Letzte Aktualisierung: 21. September 2017

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OECD-Studie: Bildung auf einen Blick 2017

Der jährliche Bericht der OECD Education at a Glance – Bildung auf einen Blick konstatiert dem deutschen Bildungssystem 2017 wieder ein hohes Niveau und eine Spitzenstellung im MINT-Bereich, weist aber auch auf eine unterdurchschnittliche Hochschulfinanzierung hin.

Ausgewählte Ergebnisse für Deutschland:

  • Spitzenstellung im MINT-Bereich: Der Anteil der jungen Hochschulabsolventen in den Studienfächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) liegt bei 37 Prozent. Unter allen OECD-Staaten ist Deutschland damit an der Spitze, gefolgt von Indien (31 Prozent), Korea (30 Prozent), und Österreich (29 Prozent). Allerdings sind Frauen in den meisten MINT-Fächern mit nur 28 Prozent der Studienanfänger weiterhin unterrepräsentiert.
  • Immer mehr Studierende: Zwischen 2005 und 2015 ist die Zahl der Studienanfänger um 20 Prozentpunkte von 43 Prozent auf 63 Prozent gestiegen. Das entspricht dem höchsten Anstieg im OECD-Vergleich. Internationale Studierende machen dabei rund 12 Prozent aus. Nach Ausklammerung der internationalen Studierenden dürfte über die Hälfte (56 Prozent) ein Studium im Tertiärbereich aufnehmen (OECD 57 Prozent). Unabhängig von ihrer Fachrichtung weisen Erwachsene mit Tertiärabschluss gute Arbeitsmarktergebnisse auf. Die Beschäftigungsquote der 25- bis 64-Jährigen mit Tertiärabschluss lag in Deutschland auf 88 Prozent (OECD 84 Prozent).
  • Gute Bildung, gute Einkommen: Erwachsene in Deutschland verdienen mit abgeschlossenem kurzem Tertiärbildungsgang 53 Prozent mehr als Personen mit einem Abschluss des Sekundarbereichs II. Personen mit Bachelor oder gleichwertigem Abschluss (z.B. einer abgeschlossenen Meister- oder Technikerausbildung mit längerer Ausbildungsdauer) verdienen 58 Prozent mehr und Personen mit Master bzw. Promotion oder gleichwertigem Abschluss 85 Prozent mehr.
  • Duales System: In Deutschland haben rund zwei Drittel aller 25- bis 34-Jährigen mit einem Abschluss des Sekundarbereichs II eine duale Berufsausbildung durchlaufen, während der Rest eine schulische Berufsausbildung absolviert hat. Das deutsche Berufsbildungssystem stellt eine hohe Beschäftigungsfähigkeit sicher. Die Beschäftigungsquote von Personen im Alter von 25-34 Jahren mit einem solchen Berufsabschluss ist genauso hoch wie die von Personen mit Tertiärabschluss. Auf die private Finanzierung entfallen im Bereich der beruflichen Bildung 49 Prozent der Ausgaben - durch das hohe Engagement der Unternehmen. Die guten Ergebnisse des deutschen Berufsbildungssystems spiegeln sich auch im geringen Anteil junger Menschen wider, die sich weder in Beschäftigung noch in Ausbildung befinden: In Deutschland sind dies 10,8 Prozent. Dies ist einer der niedrigsten Anteile in der OECD.
  • Hohe Ausgaben für das Bildungssystem: Obwohl die Zahl der Schülerinnen und Schüler zwischen 2010 und 2014 um sechs Prozent zurückging, sanken die Ausgaben für entsprechende Bildungseinrichtungen lediglich um zwei Prozent. Darin sind auch die Gehälter der Lehrkräfte eingeschlossen: In Deutschland werden sie weitaus besser bezahlt als international üblich. Ihre Gehälter sind in den letzten zehn Jahren gestiegen. Die Lehrerschaft hat sich verjüngt, wenngleich sie im OECD-Vergleich noch immer zu den ältesten gehört. Die jährlichen Ausgaben je Schüler im Primar- und Sekundarbereich betragen 10.776 US-Dollar (OECD-Durchschnitt 9.489 US-Dollar). Die durchschnittliche Klassengröße hat sich verringert, so dass in der Grundschule durchschnittlich 21 Schüler und in der weiterführenden Schule 24 Schüler in einer Klasse sitzen.
  • Frühe Bildung für alle: Stark aufgeholt hat Deutschland in der frühkindlichen Bildung: 90 Prozent der Drei- bis Fünf-Jährigen partizipieren daran. Deutschland gibt je Kind 11.094 US-Dollar jährlich für die frühe Bildung aus und damit mehr als im OECD-Schnitt (8.858 US-Dollar).
  • Hochschulfinanzierung ohne private Beiträge niedriger als international üblich: Im Tertiärbereich hingegen hat der Umfang der bereitgestellten Mittel nicht mit der gestiegenen Studierendenzahl Schritt gehalten. Auch wenn die Gesamtausgaben für den Tertiärbereich zwischen 2010 und 2014 um neun Prozent stiegen, ist die Zunahme der Studierendenzahl größer. Die Ausgaben je Studierenden betrugen 2014 etwa 17.180 US-Dollar, sie lagen damit elf Prozent unter dem Stand von 2010.

Bewertung

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. begrüßt die von der OECD festgestellten positiven Ergebnisse innerhalb des deutschen Bildungssystems. Gleichzeitig warnt sie davor, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Die vielfältigen Bemühungen, das bestehende Bildungssystem kontinuierlich weiterzuentwickeln, dürfen nicht nachlassen. Ziele müssen auch in Zukunft sein, die Bildungsqualität und die Bildungsbeteiligung zu steigern sowie die Partizipationsgerechtigkeit zu fördern.


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Ansprechpartner
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Michael Lindemann

Vorschule, Schule, Projekte und Aktionsrat Bildung

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