Letzte Aktualisierung: 09. Dezember 2016

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TIMSS 2015 – Internationale Vergleichsstudie erschienen

TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) ist eine international vergleichende Schulleistungsuntersuchung. Im Fokus standen bei TIMSS 2015 mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen von Schülern der vierten Jahrgangsstufe. Die Erhebung fand in Deutschland in allen 16 Ländern statt – mit einer repräsentativen Stichprobe von ca. 4.000 Kindern. Ausgewählte Ergebnisse

  • Während die Grundschulkinder 2011 in Mathematik noch im oberen Drittel des internationalen Leistungsspektrums lagen, befinden sie sich 2015 mit 522 Punkten im Mittelfeld der Rangreihe der teilnehmenden Staaten. Deutschland liegt damit zwar über dem internationalen Mittelwert (509 Punkte), aber unter den Mittelwerten der teilnehmenden EU-Staaten (527 Punkte) sowie der OECD-Staaten (528 Punkte).
  • 2015 erreichen 23,3 Prozent der Schüler in Deutschland in Mathematik nicht die Kompetenzstufe III und verfügen allenfalls über ein elementares mathematisches Wissen.
  • Lediglich 5,3 Prozent der Grundschulkinder erreichen die höchste Kompetenzstufe V. 24 Teilnehmerstaaten erzielen hier deutlich größere Anteile, darunter auch Nordirland (27,4 Prozent), England (16,8 Prozent), Ungarn (12,6 Prozent) und Portugal (12,3 Prozent).
  • In den Naturwissenschaften erreichen die Viertklässler einen Leistungsmittelwert von 528 Punkten und liegen damit in der oberen Hälfte des Rangvergleichs. Der Leistungsmittelwert liegt deutlich über dem internationalen Mittelwert (505 Punkte) und auf einem vergleichbaren Niveau wie die Mittelwerte der teilnehmenden EU-Staaten (525 Punkte) sowie OECD-Staaten (527 Punkte).
  • 21,6 Prozent der Grundschüler erreichen in den Naturwissenschaften nicht die Kompetenzstufe III. Sie können zwar elementares Faktenwissen abrufen, allerdings fehlt es ihnen an naturwissenschaftlichem Verständnis.
  • In fast allen Teilnehmerstaaten erzielen Kinder, die von mehr als 100 Büchern zu Hause berichten, in Mathematik signifikant bessere Leistungen als die Klassenkameraden, die von maximal 100 Büchern zu Hause berichten. Der Leistungsvorsprung liegt in Deutschland mit 39 Punkten bei etwas mehr als einem Lernjahr. In nur fünf Staaten zeigen sich noch größere sozial bedingte Disparitäten.

Bewertung der vbw

Die Ergebnisse der TIMSS-Studie 2015 machen nachdenklich. Fast ein Viertel der Kinder steht am Ende der Grundschulzeit mit unzureichenden mathematischen Kenntnissen da und startet ohne solide Grundlagen in die Sekundarstufe. International ist Deutschland zurückgefallen, während etliche Nachbarländer – mit weniger guten ökonomischen Voraussetzungen – bessere schulische Leistungen erzielen. Bundesbildungsministerium und Kultusministerkonferenz sehen schon das Halten des Niveaus als Erfolg an. Dies ist für einen Wirtschaftsstandort, der von seinem MINT-Know-how lebt, eindeutig zu wenig.

Im Anhang finden Sie eine Zusammenfassung der Studie.

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Zusammenfassung: TIMSS 2015 - Deutschland im internationalen Vergleich

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