Letzte Aktualisierung: 22. August 2019

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Hochschul-Bildungs-Report: Stagnation bei wissenschaftlicher Weiterbildung

Am 08. August 2019 ist der fünfte seit 2013 jährlich erscheinende Hochschul-Bildungs-Report von Stifterverband und McKinsey vorgestellt worden. Der Report misst in sechs Handlungsfeldern anhand von 70 Indikatoren, inwieweit sich der Hochschulbildungssektor den im Rahmen der Bildungsinitiative für das Jahr 2020 gesetzten Zielen annähert und gibt Handlungsempfehlungen ab.

Verbesserungspotenzial bei wissenschaftlicher Weiterbildung

Durch die digitale Transformation sieht der Hochschul-Bildungs-Report Handlungsbedarf bei der Vermittlung sogenannter "Future Skills" für die Arbeitswelt von morgen. So werden technologische Fähigkeiten (Datenanalyse / Entwicklungstätigkeit), digitale Schlüsselqualifikationen (Umgang mit Daten / digitalen Anwendungen) sowie nicht-digitale Schlüsselqualfikationen (Adaptionsfähigkeit / Kreativität) zukünftig noch mehr gefragt sein als bisher. Der Report geht allein von einem Bedarf von rund 700.000 Personen mit technologischen Fähigkeiten bis 2023 aus. Mit Blick auf klassische (z.B. Kreativität, Adaptionsfähigkeit) und digitale Schlüsselqualifikationen (wie Digital Learning, Digital Literacy und Agiles Arbeiten) schätzen die Unternehmen, dass sogar jeder vierte Beschäftigte Weiterbildungsbedarf in den kommenden Jahren hat.

Der Fokus des diesjährigen Reports liegt deshalb auch auf der wissenschaftlichen Weiterbildung, denn der Bedarf kann voraussichtlich nicht allein über Hochschul-Erstabsolventen mit entsprechenden Kompetenzen gedeckt werden. Mithilfe akademischer Weiterbildungsangebote können Mitarbeiter mit den nötigen "Future Skills" weiterqualifiziert werden. Allerdings stellt der Report fest, dass hier ein dringender Nachholbedarf besteht. So stagniert der Anteil der Studierenden in Teilzeit-, Fern- oder Weiterbildungsstudium auf niedrigem Niveau und der Anteil an weiterbildenden Masterstudiengängen an allen Masterstudiengängen war 2017 sogar rückläufig im Vergleich zu 2013.

Digitale Bildung in der akademischen Weiterbildung

Erstmalig hat der Stifterverband untersucht, wie sich aktuell Education-Start-ups (z.B. Coursera, Udacity, Babbel) auf dem Weiterbildungsmarkt etablieren. Die Angebote dieser Start-ups zeichnen sich durch eine hohe Anwendungsorientierung (projektbasiertes, individualisiertes und praxisnahes Lernen) und innovative Erlösmodelle mit einer niedrigen monetären Hemmschwelle aus. Der Stifterverband empfiehlt deshalb in seinem Hochschul-Bildungs-Report eine intelligente Vernetzung der einzelnen digitalen Hochschulbildungsangebote sowie eine Verzahnung mit entsprechenden europäischen Initiativen, v.a. hinsichtlich Online-Portale bzw. -Plattformen. Durch die Einbindung von digitalen Angeboten könnte somit auch der Zugriff auf akademische Weiterbildungsangebote und die Aneigung von Futur Skills verbessert werden.

Weitere Handlungsfelder

Neben der Weiterbildung identifiziert der Report noch Handlungsbedarf im Bereich der MINT-Bildung, der Lehrer Bildung sowie dem Zugang für beruflich-gebildete zu den Hochschulen. Einzig im Hinblick auf die internationale Bildung (Auslandsaufenthalt deutscher Studierender / Internationalisierung deutscher Studiengänge) wurden die Zielvorgaben für 2018 mehr als übertroffen. Hier haben die Hochschulen in den letzten Jahren deutlich an Internationalität gewonnen.


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Sophie Sontag-Lohmayer

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