Letzte Aktualisierung: 07. Dezember 2018

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Studienabbrecher als Auszubildende – Erfahrungen der DEHOGA Bayern

In vielen Branchen werden derzeit in Bayern Fachkräfte gesucht. Auch im stark boomenden Tourismusbereich können viele Stellen nur schwer besetzt werden, vor allem Nachwuchskräfte sind sehr gefragt. Auch der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e.V. kennt dieses Problem. So hat der Verband gute Erfahrungen mit Studienaussteigern gemacht, die nach dem Studienabbruch in eine duale Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe gewechselt sind. Denn die Möglichkeiten einer Ausbildung sind vielfältig und bieten vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine sehr gute Qualifizierungsoption.

Vom Studienabbrecher zum Auszubildenden

Gute Erfahrungen hat auch ein ehemaliger Student der Technischen Hochschule Nürnberg gemacht. Er hat sein Studium der angewandten Physik und Mathematik abgebrochen und eine Ausbildung zum Koch begonnen. Er hat schon immer gerne gekocht und die Gastwirtschaft der Eltern einmal zu übernehmen, war eine zusätzliche Motivation. In seiner Ausbildung konnte er somit Erfahrungen für die spätere Selbstständigkeit sammeln. Seine Ausbildung hat er mittlerweile erfolgreich abgeschlossen und arbeitet nun im elterlichen Betrieb.

Auch einer jungen Studentin aus Nürnberg ging es so. Sie hatte Theater- und Medienwissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen studiert. In ihrem Studium war sie erfolgreich, merkte aber, dass sie in diesem Bereich nicht arbeiten wollte. Sie suchte nach Orientierung und ist über das Internet auf das Beratungsangebot der Studienakquisiteure gestoßen. Der Akquisiteur Herr Krug (bfz) hat sie dann bei ihrer Suche nach dem richtigen Beruf unterstützt. Nach kurzer Zeit war der richtige Ausbildungsplatz zur Hotelfachfrau in einem Münchner Hotel gefunden.

Vorteile für die Unternehmen

Für Susanne Droux, Geschäftsführerin Berufsbildung und Branchenförderung der DEHOGA Bayern e.V., ist dabei eines klar: „Die Zielgruppe Studienaussteiger ist für uns sehr attraktiv und wir sind für Studienzweifler ein guter Partner, denn wir bieten ihnen eine fundierte Ausbildung und exzellente Aufstiegsmöglichkeiten.“ Bisher hat Frau Droux durchweg beste Rückmeldungen zu Studienaussteigern erhalten, die in Hotels, Gastronomie und Cateringunternehmen eine Berufsausbildung oder eine Tätigkeit nach dem Studienausstieg aufgenommen haben.

Zudem verweist DEHOGA Bayern bei Anfragen von Studienzweiflern explizit auf die Beratungsangebote der Studienakquisiteure. Auch wird auf die Möglichkeit hingewiesen, eine verkürzte Ausbildung zu absolvieren, verbunden mit der Chance anschließend eine Tätigkeit im mittleren Management aufzunehmen, wenn man zuvor mindestens 2 Semester absolviert oder 30 ECTS Punkte erreicht hat. Bei einem abgebrochenen Studium mit inhaltlichem Bezug zu den gastgewerblichen Ausbildungsberufen verkürzt sich die Ausbildungsdauer sogar auf 18 Monate. Dadurch können die Studienaussteiger schnell in der Ausbildung und später im Beruf durchstarten.

Auch schließen diese Auszubildenden in der Regel ihre Ausbildung mit großem Erfolg ab. So auch die ehemalige Studentin aus Nürnberg. Sie ist mittlerweile Deutschlands beste Hotelfachfrau mit einer Goldmedaille bei den Deutschen Jugendmeisterschaften und setzt ihre Karriere nun in einem Partnerhotel in Berlin fort. Nicht das richtige Studium gewählt zu haben, ist für viele Studienabbrecher eine belastende Erfahrung. Sie stecken daher umso mehr Energie und Motivation in die Ausbildung, da sie hier die Erfahrung machen, erfolgreich anzukommen.

Ansprechpartner

Insgesamt gibt es neun Akquisiteure, die je nach Region an mehreren Hochschulen Studienzweifler und -abbrecher beraten und in engem Kontakt mit den Hochschulen, Agenturen, Unternehmen, Kammern und Verbänden in der Region stehen.

Das Projekt wurde 2015 gestartet und u.a. in Kooperation mit den beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) durchgeführt. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Arbeitsmarktfonds durch das Bayerische Staatministerium für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS) und der Regionaldirektion Bayern der Agentur für Arbeit gefördert. Seit Beginn der zweiten Förderphase 2017 handeln die Akquisiteure in direkter Absprache mit dem StMAS.

Die Ansprechpartner und Regionen finden Sie auf www.studienabbruch.bayern.de.


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Sophie Sontag-Lohmayer

Hochschule, Projekte

+49 (0)89-551 78-91-389
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