Letzte Aktualisierung: 30. Oktober 2017

Position

vbw kommentiert Forderung nach Weiterbildungsgesetz

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. lehnt die am 11. Oktober 2017 von Gewerkschaften und SPD vorgestellten Pläne für ein Bayerisches Bildungsfreistellungsgesetz grundlegend ab. „Die vorhandenen Mitarbeiter bestmöglich zu qualifizieren und sie kontinuierlich weiterzubilden ist das Gebot der Stunde. Lebenslanges Lernen ist wichtig, um berufliche Fähigkeiten und Wissen zu erhalten, anzupassen und zu erweitern. Die betriebliche Weiterbildung von Beschäftigten ist jedoch vorrangig die Aufgabe von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, ein einseitiger Anspruch würde diesen Grundsatz verletzen. Vielmehr braucht es eine bedarfs- und zielgerechte Stärkung von Weiterbildung. Schließlich kennen die bayerischen Betriebe die eigenen betrieblichen Bedürfnisse am besten“, erklärte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Gefahr einer Gießkannenlösung

Regulierende Eingriffe durch die Politik lehnt die vbw grundsätzlich ab. Ein gesetzlicher Anspruch auf Weiterbildung birgt die Gefahr einer Gießkannenlösung – dabei bedarf es bei Weiterbildungsaktivitäten stets eines individuellen Zuschnitts. Zudem ist die Weiterbildung von Mitarbeitern in Verträgen, wie beispielsweise dem Tarifvertrag Q der Metall- und Elektro-Industrie, bereits ausreichend berücksichtigt.

Hohes Engagement der Unternehmen

Bayern nimmt auch ohne Weiterbildungsgesetz im Bereich der Weiterbildungsaktivitäten einen Spitzenplatz im Ländervergleich ein. Dies ist vor allem auch auf das hohe Engagement der Unternehmen zurückzuführen. In der bayerischen M+E Industrie investierten die Unternehmen im Jahr 2015 beispielsweise je Beschäftigtem 501,74 Euro und 1.258,99 Euro je Weitergebildetem. Auch die vbw engagiert sich mit ganz konkreten Projekten für die Weiterbildung.

Stärkung der arbeitsmarktnahen und betrieblichen Weiterbildung

Ein Weiterbildungsgesetz entbehrt jeder Grundlage, weil gezielte und marktkonforme Weiterbildungsaktivitäten dadurch nicht erhöht werden können. Bildung und Weiterbildung sind individuelle, oft freiwillige und betriebsspezifische Entscheidungen, gesetzliche Regelungen sollen hier nicht eingreifen. Die vbw bekennt sich aber ausdrücklich zur Stärkung der arbeitsmarktnahen und betrieblichen Weiterbildung.

Digitaler Wandel

Der digitale Wandel erfordert zweifellos eine stärkere Ausrichtung von Weiterbildung auf die künftig gefragten Qualifikationen und Anforderungsprofile. Nur dann können die Arbeitnehmer auf der einen und die Arbeitgeber auf der anderen Seite von den vielfältigen Chancen profitieren. Die Digitalisierung eröffnet zahlreiche Möglichkeiten im Hinblick auf innovative Lehr- und Lernprozesse, die durch Selbstbestimmtheit, stärkere Eigenverantwortung, Differenzierung und Individualisierung der Lernangebote und Lernsituationen gekennzeichnet sind. Weiterbildung mit zukunftsorientierten Profilen stellt eine unabdingbare Voraussetzung dar, um sich den Herausforderungen der Digitalisierung erfolgreich stellen zu können. Daher muss die Weiterbildung noch stärker an den neuen betrieblichen Anforderungen der digitalen Transformation ausgerichtet werden.


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Tina Wehrle

Berufliche Bildung, Weiterbildung und Projekte

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