Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2017

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IGLU 2016 – Internationale Vergleichsstudie erschienen

IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) ist eine international vergleichende Schulleistungsuntersuchung und erfasst das Leseverständnis der Schüler, ihre Einstellung zum Lesen und ihre Lesegewohnheiten am Ende der Grundschulzeit. Die Untersuchung wird in einem fünfjährigen Rhythmus durchgeführt. An IGLU 2016 haben insgesamt 47 Staaten teilgenommen. In Deutschland wurden 4.277 Schüler aus 208 Schulen aller Länder in die Untersuchung einbezogen.

Ausgewählte Ergebnisse

  • Die Leseleistungen der Viertklässler in Deutschland haben sich gegenüber der ersten Erhebung (2001: 539 Punkte) nicht signifikant verändert (2016: 537 Punkte). Sie liegen über dem internationalen Mittelwert (521 Punkte), im Bereich des EU-Durchschnitts (540 Punkte) und des OECD-Durchschnitts (541 Punkte).
  • Während 2001 nur vier Staaten höhere Leistungsmittelwerte als Deutschland erzielten, waren es 2016 jedoch zwanzig.
  • Der Anteil der im Lesen leistungsstarken Schüler in Deutschland ist von 8,6 Prozent (2001) auf 11,1 Prozent gestiegen. Ebenfalls gestiegen ist allerdings auch der Anteil der im Lesen leistungsschwachen Schüler – von 16,9 Prozent (2011) auf 18,9 Prozent.
  • Die meisten Viertklässler in Deutschland verfügen über eine hohe Lesemotivation, die jedoch im Vergleich zu 2001 etwas geringer ausgeprägt ist.
  • Der Leistungsvorsprung der Mädchen gegenüber den Jungen beträgt in Deutschland insgesamt 11 Punkte und hat sich seit 2001 kaum geändert.
  • Gemessen an der Anzahl der Bücher im Haushalt und dem Berufsstatus der Eltern gehört Deutschland weiterhin zu den Staaten, in denen die sozialbedingten Leistungsunterschiede am höchsten ausfallen.
  • Migrationsbedingte Leistungsunterschiede haben sich seit 2001 kaum verändert. 2016 entspricht der Leistungsnachteil von Kindern mit Migrationshintergrund in etwa dem Lernzuwachs eines halben (24 Punkte – ein Elternteil im Ausland geboren) bzw. eines ganzen Schuljahrs (48 Punkte – beide Elternteile im Ausland geboren).

Bewertung

Nachdenklich macht, dass Deutschland im Bereich des Lesens in der Grundschule zwar insgesamt nicht schlechter geworden ist, die Entwicklung jedoch stagniert. Auch ist es Deutschland nicht gelungen, seine Position in der aktuellen internationalen Rangfolge gegenüber früheren Erhebungen zu halten. Nun müssen die Ursachen dafür analysiert werden, warum es anderen Staaten besser gelingt, die Leseleistungen der Schüler zu verbessern.

Die Studie zeigt die Bedeutung von Maßnahmen zur Sprachförderung im vorschulischen und schulischen Bereich. Lesen muss zu einer Querschnittsaufgabe über alle Fächer werden. Ein zentraler Ansatzpunkt zur individuellen Förderung der Schüler ist die Qualifizierung der Lehrkräfte in Studium, Referendariat und Fortbildung. Bei einer zunehmend heterogenen Schülerschaft brauchen Lehrer spezielle didaktisch-methodische und diagnostische Kompetenzen, um ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag erfüllen zu können.

Im Anhang finden Sie eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

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IGLU 2016 - Zusammenfassung

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Michael Lindemann

Vorschule, Schule, Projekte und Aktionsrat Bildung

+49 (0)89-551 78-222
Michael Lindemann
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