Letzte Aktualisierung: 30. November 2017

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Hochschulbildungsreport 2017 nimmt chancengerechte Bildung in den Blick

Die Chancengerechtigkeit im deutschen Hochschulsystem verbessert sich - jedoch sehr langsam. Das ist das zentrale Ergebnis des Hochschulbildungsreports 2017, den McKinsey und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft im November 2017 vorgestellt haben. Der Hochschulbildungsreport wird seit 2013 jährlich veröffentlicht und zeigt mit mehreren Indikatoren, wie sich das deutsche Hochschulsystem entwickelt. Der Schwerpunkt der aktuellen Untersuchung lag dabei darauf, welche Chancen das Hochschulsystem für Frauen, First-Academics und Flüchtlinge bietet.

Ergebnisse des Hochschulbildungsreports 2017

  • Der familiäre Bildungshintergrund hat in Deutschland nach wie vor einen deutlichen Einfluss auf den Bildungsweg. Bei den Studienanfängern zeigt sich, dass drei Viertel der Kinder aus einem akademischen Elternhaus ein Studium aufnehmen. Bei Kindern, deren Eltern nicht studiert haben, ist es nur jeder Fünfte. Dieser Trend setzt sich im weiteren Studienverlauf fort.

  • Frauen sind bis zum Studienabschluss im Durchschnitt erfolgreicher als Männer: Ihre Erfolgsquote liegt im Studium bei 80 Prozent, bei Männern liegt die Quote bei 74 Prozent. Dies gilt auch für technische Fächer (77 Prozent bei Frauen, 73 Prozent bei Männern). Im Durchschnitt haben Frauen zudem bessere Noten im Studium und stellen knapp mehr als die Hälfte aller Absolventen. Allerdings entscheiden sich trotz positivem Trend immer noch weniger Frauen für ein Studium im MINT-Bereich als Männer: Der Anteil von Frauen in den Ingenieurwissenschaften liegt aktuell bei 23 Prozent, in Mathematik und Naturwissenschaften bei 37 Prozent. So erfolgreich Frauen jedoch im Studium sind: Der Hochschulbildungsreport zeigt auch, dass nach Studienabschluss der Anteil der Frauen in weiteren Bildungs- beziehungsweise Hierarchiestufen an den Hochschulen sinkt.

  • Der Hochschulbildungsreport geht bis 2020 von einem Anstieg von Flüchtlingen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit an den Hochschulen aus. Die größten Hürden für die Aufnahme eines Studiums sieht der Report in mangelnden Deutschkenntnissen, in gesundheitlichen Problemen und der Finanzierung. Dennoch rechnet der Report damit, dass bis 2020 rund 40.000 Studienplätze für Geflüchtete benötigt werden.

Halbzeitbilanz des Reports

Die Träger des Reports zogen neben den Schwerpunktthemen außerdem eine Halbzeitbilanz ihrer seit 2013 veröffentlichten Hochschulbildungsreporte. Für das Handlungsfeld MINT-Bildung identifizieren sie einen großen Mangel an Datenspezialisten. Hier fehlten bis zu 95.000 Fachkräfte. Auch bei den angehenden Informatiklehrern gibt es Handlungsbedarf. Derzeit beträgt der Anteil der Lehramtsstudierenden, die Informatik als erstes, zweites oder drittes Studienfach wählen, lediglich 1,6 Prozent. Zudem werden die Berufs- und Praxisbezogenheit der Lehrveranstaltungen für zukünftige Lehrkräfte sehr schlecht beurteilt.

Bewertung

Der Report identifiziert mit der Flüchtlingsintegration neue Herausforderungen für das Hochschulsystem, zeigt aber auch gleichermaßen auf, dass sich in den vergangenen Jahren in manchen Bereichen nur wenig bewegt hat. Das belegen die Zahlen zu den First-Academics, die seit vielen Jahren stagnieren. Positiv sind die Ergebnisse über die Chancen von Frauen. Auf den Fachkräftebedarf im MINT-Bereich und bei den Informatiklehrern weist die vbw ebenfalls seit Jahren hin ebenso wie auf die Bedeutung einer stärken Berufs- und Praxisorientierung gerade an den Universitäten.

Den Report können Sie am Ende dieser Seite herunterladen.

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Hochschulbildungsreport 2017

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Dr. Lutz Korndörfer

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