Letzte Aktualisierung: 16. Dezember 2016

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PISA 2015 – Internationale Vergleichsstudie erschienen

Im Rahmen der sechsten Studie des „Programme for International Student Assessment“ (PISA) bearbeiteten weltweit Schüler aus 73 Ländern Aufgaben aus den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen. Im April und Mai 2015 nahmen 253 Schulen mit 10.500 Schülern aus ganz Deutschland am PISA-Test teil. Es wurden nach 2006 zum zweiten Mal die naturwissenschaftlichen Kompetenzen der fünfzehnjährigen Schüler als Schwerpunkt getestet. Neu war, dass die Testaufgaben komplett computerbasiert bearbeitet wurden.

Ausgewählte Ergebnisse

  • Die Schüler in Deutschland erzielen in allen drei Erhebungsbereichen von PISA deutlich über dem OECD-Durchschnitt liegende Leistungen.
  • Das Durchschnittsergebnis in den Naturwissenschaften ist gegenüber 2006 weitgehend unverändert, im Vergleich zu 2012 jedoch leicht verschlechtert. Die Lesekompetenz hat sich seit 2000 stetig verbessert, während sich die Ergebnisse in Mathematik nicht wesentlich verändert haben.
  • Rund 11 Prozent der Schüler in Deutschland gehören in den Naturwissenschaften zu den besonders leistungsstarken Schülern (OECD-Durchschnitt: 7,7 Prozent).
  • Der Anteil leistungsschwacher Schüler in den Naturwissenschaften beträgt in Deutschland 17 Prozent. Europäischer Spitzenreiter ist Estland mit 8,8 Prozent schwachen Jugendlichen. Auch z. B. Polen, Dänemark, Slowenien und Irland haben einen geringeren Anteil an schwachen Schülern.
  • Die Tendenz, später einen naturwissenschaftlichen Beruf ergreifen zu wollen, ist in Deutschland geringer ausgeprägt als im OECD-Durchschnitt, wenn auch gegenüber PISA 2006 angestiegen.
  • Schüler mit Zuwanderungshintergrund erreichen im Durchschnitt deutlich schlechtere Ergebnisse in den Naturwissenschaften (471 Punkte) gegenüber Schülern ohne Zuwanderungshintergrund (532 Punkte).
  • Der Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status der Eltern und den naturwissenschaftlichen Leistungen ihrer Kinder besteht weiterhin, ist allerdings seit 2006 geringer geworden.

Bewertung

Die fünfzehnjährigen Schüler in Deutschland erzielen in allen drei Erhebungsbereichen nach wie vor deutlich über dem OECD-Durchschnitt liegende Leistungen. Neue Aufmerksamkeit muss dem Gymnasium gelten. In den Naturwissenschaften sind die Leistungen der Gymnasiasten zurückgegangen, der Anteil leistungsstarker Schüler in Mathematik ebenfalls. Weiterhin ist die Disparität zwischen Mädchen und Jungen in den Naturwissenschaften gewachsen, auch bezüglich des Anstrebens beruflicher Perspektiven im MINT-Bereich. Angesichts der großen Bedeutung des MINT-Bereichs für den Wirtschaftsstandort und des hohen Nachwuchsbedarfs kann Deutschland mit dem Ergebnis daher nicht zufrieden sein. Reformen in der Schulentwicklung und Qualitätsverbesserungen müssen konsequent weitergeführt werden.

Im Anhang finden Sie eine Zusammenfassung der Studie.

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PISA 2015: Zusammenfassung der Studie

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Michael Lindemann

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