesischen Staates auf europäische Firmen. Auch waren sich die Verbandsvertreter einig, dass die Europäische Union ihre Ziele nur erreichen kann, wenn sie mit einer Stimme spricht.

Rückblick

Rückblick – Die EU und China – Quo vadis, Europa?
am 18.09.2020 in Online

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