Letzte Aktualisierung: 08. Juni 2017

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Studienabbrecher: Quote nach wie vor hoch

Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hat Anfang Juni eine neue Studie zum Studienabbruch veröffentlicht, die mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entstanden ist. Die Entwicklung in den Bachelor-Studiengängen ist nach wie vor besorgniserregend. Die Abbruchquote stieg um einen Prozentpunkt von 28 auf 29 Prozent. Insbesondere an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften fiel die Analyse negativ aus: Hier stieg die Quote von 23 auf 27 Prozent. An den Universitäten ging der Prozentsatz der Studienabbrecher leicht zurück, von 33 auf 32 Prozent. In den Masterstudiengängen stellt sich die Situation insgesamt weniger negativ dar, allerdings haben sich die Zahlen in diesem Bereich in größerem Maße verschlechtert: An den Universitäten stieg die Abbrecherqote von 11 auf 15 Prozent, an den Fachhochschulen von 7 auf 19 Prozent.

Die Studie Zwischen Studienerwartungen und Studienwirklichkeit – Ursachen des Studienabbruchs, beruflicher Verbleib der Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher und Entwicklung der Studienabbruchquote an deutschen Hochschulen basiert auf einer Befragung des Absolventenjahrgangs 2014.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

  • Insgesamt beendeten 29 Prozent des Absolventenjahrgangs 2014 ihr Bachelor-Studium ohne Abschluss. Beim Absolventenjahrgang 2012 waren es 29 Prozent.
  • Während an Fachhochschulen 27 Prozent der Bachelor-Studienanfänger ihr Studium abbrechen, sind es an den Universitäten 32 Prozent.
  • Knapp die Hälfte der Studienabbrecher verlässt bereits in den ersten beiden Semestern die Hochschule, weitere 29 Prozent im dritten oder vierten Semester.
  • Die überwiegende Mehrheit der Studienabbrecher gestaltet nach Verlassen der Hochschule ihren weiteren Bildungs- oder Berufsweg erfolgreich: Ein halbes Jahr nach Verlassen der Hochschule haben 43 Prozent von ihnen eine Berufsausbildung aufgenommen und 31 Prozent sind erwerbstätig
  • In den MINT-Fächern (Bachelor) ist die Abbrecherquote nach wie vor hoch: In den Ingenieurwissenschaften verzeichneten die Studienautoren an den Universitäten zwar einen Rückgang gegenüber 2014 (von 36 auf 32 Prozent), an den Fachhochschulen erhöhte sich die Quote allerdings (von 31 auf 33 Prozent). Insbesondere Studierende des Bauingenieurwesens an den Universitäten weisen eine extrem hohe Abbrecherquote auf (48 Prozent). In der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften stieg der Anteil der Studienabbrecher an den Fachhochschulen von 34 auf 42 Prozent. Kritisch ist die Situation auch im
    Bereich Informatik: Hier stieg die Abbrecherquote von 37 auf 43 Prozent.
  • Unter den Studienabbrechern (Bachelor) sind unbewältigte Leistungsanforderungen im Studium der häufigste Grund für den Abbruch (30 Prozent). Am zweithäufigsten (17 Prozent) wurde mangelnde Studienmotivation genannt. Für 15 Prozent ist der Wunsch nach einer praktischen Tätigkeit der Hauptgrund, das geplante Studium vorzeitig zu beenden. Finanzielle Engpässe und schwierige Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Studium spielen nur eine nachrangige Rolle.

Bewertung aus Sicht der vbw

Die Studie zeigt, dass die Abbruchquoten im Bachelor-Bereich auf einem hohen Niveau stagnieren. Die Gesamtquote liegt bei 29 Prozent und damit sogar höher als bei den zwei Erhebungen der vergangenen Jahren. Als positiv ist die Entwicklung bei den Ingenieur-Studiengängen der Universitäten zu bewerten, die von 36 auf 32 Prozent zurückgegangen ist. Negativ fielen die Ergebnisse im Bereich der Hochschulen für angewandte Wissenschaften aus. Die schlechte Entwicklung ist aber auch damit zu begründen, dass es hier in den vergangenen Jahren eine deutliche Erhöhung des Anteils der Studienanfänger in den vergleichsweise „abbruchintensiven“ Ingenieurwissenschaften gegeben hat.

Mit umfangreichen Projektaktivitäten wie z. B. der Weiterentwicklung der Studien- und Berufsorientierung am Gymnasium, „MINTerAKTIV - Mit Erfolg zum MINT-Abschluss in Bayern“ und „Studienerfolg internationaler Studierender“ stemmen sich die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm und die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. seit Jahren gegen die hohen Abbrecherquoten. Die jüngste Erhebung untermauert einmal mehr die Relevanz derartiger Programme.


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Dr. Lutz Korndörfer

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+49 (0)89-55178-222
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