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    Letzte Aktualisierung: 26. Juli 2016

    Position

    Achtjähriges Gymnasium weiterentwickeln

    Das achtjährige Gymnasium hat sich aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. bewährt. Insbesondere die Öffnung des Gymnasiums zur Lebens- und Arbeitswelt, beispielsweise durch eine stärkere Gewichtung der Studien- und Berufsorientierung in der Oberstufe, ist ein richtiger Schritt.

    Achtjähriges Gymnasium kontinuierlich optimieren

    Ziel muss es sein, im bestehenden System Handlungsbedarfe zu identifizieren sowie Maßnahmen zur Weiterentwicklung des achtjährigen Gymnasiums umzusetzen. Dazu zählen eine noch stärkere Individualisierung und Differenzierung des Unterrichts ebenso wie verstärkte Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer, um z. B. die individuelle Förderung zu stärken und das Potenzial der Projekt-Seminare für gezielte Studien- und Berufsorientierung zu nutzen. Leitlinie der Optimierung muss es sein, die Schüler des achtjährigen Gymnasiums begabungsgerecht, differenziert und individuell zu fördern.

    Keine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium

    Eine wie auch immer geartete Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium würde das bayerische Bildungssystem vor eine Zerreißprobe stellen, denn es muss davon ausgegangen werden, dass die Übertrittsquote an ein frei wählbares oder generell eingeführtes neunjähriges Gymnasium enorm steigt. Dies hätte dann unweigerlich zur Folge, dass der Druck auf die Realschulen und dann auch auf die Mittelschulen zunimmt. Die Dreigliedrigkeit des bayerischen allgemeinbildenden Schulsystems und die damit verbundene hohe Leistungsfähigkeit wäre ernsthaft gefährdet.

    Eine erneute Systemumstellung auf ein neunjähriges Gymnasium würde bildungspolitisch eine Fehlallokation bedeuten. Sie würde enorme finanzielle Mittel binden und finanzielle Spielräume einengen, um das gesamte bayerische Schulsystem kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ansatzpunkte, für die dringend finanzielle Mittel benötigt werden, sind z. B. die Ausschöpfung der Potenziale digitalen Lehrens und Lernens, der weitere Ausbau rhythmisierter Ganztagsschulangebote sowie die Qualifizierung des pädagogischen Personals.

    Förderorientierte „Mittelstufe Plus“ als Angebot flächendeckend verankern

    Der Modellversuch „Mittelstufe Plus“ (Mittelstufe in drei oder in vier Jahren) an 47 bayerischen Gymnasien leistet in dieser Form keinen Beitrag zur Sicherung des differenzierten und qualitativ hochwertigen gegliederten Schulsystems in Bayern, da nicht pädagogische Notwendigkeiten im Vordergrund stehen, sondern allein der Elternwille.

    Zur Stärkung der differenzierten und individuellen Förderung von Schülern im bayerischen Schulsystem und um das achtjährige Gymnasium zukunftsorientiert weiterzuentwickeln, müssen aus Sicht der vbw folgende Punkte zeitnah umgesetzt werden:

    • Die „Mittelstufe Plus“ soll flächendeckend als Förderoption an allen bayerischen Gymnasien angeboten werden. Sowohl für die achtjährige als auch für die neunjährige Variante soll der aktuelle Lehrplan für das achtjährige Gymnasium die Grundlage bilden.
    • Die Empfehlung, ob ein Schüler an der drei- oder der vierjährigen Mittelstufe teilnimmt, soll in Zukunft aufgrund pädagogischer Notwendigkeiten durch die Schule (z. B. durch die Klassen- bzw. Jahrgangslehrerkonferenz) getroffen werden.


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    Ansprechpartner
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    Michael Lindemann

    Vorschule, Schule, Projekte und Aktionsrat Bildung

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    Michael Lindemann
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