Die bayerische Wirtschaft

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vbw relaunch/PresseCenter | Pressemitteilung

Start der zweiten Phase im Modellprojekt „Chance Berufsabschluss in Teilzeit“ von vbw, Bayerischem Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales und Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit zu Beginn des Jahres an den Standorten München, Regensburg und Nürnberg das Modellprojekt „Chance Berufsabschluss in Teilzeit“ ins Leben gerufen. Im Rahmen der Initiative Fachkräftesicherung+, welche die vbw in Kooperation mit der Bayerischen Staatsregierung durchführt, hat sich das Projekt zum Ziel gesetzt, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Ausbildung oder eine betriebliche Einzelumschulung in Teilzeit zu ermöglichen. Sinnvoll ist dies beispielsweise, wenn Auszubildende oder Umschüler Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. Neben jungen Erwachsenen können auch Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund am Projekt teilnehmen. Nun startet die zweite Phase des Modellprojekts.

vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt erklärt: „Durch das Modellprojekt erhalten junge Menschen, die aufgrund ihrer individuellen Lebenssituation keine reguläre Ausbildung oder Umschulung in Vollzeit durchlaufen können, eine Perspektive zur nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt. Durch die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze profitieren auch Unternehmen im Rahmen der Fachkräftesicherung. Das ist entscheidend für unseren Wirtschaftsstandort und unsere Gesellschaft insgesamt.“

Bayerns Arbeitsministerin Carolina Trautner betont: „Mir ist wichtig, die Ausbildung in Teilzeit zu stärken, denn sie macht einen zusätzlichen Weg für einen beruflichen Abschluss möglich. Auch eine Umschulung in Teilzeit eröffnet weitere berufliche Perspektiven für alle, die das nicht in Vollzeit machen können. Auch wenn die Zeiten für die bayerische Wirtschaft pandemie-bedingt derzeit etwas schwieriger sind, der Bedarf der Unternehmen in Bayern an gut ausgebildeten Fachkräften ist ungebrochen hoch und wird auch künftig weiter ansteigen.“

Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit: „Unternehmen sollten bei aktuell noch über 38.000 unbesetzten Ausbildungsstellen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um einen Auszubildenden zu rekrutieren. Und dazu gehört auch die Teilzeitausbildung. Wenn Teilzeitausbildung ermöglicht wird, gewinnen Unternehmen zusätzliche Fachkräfte und die Auszubildenden können ihren Berufsabschluss erwerben. Das ist ein Gewinn für beide Seiten. In dem Projekt werden Azubis und Betriebe während der gesamten Ausbildungsdauer unterstützt und begleitet. Auch für die Ausbildung in Teilzeit gelten übrigens die Fördermöglichkeiten, die über das Bundesprogramm 'Ausbildung sichern' für KMU zur Verfügung stehen."

Den Erfolg zeigt als Best Practice-Beispiel die Vermittlung von Sabina Famula. Seit Mai nimmt sie am Standort Regensburg am Projekt teil und beginnt nun ihre Ausbildung in Teilzeit als Steuerfachangestellte bei der Steuerkanzlei Menath in Zeitlarn. „Ich war sehr glücklich über die Zusage, weil es mir trotz Kindern die Chance auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben ermöglicht. Ich hatte nicht damit gerechnet, nochmal einen neuen Beruf zu erlernen, obwohl es schon immer mein größter Wunsch war,“ freut sich Sabina Famula. Auch Unternehmen profitieren von den Potenzialen einer hoch motivierten Zielgruppe. „Ich habe selbst Familie und unterstütze deshalb gerne familienfreundliche Ausbildungsmodelle. Zusätzlich hat Frau Famula unter den Bewerber*innen den besten Eindruck gemacht, auch durch ihre langjährige Berufs- und Lebenserfahrung“, so Joseph Menath von der Steuerkanzlei Menath in Zeitlarn.

Interessierte wurden in der ersten Projektphase bereits durch Ansprechpartner der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz gGmbH) auf den Ausbildungsstart vorbereitet. Unterstützung erfuhren sie zudem bei der Berufswahlentscheidung, beim Bewerbungsprozess sowie mit Qualifizierungsangeboten. Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Migrationshintergrund erhielten zudem berufsbezogene Sprachförderung. In der zweiten Projektphase werden die Teilnehmer*innen weiterhin sozialpädagogisch und fachlich betreut und können bedarfsorientiert Angebote, beispielsweise zur Lernunterstützung und Motivationsförderung, nutzen. Unternehmen steht fortlaufend ein persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung. Ziel ist der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung bzw. Umschulung in Teilzeit. Das Projekt läuft noch bis September 2023.