Letzte Aktualisierung: 03. November 2016

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IQB-Ländervergleich: Bildungstrend 2015

Im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) hat das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) überprüft, inwieweit die von der KMK vereinbarten Bildungsstandards am Ende der Sekundarstufe 1 tatsächlich erreicht werden.

2015 standen die Ergebnisse in den sprachlichen Fächern Deutsch, Englisch und in sechs Bundesländern auch im Fach Französisch an. Im Fach Deutsch untersuchte der Ländervergleich Kompetenzen in den Bereichen Lesen, Zuhören und Orthografie, in den Fächern Englisch und Französisch das Lese- und Hörverstehen. Getestet wurden 33.110 Schüler der 9. Jahrgangsstufe an 1.700 Schulen in allen 16 Ländern im Juni 2015. Bayern belegt im Ländervergleich erneut einen Spitzenplatz.

Ausgewählte Ergebnisse

  • Im Fach Deutsch erreichen oder übertreffen bundesweit im Bereich Lesen gut 48 Prozent, im Bereich Zuhören fast 62 Prozent und im Bereich Orthografie rund 66 Prozent der Jugendlichen in Klasse 9 den KMK-Regelstandard für den Mittleren Schulabschluss. Den Mindeststandard verfehlen in diesen Kompetenzbereichen jeweils etwa 23 Prozent, fast 19 Prozent bzw. rund 14 Prozent der Schüler. Allerdings variieren die Anteile erheblich zwischen den Ländern.
  • Im Fach Englisch erreichen oder übertreffen den KMK-Regelstandard für den Mittleren Schulabschluss im Leseverstehen fast 41 Prozent und im Hörverstehen gut 44 Prozent in der 9. Klasse. Den Mindeststandard verfehlen rund 27 Prozent im Leseverstehen und im Hörverstehen fast 17 Prozent. Auch im Fach Englisch variieren die entsprechenden Anteile zwischen den Ländern jedoch erheblich.
  • Im Fach Deutsch lassen sich für Bayern und Sachsen in allen drei Bereichen sowie für Schleswig-Holstein in Lesen und Zuhören besonders hohe Leistungen identifizieren. Überdurchschnittlich schnitten im Lesen Brandenburg und Thüringen ab sowie im Zuhören Niedersachsen. Am anderen Ende des Spektrums schnitten Berlin und Bremen durchgängig schlechter ab als der Durchschnitt.
  • Nur wenige Länder liegen beim Kompetenzzuwachs am Ende der Sekundarstufe I im Fach Englisch signifikant über dem Durchschnitt, nämlich Bayern in beiden Bereichen und Schleswig-Holstein im Hörverstehen. Neben Berlin und Bremen wird auch in Sachsen-Anhalt in Englisch ein deutlich geringeres Niveau erreicht.

Bewertung

Die Ländervergleichsstudie des IQB zur Umsetzung der Bildungsstandards ist ein zentraler Baustein für das Monitoring der deutschen Schulsysteme. Dabei zeigten sich für das Fach Deutsch leider bundesweit keine Verbesserungen gegenüber dem Stand von 2009. Die Mindeststandards für den Mittleren Abschluss wurden beim Lesen von fast einem Viertel der Neuntklässler nicht erreicht. Allerdings gab es in einigen Bundesländern deutliche Verbesserungen, die durch Verschlechterungen in anderen Ländern im Gesamtergebnis kompensiert wurden. Dagegen konnten im Fach Englisch Verbesserungen festgestellt werden, gerade auch bei Jugendlichen mit ungünstigen Voraussetzungen. In Englisch hat sich zudem kein Land verschlechtert.

Das Monitoring des IQB zur Erreichung der nationalen Bildungsstandards ist sehr zu begrüßen und unerlässlich, um Transparenz zu schaffen und Handlungsbedarfe aufzuzeigen. Hilfreich ist, dass die Vergleichsstudie ausführliche Analysen für jedes Land enthält. Folgen muss in einzelnen Ländern eine tiefergehende Ursachenforschung, um konkreter in der Lehrerbildung, den Schulen und im Unterricht ansetzen und Verbesserungen zielgenauer herbeiführen zu können.

Im Anhang finden Sie eine Zusammenfassung des Ländervergleichs.

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Zusammenfassung: IQB-Ländervergleich - Bildungstrend 2015

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Ansprechpartner
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Michael Lindemann

Vorschule, Schule, Projekte und Aktionsrat Bildung

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